Islam und Koran

Was ist das größte Erbe, das Sie Ihrem Kind hinterlassen können?

Ich möchte über einen Hadith sprechen. Der Prophet Mohammed sagte: „Kein Vater hat seinem Kind ein besseres Erbe hinterlassen als einen guten Charakter.“ Schauen wir auf die heutige Zeit. Welcher Vater… Beim Thema Vater und Mutter, warum betone ich den „Vater“? Weil heute meist die Vorstellung herrscht, dass die Erziehung der Kinder die Aufgabe der Mutter sei. Dabei sehen wir im Koran eher das Gegenteil. Besonders bei Kindern, die nicht mehr im Säuglingsalter sind, werden die Beispiele meist über die Väter gegeben, deshalb betone ich das auch. Was machen Väter heute? Eigentlich gilt das auch für Mütter, sagen wir also Eltern. Was machen sie? Sie arbeiten von morgens bis abends. Die Kinder werden anderen überlassen. Das hängt natürlich auch mit dem Bildungssystem zusammen; darin liegt nicht allein das Problem. Wir sagen nicht, dass nur die Eltern verantwortlich sind. Auch die Länge der Schulpflicht oder die langen Schulzeiten sind ein eigenes Problem.

Aber nachdem sie das Geld verdient haben, denken viele Eltern, dass sie gegenüber ihrem Kind keine weitere Verantwortung mehr haben. Dabei sagen sie etwa: „Ich habe Geld verdient, ein Haus, ein Auto und alles andere bereitgestellt, was dieses Kind im Leben brauchen wird.“ Wenn sie ein Haus, ein Auto oder Geld als Erbe hinterlassen, denken sie: „Gut, meine Aufgabe gegenüber diesem Kind ist erfüllt.“ Dabei ist nichts davon so wertvoll wie der gute Charakter, den man seinem Kind vermitteln kann. Ihr könnt Berge von Geld anhäufen und unzählige Häuser bauen.

Wenn das Kind jedoch nicht gelernt hat, wofür es dieses Geld einsetzen soll, wovor es als Diener Gottes Acht haben muss und was richtig oder falsch ist, dann wird dieses Erbe für das Kind kein Segen, sondern eher ein Unheil sein. Deshalb müssen wir unseren Kindern vor allem einen guten Charakter als Erbe hinterlassen. Dafür müssen wir uns Zeit für ihre Erziehung nehmen. Kinder wachsen nicht einfach von selbst heran. Entweder führen wir sie auf einen guten Weg oder wir bringen sie selbst mit guten Dingen in Berührung und zeigen ihnen gute Vorbilder. Wir müssen sie ermutigen, mit guten und anständigen Menschen zusammen zu sein, bei ihnen bleiben und selbst ein Vorbild sein.

Denn sobald wir sie sich selbst überlassen, gibt es Menschen, die sie in sehr schlechte Richtungen ziehen wollen. Ob nah oder fern. Vor den Schulen gibt es Menschen, die Kinder an Drogen gewöhnen wollen. Lässt man sie allein im Zimmer, gibt es im Internet auf der anderen Seite der Leitung Menschen, die sie zu unvorstellbaren Übeln verleiten können.

 

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