Die Methodik des Koran Die Religion im Koran Glaubensgrundsätze Koran als Quelle

Die göttliche Botschaft und sein Verhältnis zum Menschen

Jeder Mensch kommt in einem bestimmten Kulturkreis auf die Welt und wird sozusagen in einen Glauben hineingeboren. Ist es richtig, diesen Glauben bedingungslos und ohne zu hinterfragen, anzunehmen? Der Koran thematisiert diesen Umstand und regt zum Nachdenken an.

Die göttliche Botschaft und sein Verhältnis zum Menschen

Erdem Uygan

„Sprich: „Besinnt euch: Wenn es von Allah ist und ihr glaubt nicht daran – wer ist irrender als einer, der weit weg ist?“ (Fussilat, Vers 52)

Fragen über die Wahrhaftigkeit des Koran zu stellen stellt für Muslime ein Hindernis dar. Denn es gibt immer wieder Stimmen, die solche und ähnliche Fragen als Sünde betrachten. Doch unabhängig von der Religionszugehörigkeit sollte sich jeder Mensch folgende Frage stellen: „Und wenn ihnen gesagt wird: ,Befolget, was Allah herabgesandt hat‘, sagen sie: ,Nein, wir wollen dem folgen, worin wir unsere Väter vorgefunden.‘ Wie! wenn selbst ihre Väter keinen Verstand hatten und nicht auf dem rechten Wege wandelten?“ (Die Kuh, Vers 170)

Es stellt sich heraus, dass Fragen des Glaubens und des Glaubensinhaltes eine zentrale Rolle im Leben des Menschen spielen. Die Antworten auf diese Fragen finden sich in den besagten Versen. Wir dürfen die Praktiken unserer Vorfahren nicht bedingungslos annehmen. Wir müssen sie hinterfragen und nur das Beste entnehmen. Als Quelle dient uns hier unser menschlicher Verstand, welche eines der größten Gaben Gottes darstellt. Im Koran werden die Praktiken der Vorfahren nicht pauschal abgelehnt. Es wird viel mehr darauf hingewiesen, dass Fehler bestehen und die Religion Gottes die einzig richtige Quelle darstellt. Was will der Koran also von uns? Welche Folgen ergeben sich für den Menschen wenn man sich den religiösen Geboten fügen soll? Können wir uns der Authentizität des Koran sicher sein? Entsprechen wir nicht dem besagten negativen Beispiel im Koran, wenn wir die Religion unserer Eltern ohne zu hinterfragen annehmen? „Sprich: ,Besinnt euch: Wenn es von Allah ist und ihr glaubt nicht daran – wer ist irrender als einer, der weit weg ist?’“ (Fussilat, Vers 52)

Dieser Vers behauptet, dass der Glaube an Allah den richtigen Glauben darstellt. Gleichzeitig ermutigt er den Menschen diese Erkenntnis zu erlangen und dementsprechend zu forschen und sich mit der Schöpfung auseinanderzusetzen. „Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Wir hinabgesandt haben zu Unserem Diener, dann bringt eine Sura hervor wie diesen (Koran) und ruft eure Helfer auf außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid.“ (Die Kuh, Vers 23)

Wir erkennen hier, dass sich der Mensch auch mit der Frage auseinander zu setzen hat, ob der Koran tatsächlich göttlichen Ursprungs ist. Gleichzeitig ermahnt uns Gott, seinen Worten zu vertrauen und fordert alle Ungläubigen heraus, eine vergleichbare Botschaft hervorzubringen. Um diese Voraussetzungen erfüllen zu können, müssen wir uns mit der Essenz des Koran befassen. Es existieren viele Verse, welche das gedankliche Grundgerüst des Koran widerspiegeln. Der Koran behauptet von sich, Gottes Wort zu sein und als solches in Form einer Botschaft herabgesandt worden zu sein. „Siehe, dies ist eine Offenbarung vom Herrn der Welten.“ (Die Dichter, Vers 192)

