Die Religion im Koran Gesellschaft & Rechte Glaubensgrundsätze

Die Religion als Befreier des Menschen – Prof. Dr. Hasan Onat

Die Religion als Befreier des Menschen

 

von Prof. Dr. Hasan Onat

 

 

Der Mensch ist ein mit einzigartigen Begabungen ausgestattetes Wesen. Menschen verfügen über einen freien Willen und können sich ihres Verstandes bedienen.

Denn Gott erschuf den Menschen auf eine unnachahmliche Art und Weise. Er sandte eine Botschaft als Wegweiser in allen Lebenslagen herab und gab dem Menschen zu verstehen, dass die Glückseligkeit mithilfe der richtigen Nutzung des Verstandes möglich ist.

Die Religion fungiert als Quelle der Inspiration bei der Bewerkstelligung vieler Probleme. Sie legt dem Menschen die Gutherzigkeit und Tugendhaftigkeit nahe.

Das wichtigste Ziel der Religion ist es, dem Leben einen Sinn zu geben. Um diesen Sachverhalt besser verstehen zu können, sollten wir den Begriff der Religion definieren. Eine zufriedenstellende Definition zu finden, welche von Allen akzeptiert wird, ist überaus schwierig. Außerdem gibt es Hunderte von Beispielen für den Versuch einer optimalen Definition.

 

Eine geläufige Definition besagt, die Religion sei „der Garant für die Glückseligkeit in beiden Welten, welcher gleichzeitig auf freiem Willen beruht“. Wenn wir jedoch den Islam als Grundlage unserer Definition akzeptieren, so müssen wir uns an den universell geltenden koranischen Werten orientieren.

Dabei muss die Einzigartigkeit Gottes im Mittelpunkt stehen. Denn dieser Grundsatz der Religion gewährleistet, dass der Mensch sich keine Gottheit außer Allah erlauben darf. Auch der Glaube an die Propheten und der Glaube an das Jenseits sind zwei wichtige Grundpfeiler des Islamischen Glaubens.

Die Religion verleiht dem Leben einen Sinn und erlaubt ihm seine Talente zu entfalten und zu entwickeln. Somit trägt sie aktiv zu einer positiven Lebensgestaltung bei. Dabei spielt das gesunde Verhältnis zwischen Mensch und Schöpfer eine herausragende Rolle.

 

„Die da sprechen: «Unser Herr ist Allah», und danach fest bleiben – keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie trauern.

Sie sind des Gartens Bewohner; darin sollen sie weilen auf immer: eine Belohnung für das, was sie zu tun pflegten.“

 Sure Ahqaf, Verse 13-14

 

Wenn der Mensch keinen Sinn im Leben vorfinden kann, so sind seine Möglichkeiten der Entfaltung beschränkt. Die Religion ermöglicht dem Menschen neue Möglichkeiten und verweist auf den Wert des Menschen bei Gott und die vielfältigen Besonderheiten des menschlichen Seins.

 

So kann der Mensch seine Lebensenergie effizient verwalten und einsetzen. Der Mensch wird erst dann zufrieden sein, wenn er sich verwirklichen kann. Gott hat die Botschaft dem Menschen als Offenbarung herabgesandt. Dem Menschen steht es offen, davon zu profitieren oder sie unbeachtet zu lassen. Doch verspricht Gott denjenigen die Belohnungen zu, welche die Botschaft annehmen und seine Ratschläge beherzigen.

 

Die Religion verfolgt die Intention, den Menschen aus seiner Sinnkrise zu befreien und ihm seine Bedeutung als Höchstes aller Wesen bewusst zu machen. Sie appelliert an den Menschen sich zu verwirklichen und gleichzeitig die Tugend zu wahren und zu verbreiten. So soll der Mensch dazu beitragen, sein Umfeld zu einem besseren Ort zu gestalten.

 

Gott hat den Menschen mit speziellen Gaben ausgezeichnet. Insbesondere der Drang nach Gestaltung stellt eines der wertvollsten Gaben Gottes dar. Auch die Suche nach der Glückseligkeit und der inneren Zufriedenheit stellt eines der elementaren Ziele des Lebens dar. Die Religion versteht die Sorgen und Sehnsüchte des Menschen und bietet verständliche und praktikable Lösungsansätze an.

Der Mensch wird erst dann ein zufriedenstellendes Leben führen könne, wenn er seine gottgegebenen Fähigkeiten und Talente zum Vorschein bringen kann.

 

„Wahrlich, Wir haben den Menschen in schönstem Ebenmaß erschaffen.“

Sure Tin (Die Feige), Vers 4

 

„Dann formte Er ihn und hauchte ihm von Seinem Geiste ein. Und Er hat euch Ohren und Augen und Herzen gegeben. Aber wenig Dank wißt ihr!“

 Sure Sadschdah (Die Anbetung), Vers 9

 

„Und als dein Herr zu den Engeln sprach: «Ich will einen Statthalter auf Erden einsetzen», sagten sie: «Willst Du denn dort solche Wesen haben, die darauf Unfrieden stiften und Blut vergießen? – und wir loben und preisen Dich und rühmen Deine Heiligkeit.» Er antwortete: «Ich weiß, was ihr nicht wißt.»“

 Sure Baqarah (Die Kuh), Vers 30

 

„Und Er hat euch dienstbar gemacht, was in den Himmeln und was auf Erden ist; alles ist von Ihm. Hierin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“

Sure Dschathiyah (Das Beugen des Knies), Vers 13

 

Gott hat dem Menschen weitreichende Freiheiten ermöglicht. Der Mensch ist frei seinem Willen zu folgen und sich seines Verstandes zu bedienen. So gesehen stellt das Leben auch eine Prüfung dar. Inmitten dieser Prüfung wird dem Menschen nahe gelegt, sich für das Richtige zu entscheiden.

 

Die Religion schafft ein Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens. Dieses Gefühl stellt eines der zentralen Bedingungen für ein von Freiheit und von Möglichkeiten bereichertes Leben dar.

Gleichzeitig ermöglicht Gott dem Menschen weitreichende Freiheiten. So muss jeder für sich selbst entscheiden, woran er glaubt und wie er sein Leben gestalten möchte. Denn im Glauben darf kein Zwang herrschen. Sie stellt einen frei gewählten Pfad der Verantwortung und der Freiheit dar.

 

„Es soll kein Zwang sein im Glauben. Gewiß, Wahrheit ist nunmehr deutlich unterscheidbar von Irrtum; wer also sich von dem Verführer nicht leiten läßt und an Allah glaubt, der hat sicherlich eine starke Handhabe ergriffen, die kein Brechen kennt; und Allah ist allhörend, allwissend.“

 Sure Baqarah (Die Kuh), Vers 256

 

So kann niemand zu religiösen Praktiken oder zum Glauben gezwungen werden. Denn die Annahme der Botschaft stellt eine freiwillig zu erfolgende Handlung dar.

 

„Und verfolge nicht das, wovon du keine Kenntnis hast. Wahrlich, das Ohr und das Auge und das Herz – sie alle sollen zur Rechenschaft gezogen werden.“

 Sure Isra (Die Nachtwanderung), Vers 36

 

Der Gläubige sollte bewusst wählen und bewusst leben. Wer sich seiner eigenen Existenz bewusst ist, kann bewusst leben und lernt seine von Gott offenbarten Fähigkeiten und Möglichkeiten zu schätzen.

 

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