Wie sollten Studierende in Aserbaidschan handeln, nachdem das Tragen des Kopftuchs an Schulen verboten wurde? Sollten sie die Schule abbrechen oder mit einer Perücke oder einer Mütze ihre Ausbildung fortsetzen?
Sie können eine Mütze tragen oder über dem Kopftuch eine Perücke aufsetzen. Das ist möglich. Das ist auch in der Türkei geschehen. Aber vor allem muss man sich in dieser Angelegenheit zur Wehr setzen. Jeder ist im Rahmen seiner Möglichkeiten verantwortlich. Sie müssen sich entsprechend ihren Kräften weiter dafür einsetzen. Das Kopftuch ist ein Gebot Allahs. Man muss den Verantwortlichen die entsprechenden Koranverse vermitteln. Auch in Deutschland wurde einmal ein Kopftuchverbot beschlossen.
Damals hatte man mich nach Deutschland eingeladen. Man hatte sogar Zeitungsanzeigen veröffentlicht und mir gesagt: „Wir werden eine staatliche Zeremonie veranstalten“ und Ähnliches. Ich sagte: „Nein, so etwas akzeptiere ich nicht.“ Ich fuhr hin. An der Universität Tübingen hatte sich eine beträchtliche Zahl von Menschen versammelt, darunter Universitätsprofessoren. Vor der Veranstaltung hatte ich mich mit türkischen Studentinnen getroffen, die gekommen waren. Sie waren sehr bedrückt und sagten etwa: „Ach das Kopftuch soll verboten werden. Was sollen wir tun? Wie sollen wir weiterstudieren?“ Während der anschließenden Diskussion erwähnte allerdings niemand das Kopftuch gegenüber mir. Am Ende meines Seminars, das etwa drei Stunden gedauert hatte, stand der Vorsitzende auf und sagte: Er stand auf und sagte: „Aus Ihrem Vortrag habe ich Folgendes verstanden“, sagte er. „Ein Land kann das Kopftuch verbieten.“ Darauf sagte ich zu ihnen: „Natürlich können Sie es verbieten, aber nur unter einer Bedingung: Sie müssen die Meinungs- und Glaubensfreiheit aus Ihrer Verfassung streichen.“ Danach war die Sache erledigt.
Wenn also auch in Aserbaidschan von Glaubensfreiheit und Meinungsfreiheit gesprochen wird, dann darf niemand die Glaubensüberzeugungen und die Freiheit der Religionsausübung anderer Menschen antasten. In der Türkei haben diejenigen, die so etwas durchgesetzt haben, am Ende immer verloren. Auch die Führung Aserbaidschans wird verlieren. Sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits. Deshalb sollten sie sich in Acht nehmen. Niemand, der die Glaubens- und Meinungsfreiheit anerkennt, würde auch nur im Entferntesten daran denken, ein Kopftuchverbot einzuführen.





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