„Alif Lám Rá. Ein Buch, das Wir zu dir hinabgesandt haben, auf daß du die Menschheit aus den Finsternissen zum Licht führen mögest nach ihres Herrn Gebot auf den Weg des Allmächtigen, des Preiswürdigen.“ (Abraham, Vers 1)

Wenn der Koran einen Wahrheitsanspruch besitzt, so muss er solche Wahrheiten enthalten, welche nicht zu ignorieren sind. Wenn die Versicherung unfehlbar zu sein von Gott kommt, so müssen auch die Antworten von Gott kommen. Denn keine Antwort außer die Antwort Gottes könnte den Menschen zufriedenstellen. Wenn der Mensch einem an eine Botschaft glauben soll, die sein Leben verändert, so muss er sich des göttlichen Ursprungs vollkommen sicher sein. Den Worten von Menschen sein vollstes Vertrauen zu schenken ist unmöglich. Denn der Mensch handelt allzu oft nach seinen eigenen persönlichen Vorlieben und Zielen. „Und wenn du der Mehrzahl derer auf Erden gehorchest, werden sie dich wegführen von Allahs Weg. Sie folgen nur einem Wahn, und sie vermuten bloß.“ (Anam, Vers 116)

Genau aus diesem Grund ist es nicht angebracht, die Rituale und Praktiken der Vorfahren blindlings zu übernehmen. Letztendlich können wir nur Diener Gottes sein. ,,Alif Lám Rá. Ein Buch, dessen Verse unveränderlich gefügt, dann im einzelnen erklärt worden sind, von einem Allweisen, Allkundigen. (Es lehrt) dass ihr keinen anbeten sollt als Allah. Ich bin euch ein Warner und ein Bringer froher Botschaft von Ihm.“ (Sure Hüd, Verse 1-2)

Wir schließen daraus, dass wir die Beweise für die Authentizität des Koran in ihm selbst suchen müssen. Weil dies die Beweise von Gott sind, sind sie universal und überzeugend. Gleichzeitig sind sie aufgrund ihrer göttlichen Quelle somit auch für alle Gläubigen verbindlich. Der Koran tut dies mithilfe von drei verschiedenen Methoden. Diese Methoden werden sie nacheinander vorgestellt bekommen.

  • An die Anhänger früherer Religionen gerichtete Beweise

Der Koran muss besonders für die Andersgläubigen zufriedenstellende Beweise enthalten, um seinem Anspruch der vollkommenden Wahrheit gerecht zu werden. „Und (gedenket der Zeit) da Allah (mit dem Volk der Schrift) den Bund der Propheten abschloss (und sprach): ,Was immer Ich euch gebe von dem Buch und der Weisheit – kommt dann ein Gesandter zu euch, erfüllend, was bei euch ist, so sollt ihr unbedingt an ihn glauben und ihm unbedingt helfen.‘ Er sprach: ,Seid ihr einverstanden, und nehmet ihr diese Verantwortung Mir gegenüber an?‘ Sie sprachen: ,Wir sind einverstanden.‘ Er sprach: ,So bezeugt es, und Ich bin mit euch unter den Zeugen.‘ Wer sich nun danach abwendet – sie sind die Frevler.“ (Al-Imran, Verse 81-82)

Genauso wie Gott dem Menschen Beweise für die Richtigkeit der letzten Religion offenbart, haben die Menschen stets um zufriedenstellende Beweise gefragt. ,,,Nein‘, sagen sie, ,aber wirre Träume; nein, er hat ihn erdichtet; nein, er ist (nur) ein Dichter. Möge er uns doch ein Zeichen bringen in der Art, wie die früheren (Propheten) entsandt wurden.'“ (Al-Anbiya, Vers 5)

Die Antwort des Koran an diese Menschen lautet wie folgt: „Und Wir entsandten vor dir lediglich Männer, denen Wir Offenbarung zuteil werden ließen – fragt nur diejenigen, die die Ermahnung besitzen, wenn ihr nicht wisset.“ (Al-Anbiya, Vers 7)

