Der Koran Die Religion im Koran Koran als Quelle

Die ,,Parallelreligionen” und die Nichtkenner des Buches (Korans)

Religionen werden gerne von herrschsüchtigen Menschen missbraucht, um ihre bösen Absichten durchzusetzen. Umso mehr sich die Muslime von der Quelle des Islams, dem Koran, abwenden, desto mehr sind sie den Irrlehren der ,,Parallelreligionen“ ausgesetzt.

Die ,,Parallelreligionen” und die Nichtkenner des Buches (Korans)

Prof. Dr. Abdulaziz Bayındır

Die ,,Parallelreligion” ist eine Religion, die sich gebildet hat in Konkurrenz zur wahren Religion Gottes, um an ihre Stelle zu treten. Sie wird von denjenigen gegründet, die die Religion Gottes für ihre eigenen Vorteile ausnutzen wollen. Wir können feststellen, dass die meisten jetzigen Religionsinstitutionen heutzutage einen festen Boden zum Gedeihen dieser Religionen darstellen. Es wird in diesen Institutionen dermaßen perfekt gearbeitet, dass viele Menschen glauben, es handele sich hierbei um das wirkliche Wissen der Religion Gottes. Die ,,Parallelreligion” nimmt deswegen allmählich den Platz der Religion Gottes ein, weil sie durch die Ausnutzer-Gruppen unterstützt wird, die sich in einem erkrankten Milieu ständig vermehren. In solchen Milieus werden die wahren und richtigen Anhänger der Religion Gottes als unreligiöse Abtrünnige angesehen. Sie werden ohne Begründung verurteilt.

Die größtmöglichste Ausnutzung ist die Ausnutzung  der Religion. Gott sagt in Kapitel 7, Al-Araf, Vers 30:

سورة الأعراف(7)

بسم الله الرحمن الرحيم

فَرِيقًا هَدَى وَفَرِيقًا حَقَّ عَلَيْهِمُ الضَّلَالَةُ إِنَّهُمُ اتَّخَذُوا الشَّيَاطِينَ أَوْلِيَاءَ مِنْ دُونِ اللَّهِ وَيَحْسَبُونَ أَنَّهُمْ مُهْتَدُونَ (30).

    (30) ,,Eine Schar hat Er geleitet, einer anderen aber wurde nach Gebühr Irrtum zuteil, da sie sich die Satane zu Beschützern außer Allah genommen hatten; und (sie) meinen, sie seien rechtgeleitet.“

Aufgrund des oben erwähnten Verses betrachtet sich jeder als religiösen Menschen. Da die Religiosität zur menschlichen Natur gehört, ist das Ausnutzungsfeld sehr groß.

,,Awliya“ ist im Arabischen die  Pluralform von ,,Wali“, was einer ist, der einem am nächsten steht. Es kann aber auch heißen, dass ein anderer die Durchführung gewisser Aufgaben übernimmt oder zumindest Hilfe leistet. Wir als Muslime erfahren das, was Gott von uns möchte, alleine durch sein Buch. Darum wollen die sich vergöttlichenden Satane ihre Meinungen anstelle des heiligen Buches verbreiten lassen. Der Vers 23 des Kapitels 45, Al-Jathiya, spricht genau über sie:

سورة الجاثية(45)

بسم الله الرحمن الرحيم

أَفَرَأَيْتَ مَنِ اتَّخَذَ إِلَهَهُ هَوَاهُ وَأَضَلَّهُ اللَّهُ عَلَى عِلْمٍ وَخَتَمَ عَلَى سَمْعِهِ وَقَلْبِهِ وَجَعَلَ عَلَى بَصَرِهِ غِشَاوَةً فَمَنْ يَهْدِيهِ مِنْ بَعْدِ اللَّهِ أَفَلَا تَذَكَّرُونَ(23).

