Deutet Vers 3 der Sure an-Nur darauf hin, dass Unzuchtbegeher den Glauben verlassen haben? Zeigt der Ausdruck „diese sind den Gläubigen verboten“ am Ende des Verses darauf hin?
Nun, im 3. Vers der Sure an-Nur heißt es über eine Person, die Unzucht begeht:
„اَلزَّان۪ي لَا يَنْكِحُ اِلَّا زَانِيَةً اَوْ مُشْرِكَةًۘ“ „Ein Ehebrecher heiratet nur eine Ehebrecherin oder eine Götzendienerin.“ Da sowohl eine Ehebrecherin als auch eine Götzendienerin erwähnt werden, müssen beide unterschiedlich eingeordnet werden. Ein gläubiger Ehebrecher heiratet also entweder eine gläubige Ehebrecherin oder eine Götzendienerin. Allah der Erhabene zählt z. B. in der Sure an-Nisa die Frauen auf, die zur Ehe verboten sind. Im 24. Vers der Sure an-Nisa heißt es: „وَاُحِلَّ لَكُمْ مَا وَرَٓاءَ ذٰلِكُمْ اَنْ تَبْتَغُوا بِاَمْوَالِكُمْ مُحْصِن۪ينَ“ „Alles darüber hinaus ist euch erlaubt, sofern ihr mit eurem Vermögen (Brautgabe) heiratet und euch vor Unzucht schützt.“ „مُحْصِن۪ينَ غَيْرَ مُسَافِح۪ينَۜ“ „als Keusche, nicht als solche, die Unzucht begehen.“ Auch in der Sure al-Maida, Vers 5, wird erwähnt, dass unter den Leuten der Schrift solche sind, die nach der Verkündigung weiterhin Juden oder Christen bleiben. Das heißt, sie stehen in einem anderen Glaubenszustand, und Allah bezeichnet sie ebenfalls in bestimmter Weise und erwähnt, dass sie teils Gegner der Gläubigen sind. Dennoch wird erlaubt, ihre Frauen zu heiraten – unter der Bedingung, dass sie „مُحْصَنَات“ (keusch) sind, also sich geschützt haben. Auch für die Männer wird „مُحْصِن۪ينَ“ gesagt: Sie sollen sich schützen. „غَيْرَ مُسَافِح۪ينَۜ“ bedeutet, keine unrechtmäßigen Beziehungen einzugehen, „وَلَا مُتَّخِذ۪ٓي اَخْدَانٍۜ“ und keine heimlichen Liebesbeziehungen zu haben. Im Koran ist die Keuschheit der Ehepartner eine unverzichtbare Voraussetzung.
Da jedoch viele Rechtsschulen diese Verse nicht ausreichend berücksichtigen, haben Menschen Schwierigkeiten, sie richtig zu verstehen. Wer Unzucht begeht, hat sich nicht geschützt. Er kann daher nur jemanden heiraten, der ebenfalls Unzucht begeht, oder eine Götzendienerin – auch wenn diese keine Unzucht begangen haben muss.
Wann ändert sich das? Wenn er bereut und sich bessert, hat er wieder die Möglichkeit, eine keusche Frau bzw. einen keuschen Mann zu heiraten. Andernfalls sind sowohl der ehebrecherische Mann als auch die ehebrecherische Frau weiterhin Muslime, jedoch als sündige Menschen von Allah beschrieben.





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