Es wird verdeutlicht, dass man auf der Suche nach neuem Wissen stets auf die richtigen Quellen Acht geben soll. Gleichzeitig wird verlangt, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und sein Leben danach auszurichten: „Und Wir machten ihnen nicht einen Leib, dass sie keine Speise äßen, noch dass sie ewig lebten. Dann erfüllten Wir ihnen das Versprechen; und Wir erretteten sie und wen Wir wollten; die Übertreter aber vernichteten Wir.“ (Al-Anbiya, Verse 8-9)

Doch nur dabei belässt es der Koran nicht. Weiterhin wird den Anhängern anderer Religionen nahegelegt, sich mit dem Ursprung und den Quellen ihrer Religionen zu beschäftigen. „Wir haben euch ein Buch hernieder gesandt, worin eure Ehre liegt; wollt ihr denn nicht begreifen?“ (Al-Anbiya, Vers 10)

„Und vor dir entsandten Wir nur Männer, denen Wir Offenbarung gegeben – so fraget die, welche die Ermahnung besitzen, wenn ihr nicht wisst – Mit deutlichen Zeichen und Schriften. Und Wir haben dir die Ermahnung hinabgesandt, auf dass du den Menschen erklären mögest, was ihnen hinabgesandt ward, und dass sie nachdenken.“ (An-Nahl, Verse 43-44)

Der Koran enthält gleichzeitig die Wahrheiten der vorherigen Botschaften. Denn die Quelle war und ist die gleiche. Der Koran rät den Menschen ihre eigenen Botschaften mit dem Koran zu vergleichen. Nur so könne man sich bewusst werden, dass an der Richtigkeit der letzten Botschaft keine Zweifel bestehen. Auch die religiösen Gelehrten anderer Religionen haben diesen Umstand schon zu Muhammads Zeiten erkannt und waren sich sicher, dass der Koran göttlichen Ursprungs ist. „Soll ich denn einen andern Richter suchen als Allah – und Er ist es, Der euch das Buch, deutlich gemacht, herabgesandt hat? Und jene, denen Wir das Buch gegeben haben, wissen, dass es von deinem Herrn mit der Wahrheit herabgesandt ward; deshalb solltest du nicht unter den Bestreitern sein.“ (Al-Anam, Vers 114)

„Diejenigen, denen Wir die Schrift zuvor gegeben – sie glauben daran.“ (Al-Qasas, Vers 52)

Die Art und Weise, wie der Koran zu verstehen ist wird sogar dem Propheten persönlich empfohlen: „Und wenn du im Zweifel bist über das, was Wir zu dir niedersandten, so frage diejenigen, die vor dir die Schrift gelesen haben. Fürwahr, die Wahrheit ist zu dir gekommen von deinem Herrn; sei also nicht der Zweifler einer.“ (Jonas, Vers 94)

Wir verstehen, dass die Erkenntnis über die Wahrhaftigkeit des Koran und die Einzigartigkeit Gottes von großer Bedeutung für die Gläubigen ist. „Und ganz gewiss ist er in den Schriften der Früheren (erwähnt). Ist es ihnen denn nicht ein Zeichen, dass die Kundigen unter den Kindern Israels ihn kennen?“ (Shuara, Verse 196-197)

Es wird betont, dass Menschen, welche gewillt sind die Wahrheit zu erkennen, den Koran als göttliche Botschaft akzeptieren werden. Menschen, welche die früheren Botschaften richtig verstanden und erfasst haben, erkennen ebenfalls den Wahrheitsanspruch des Koran an. „Haben sie denn das Wort nicht bedacht, oder ist zu ihnen gekommen, was nicht zu ihren Vorvätern kam?“ (Muminun, Vers 68)