23) ,,Hast du den gesehen, der sich sein eigen Gelüst zum Gott nimmt und den Allah zum Irrenden erklärt auf Grund (Seines) Wissens und dem Er Ohren und Herz versiegelt und auf dessen Augen Er eine Decke gelegt hat? Wer sollte ihn wohl richtig führen außer Allah? Wollt ihr euch da nicht ermahnen lassen?“

Jeder Muslim weiß, dass der Koran immer an erster Stelle kommt. Wer den Koran aber an die  zweite Stelle setzt, besonders dann, wenn er (der Koran) gegen seine eigenen persönlichen Vorteile ist, der hat sicherlich, falls er dies nicht als absurd ansieht, sein Verhältnis zu Gott unterbunden. Wer sich so verhält und die Religion Gottes missbraucht, der hat sich zwischen Gott und den Menschen gestellt. Das ist eine sehr große und gefährliche Sünde. Dies wird in den Versen 2 u. 3 des Kapitels 14, Abraham, klar gemacht:

سورة إبراهيم(14)

بسم الله الرحمن الرحيم

اللَّهِ الَّذِي لَهُ مَا فِي السَّمَاوَاتِ وَمَا فِي الْأَرْضِ وَوَيْلٌ لِلْكَافِرِينَ مِنْ عَذَابٍ شَدِيدٍ (2) الَّذِينَ يَسْتَحِبُّونَ الْحَيَاةَ الدُّنْيَا عَلَى الْآخِرَةِ وَيَصُدُّونَ عَنْ سَبِيلِ اللَّهِ وَيَبْغُونَهَا عِوَجًا أُولَئِكَ فِي ضَلَالٍ بَعِيدٍ (3).

2) ,,Gott hat alles, was es in den Himmeln und auf Erden gibt, geschaffen. Wehe den Ungläubigen! Auf sie wartet eine qualvolle Strafe.

3) Sie ziehen das diesseitige Leben dem Jenseits vor, halten die Menschen vom Pfad Gottes ab und streben krumme Wege an. Sie sind eindeutig im Irrtum.“

,,Krumm“ bedeutet ,,verbogen”, ,,gebeugt” oder ,,abgeändert”. Wenn man den Koran gut kennt, kann man durch  Überlegen diese Änderungen sofort erkennen. Wenn einer aber nun die bekannten Regeln und Gesetze des Islams zu beugen, sprich krumm zu machen, versucht, muss er unbedingt über tiefe Kenntnisse dieser Religion Gottes verfügen. So ist er einerseits irre gegangen, und zum anderen hat er andere irregeführt. Die Verse 6 und 7 des Kapitels 31, Luqman, erzählt von denjenigen, die so etwas ,,Abgeändertes“ akzeptieren:

سورة لقمان (31)

بسم الله الرحمن الرحيم

وَمِنَ النَّاسِ مَنْ يَشْتَرِي لَهْوَ الْحَدِيثِ لِيُضِلَّ عَنْ سَبِيلِ اللَّهِ بِغَيْرِ عِلْمٍ وَيَتَّخِذَهَا هُزُوًا أُولَئِكَ لَهُمْ عَذَابٌ مُهِينٌ (6) وَإِذَا تُتْلَى عَلَيْهِ آيَاتُنَا وَلَّى مُسْتَكْبِرًا كَأَنْ لَمْ يَسْمَعْهَا كَأَنَّ فِي أُذُنَيْهِ وَقْرًا فَبَشِّرْهُ بِعَذَابٍ أَلِيمٍ (7).

6) ,,Mancher Ungläubige prägt sich unsinniges Gerede ein und verbreitet es, um die Menschen ohne Wissen von Gottes Weg abirren zu lassen und über Gottes Offenbarung zu spotten. Ihnen zollt entehrende qualvolle Strafe.

7) Wenn ihm Unsere Verse vorgetragen werden, wendet er sich überheblich ab, als hätte er sie nicht gehört und als wären seine beiden Ohren von Taubheit befallen. Dem verkünde eine qualvolle Strafe!”

Das Zusammentreffen der Ausnutzer mit den Religionswissenschaftlern, die das hiesige Leben bevorzugen und nicht das Jenseits, führt zur Entstehung der ,,Parallelreligion”. Die Menschen, die dem Eigennutz verfallen sind, achten nicht mehr auf diejenigen, die die Wahrheit sagen. Ein türkisches Beispiel sagt: ,,Wer die Wahrheit sagt,  wird aus neun Dörfern verjagt“. Diese Person, die versucht, gegen die Unwahrheit zu kämpfen, wird im zehnten Dorf geehrt, wenn sie sich geduldet. Wenn die anderen neun Dörfer ihren Fehler begreifen, werden sie alle dem zehnten folgen.

