Islam und Koran

Gratuliert man zum Eid auch Nicht-Fastenden?

Soweit ich weiß, ist das Fest des Fastenbrechens (ʿĪd al-Fir) das Fest derjenigen, die gefastet haben. Darf man von hier ausgehend diejenigen besuchen, die nicht gefastet haben? Darf man ihnen zum Fest gratulieren?

Das Fest des Fastenbrechens ist für diejenigen, die gefastet haben. Allah der Erhabene sagt in Sure al-Baqara, Vers 185, nachdem Er die Bestimmungen zum Fasten erläutert hat, dass Kranken und Reisenden eine Frist gewährt wird, damit sie die Anzahl der Tage nachholen können. Außer Kranken und Reisenden hat niemand die Erlaubnis, das Fasten zu brechen. Etwa: „Ich habe in der Nacht keine Absicht gefasst“ und Ähnliches. So etwas gibt es nicht. Im Ramadan musst du fasten. Es gibt keine zusätzliche Bedingung wie eine gesonderte Absichtserklärung. Allah hat es befohlen, also fastet man an diesem Tag. Wenn man krank oder auf Reisen ist, ist das eine andere Angelegenheit. Doch man bringt die Leute dazu, sich selbst in allerlei unnötige Konstruktionen zu verstricken.

Dort heißt es: وَلِتُكَبِّرُوا اللّٰهَ عَلٰى مَا هَدٰيكُم Was bedeutet تُكَبِّرُوا اللّٰهَ?
Das bedeutet: Allah den Takbīr sprechen, also die Größe Allahs verkünden.
Man sagt: Allāhu akbar, Allāhu akbar. Was macht man also? Am Morgen spricht man den Takbīr zu Allah, entsprechend der Weise, die Er euch gezeigt hat. وَاَقِمِ الصَّلٰوةَ لِذِكْر۪ي sagt Allah der Erhabene im 14. Vers der Sura Taha und befiehlt es Musa (a.s.). Er sagt: „Verrichte das Gebet zu Meinem Gedenken.“

Auch der Takbīr ist ein Gedenken Allahs, ein Offenlegen Seiner Größe. Wo soll dies besonders geschehen? Im Gebet. Wann endet also der Ramadan? Gemäß der Sure Yā-Sīn folgt auf den Tag die Nacht. Und wann endet die Nacht? Mit dem Sonnenaufgang. Somit endet der Monat Ramadan mit dem Sonnenaufgang am ersten Tag des Festes. Und wann ist danach die erste Zeit für das Gebet? Nachdem die verbotene Zeit verstrichen ist, also zur Duḥā-Zeit. Zu diesem Zeitpunkt spricht man die Takbīre. Deshalb gibt es im Festgebet zusätzliche Takbīre. Genau darauf weist dieser Vers hin, ebenso wie Sure al-Ḥaǧǧ, Vers 37. Auch in Vers 37 der Sure al-Ḥaǧǧ findet sich im Zusammenhang mit dem Opferfest eine ähnliche Aussage. Selbstverständlich bezieht sich dies vollständig auf diejenigen, die gefastet haben.

Wenn jedoch Menschen, die nicht gefastet haben, kommen und zum Fest gratulieren, so ist an diesem gegenseitigen Beglückwünschen nichts auszusetzen. Man muss mit den Menschen gut auskommen. Wir sollen gut mit den Menschen umgehen. Vielleicht ergibt sich dadurch die Gelegenheit, einmal einen Vers vorzulesen oder etwas Richtiges zu erklären. Man kann sagen: „Möge euer Fest gesegnet sein.“ Es gibt kein Urteil, das dies verbieten würde. Dennoch beziehen sich diese Angelegenheiten im Kern auf die Gläubigen.

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