Heutzutage verwendet man Kalender und Uhren. Auch unsere Gebets- und Fastenzeiten richten wir danach aus. Zudem wird der Gebetsruf ausgerufen, und wir brechen unser Fasten entsprechend. Wie aber haben die Menschen zu Zeiten ohne Kalender und Uhren und ohne Lautsprecher für den Gebetsruf ihr Sahūr und ihr Iftār bestimmt?
Zur Zeit des Gesandten Allahs, Muhammad (s.), gab es weder Kalender noch Uhren. Der Koran beschreibt die Zeiten für Gebet und Fasten, ohne solche Hilfsmittel vorauszusetzen. Zugleich sagt er, dass sowohl Mond als auch Sonne nach einer bestimmten Berechnung verlaufen. In vielen Versen wird klar und deutlich mitgeteilt, dass auch die Zeiten entsprechend dieser Ordnung festgelegt sind. Dennoch ist auch unsere eigene Beobachtung erforderlich. Zum Beispiel: Wenn die Sonne untergeht, beginnt das Abendgebet und es ist Zeit für das Fastenbrechen. Doch wenn man sich in einer bergigen Gegend befindet. Etwa in meinem Dorf mit sehr hohen Bergen und im Tal steht, kann man die Sonne schon am Nachmittag nicht mehr sehen. Der Gesandte Allahs gab hierzu eine klare Beschreibung: „Wenn im Westen die Sonne verschwindet und im Osten die Dunkelheit einsetzt, dann ist es Abend.“ Das lässt sich eindeutig beobachten. Was das Nachtgebet betrifft: Seine Zeit dauert an, bis vollständige Dunkelheit eingetreten ist. Wenn völlige Dunkelheit herrscht, endet die Zeit des Nachtgebets. Das heißt, sobald am westlichen Horizont kein geringstes Licht mehr zu sehen ist, ist seine Zeit vollständig eingetreten. Leider ruft die Diyanet genau zu diesem Zeitpunkt den Gebetsruf aus. Obwohl sie dies genau wissen, können sie nicht von ihren eigenen Interessen absehen; dafür müssen sie selbst Rechenschaft ablegen. Die Mitte zwischen dem Beginn des Abendgebets und dem vollständigen Eintritt der Nacht ist die eigentliche Zeit des Nachtgebets.
Da Allah diese Zeit im Koran nicht detailliert festgelegt hat, können Abend- und Nachtgebet auch zusammen verrichtet werden. Dasselbe gilt für das Mittags- und Nachmittagsgebet. Auch sie können gemeinsam verrichtet werden. Der Gesandte Allahs hat in Medina, obwohl kein besonderer Anlass bestand, diese Gebete zusammengelegt, um den Menschen ein Beispiel zu geben. Er muss uns in jeder Hinsicht ein Vorbild sein. Während seiner Abschiedspilgerfahrt verrichtete er in Arafāt, obwohl es dort nichts Weiteres zu tun gab, das Mittags- und Nachmittagsgebet gemeinsam, damit seine Gemeinschaft es sehen kann. Als die Gemeinschaft von Arafāt nach Muzdalifa hinabzog, verrichtete er dort das Abend- und Nachtgebet gemeinsam, damit alle es sehen konnten. Somit sind die Gebetszeiten klar beobachtbar.
Was das Morgengebet betrifft: Am östlichen Horizont – also dort, wo sich Himmel und Erde zu berühren scheinen – beginnt ein Licht sichtbar zu werden. Diese Zeit nennt man Seemanns-Dämmerung. Zu dieser Zeit bestimmen Seeleute ihre Route. Danach erscheint über der Dunkelheit ein weißer Streifen, der sich entlang des Horizonts ausbreitet. Dann erkennt man, dass die Zeit des Morgengebets begonnen hat. Woran erkennt man die Zeit des Sahūr? Am östlichen Horizont zeigen sich oberhalb erste Lichter, die sich kuppelartig nach unten ausbreiten. Bis die Zeit des Morgengebets eindeutig eintritt, ist der Körper bereits erwacht, und man nimmt die Mahlzeit des Sahūr ein. Leider lässt Diyanet den Morgengebetsruf bereits zu Beginn der Sahur-Zeit ausrufen.
All dies ist klar mit bloßem Auge zu beobachten. Nicht nur hier, sondern selbst in Polargebieten. Auch wenn dort die Sonne 24 Stunden scheint, lassen sich eindeutige Beobachtungen machen. Zu den Gebetszeiten finden sich sämtliche Informationen auf unserer Webseite. Interessierte können dort nachsehen. Wir selbst sind an Orte gegangen, an denen die Sonne zeitweise nicht untergeht oder nicht aufgeht, und haben entsprechend den im Koran festgelegten Maßstäben Allahs die Beobachtbarkeit der fünf Gebetszeiten mit bloßem Auge festgestellt und dargelegt. Alles Lob gebührt Allah. Der Koran enthält Prinzipien und Hinweise, durch die man überall auf der Welt, ob mit oder ohne Uhr, die Zeiten der Gebete klar erkennen kann.





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