In vielen Koranversen befiehlt Gott, an seinem Buch ganz festzuhalten und es niemals loszulassen. Diesbezüglich wird in Vers 103 des Kapitels 3, Ali-Imran, geschildert:

سورة آل عمران(3)

بسم الله الرحمن الرحيم

وَاعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللَّهِ جَمِيعًا وَلَا تَفَرَّقُوا (103).

 103),,Und haltet allesamt fest an der Verbindung mit Allah (wa-`tasimuu bi-habli llaahi) und teilt euch nicht (in verschiedene Gruppen)!”

Im folgenden Vers (159; Kapitel 6, Al-Anam) sagt Gott, dass wir keine Verhältnisse mit denjenigen haben sollen, die sich von der Religion Gottes abgetrennt haben und anderen ,,krummen“ Wegen nachgehen:

سورة الأنعام (6)

بسم الله الرحمن الرحيم

إِنَّ الَّذِينَ فَرَّقُوا دِينَهُمْ وَكَانُوا شِيَعًا لَسْتَ مِنْهُمْ فِي شَيْءٍ إِنَّمَا أَمْرُهُمْ إِلَى اللَّهِ ثُمَّ يُنَبِّئُهُمْ بِمَا كَانُوا يَفْعَلُونَ (159)

159),,Mit jenen aber, die zur Spaltung ihrer Religion beitrugen und zu Parteien geworden sind, hast du nichts Gemeinsames. Ihre Angelegenheit wird sicherlich von Allah beurteilt werden; dann wird Er ihnen verkünden, was sie getan haben.”

Das Nichtverstehen der Weisheit, die der Koran meint, hat eine große Lücke gebildet, die durch verkehrt denkende Wissenschaftler ausgefüllt wurde. Dies führte zur Spaltung der Muslime in verschiedene Sekten.

Die Weisheit ist die richtig gefällte, dem Koran entnommene Beurteilung. Alle Methoden und Wege, wie man sie (die Weisheit) aus dem Koran ableiten kann, ist detailliert im Koran selbst aufgeführt. Gott hat so etwas Wichtiges nicht dem eigenen Fleiß des Menschen überlassen. Der Prophet Mohammed hat sie seinen Gefährten beigebracht und selber lebenslang praktiziert. Die Lösungen, die im Koran beinhalten sind, können nur durch sie (die Weisheit) gefunden werden, denn Gott alleine hat das Recht, sein Buch zu deuten. Diesbezüglich sagt Gott in den Versen 1 und 2 von Kapitel 11, Hud:

سورة هود(11):

بسم الله الرحمن الرحيم

الر كِتَابٌ أُحْكِمَتْ آيَاتُهُ ثُمَّ فُصِّلَتْ مِنْ لَدُنْ حَكِيمٍ خَبِيرٍ (1) أَلَّا تَعْبُدُوا إِلَّا اللَّهَ إِنَّنِي لَكُمْ مِنْهُ نَذِيرٌ وَبَشِيرٌ (2).

1),,Alif-lam-ra. Dies ist eine Schrift, deren Ayat (Verse) in vollendeter Weisheit ausformuliert wurden, dann erläutert wurden von Einem Allweisen, Allkundigen.

2) Dient nichts außer ALLAH! Gewiss, ich bin für euch von Ihm ein Warner und ein Überbringer froher Botschaft.“

Wie oben erwähnt, können wir zu den detaillierten Erklärungen der verschiedenen Verse nur durch die Grundregel kommen, die Gott im Koran klar gesagt hat. Jede andere Methode bedeutet, dass man sich an Stelle Gottes setzt. Leider können wir heute kaum eine nicht verfälschte Deutung der verschiedenen Verse finden. Es gibt keine einzige Rechtsschule von den vier bekannten, die akzeptiert, dass Gott selbst den Koran erklärt hat. Darum haben deren Wissenschaftler es gewagt, die Deutung des Korans zu übernehmen. So entstanden alle Interpretationsbücher (Tefsir). Daraufhin sind viele religiöse Begriffe verfälscht worden, wie z. B. der Begriff ,,Al-Kadar“(Schicksal). In diesen Tefsir-Büchern steht, dass die Prüfung Gottes für seine Diener nur eine symbolische und nicht eine wirkliche Prüfung ist.

Es gibt noch sehr viele andere Themen, die anders, als das, was im Koran steht, erklärt und gedeutet worden sind, wie z. B. die Sklaverei; die Dienerinnen; das Recht der Frau, sich scheiden zu lassen; das Heiraten von jungen, körperlich unreifen Mädchen; die Verantwortung bei Eheschließung, das Töten von Konvertiten und vieles anderes mehr. All diese verfälschten und abgeänderten Erklärungen haben sich verbreitet und sind den Leuten als richtige Wissenschaften angeboten worden. Die Rede über Zinsen ist so formuliert worden, dass sie dafür Tor und Tür geöffnet hat, während sie die Tür für den Handel schließt.

Die Muslime besitzen heute die größten Schätze der Welt. Sie wissen trotzdem nicht, dass sie reich sind. Im Gegenteil! Sie wirken, als ob sie Bettler wären, die sogar von den Armen belächelt werden. Das ist eine natürliche Folge der Abwendung vom Koran und des Sichbeschäftigens mit etwas anderem.

Die Probleme der verschiedenen Gesellschaften sind noch nicht gelöst, weil die Weisheit verloren gegangen ist. Es sind, der Erwartung entgegengesetzt, noch mehr Probleme hinzugekommen. So haben die islamischen Populationen heute die meisten Probleme auf Erden. In den islamischen Unterrichtszentren werden die übernommenen Lektionen mitsamt deren Fehlern unverbessert weiter gelehrt. Dies lässt die Menschen heute die Religion ohne jegliche Kritik annehmen. Vielleicht gibt  es für sie eine rettende Entschuldigung am Tage der Auferstehung, wie dies in den Versen 78 u. 79 von Kapitel 2, Al-Bakara, mitgeteilt  wird:

سورة البقرة(2):

بسم الله الرحمن الرحيم

وَمِنْهُمْ أُمِّيُّونَ لَا يَعْلَمُونَ الْكِتَابَ إِلَّا أَمَانِيَّ وَإِنْ هُمْ إِلَّا يَظُنُّونَ (78) فَوَيْلٌ لِلَّذِينَ يَكْتُبُونَ الْكِتَابَ بِأَيْدِيهِمْ ثُمَّ يَقُولُونَ هَذَا مِنْ عِنْدِ اللَّهِ لِيَشْتَرُوا بِهِ ثَمَنًا قَلِيلًا فَوَيْلٌ لَهُمْ مِمَّا كَتَبَتْ أَيْدِيهِمْ وَوَيْلٌ لَهُمْ مِمَّا يَكْسِبُونَ (79).

78),,Es gibt Unwissende unter ihnen, die das Buch nicht kennen, sondern nur Wunschvorstellungen folgen; und sie stellen nichts anderes als Vermutungen an.

79) Doch wehe denen, die das Buch mit ihren eigenen Händen schreiben und dann sagen: ,Dies ist von Allah’, um dafür einen geringen Preis zu erlangen! Wehe ihnen also ob dessen, was ihre Hände geschrieben und wehe ihnen ob dessen, was sie erworben haben!“

Einige werden am Jüngsten Tage vielleicht wegen ihres Unwissens vor der Strafe gerettet. Aber diejenigen, die es genau wussten und trotzdem auf ihrem Irrweg beharrten, werden aber bestraft, wie es die Verse 7 u. 8 des Kapitels 45, Al-Jathiya, ankündigen:

سورة الجاثية(45):

بسم الله الرحمن الرحيم

وَيْلٌ لِكُلِّ أَفَّاكٍ أَثِيمٍ (7) يَسْمَعُ آيَاتِ اللَّهِ تُتْلَى عَلَيْهِ ثُمَّ يُصِرُّ مُسْتَكْبِرًا كَأَنْ لَمْ يَسْمَعْهَا فَبَشِّرْهُ بِعَذَابٍ أَلِيمٍ (8).

7) ,,Wehe jedem Lügner, der sich die schwersten Sünden aufbürdet,

8) der Gottes Verse hört, wie sie ihm vorgetragen werden und doch hochmütig auf seiner Ablehnung beharrt, als habe er sie nicht gehört! Verkünde ihm anstatt der Freudenbotschaft eine qualvolle Strafe!“

 

Geschrieben

von Prof. Dr. Abdulaziz Bayındır

Übersetzt

von Asc. Prof. Dr. Abdulhamid Gehani

Deutschsprachige Aufsicht:

Frau Hatice Göktaş

Istanbul,  15.12.2016

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