„Und die, denen Wir die Schrift gegeben, freuen sich über das, was zu dir hinabgesandt ward. Und unter den Stämmen sind einige, die einen Teil davon leugnen. Sprich: ,Mir ward nur geboten, Allah zu dienen, und nicht, Ihm Götter zur Seite zu stellen. Zu Ihm rufe ich und zu Ihm ist meine Heimkehr.’“ (Rad, Vers 36)

Es wird verdeutlicht, dass die Angehörigen der früheren Botschaften auf ihren Erlöser gewartet haben. Mit der Ankunft dessen sollten sie nun zufrieden sein. „Die da folgen dem Gesandten, dem Propheten, dem Makellosen, den sie bei sich in der Thora und im Evangelium erwähnt finden – er befiehlt ihnen das Gute und verbietet ihnen das Böse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt hinweg von ihnen ihre Last und die Fesseln, die auf ihnen lagen -, die also an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm hinabgesandt ward, die sollen Erfolg haben.“ (Araf, Vers 157)

Da Gottes Wort der vollkommenen Wahrheit entspricht, kann es auch keine Zweifel bezüglich des Prophetentums Mohammeds geben. „Sie, denen Wir das Buch gaben, erkennen es, wie sie ihre Söhne erkennen. Jene aber, die ihre Seelen verderben, die wollen nicht glauben.“ (Anam, Vers 20)

Man kann sagen, dass Anhängern von früheren Botschaften empfohlen wird, die letzte und vollkommene Botschaft auf ihre Richtigkeit zu überprüfen, um sie somit sicheren Gewissens anzunehmen. Weil der Koran einen Wahrheitsanspruch besitzt, braucht er sich somit auch nicht vor irgendeiner kritischen Betrachtung zu scheuen.

  • Die Verse und ihre Beziehungen untereinander

„Wollen sie denn nicht über den Koran nachsinnen? Wäre er von einem andern als Allah, sie würden gewiss manchen Widerspruch darin finden.“ (Nisa, Vers 82)

Der Wahrheitsanspruch wird hier abermals unterstrichen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die göttliche Quelle unfehlbar ist. „Alif Lám Rá. Ein Buch, dessen Verse unveränderlich gefügt, dann im einzelnen erklärt worden sind, von einem Allweisen, Allkundigen. (Es lehrt) dass ihr keinen anbeten sollt als Allah. Ich bin euch ein Warner und ein Bringer froher Botschaft von Ihm.“ (Hud, Verse 1-2)

Wenn Gott von uns möchte, dass wir die Wahrheit erkennen, so muss er uns auch die richtigen Methoden und Herangehensweisen gezeigt haben: Hierbei sind uns die verschiedenen Verse von großer Hilfe. „Er ist es, Der das Buch zu dir herabgesandt hat; darin sind Verse von entscheidender Bedeutung – sie sind die Grundlage des Buches und andere, die verschiedener Deutung fähig sind. Die aber, in deren Herzen Verderbnis wohnt, suchen gerade jene heraus, die verschiedener Deutung fähig sind, im Trachten nach Zwiespalt und im Trachten nach Deutelei. Doch keiner kennt ihre Deutung als Allah und diejenigen, die fest gegründet im Wissen sind, die sprechen: ,Wir glauben daran; das Ganze ist von unserem Herrn‘ – und niemand beherzigt es, außer den mit Verständnis Begabten.“ (Al-Imran, Vers 7)

„Allah hat die schönste Botschaft, ein Buch, hinabgesandt, ein im Einklang (mit andern Schriften) stehendes, oft wiederholtes, vor dem denen, die ihren Herrn fürchten, die Haut erschauert, dann erweicht sich ihre Haut und ihr Herz zum Gedenken, Allahs. Das ist die Führung Allahs; Er leitet damit, wen Er will. Und wen Allah zum Irrenden erklärt, der soll keinen Führer haben.“ (Zumar, Vers 23)

„Ein Buch, dessen Verse klar gemacht worden sind – es wird viel gelesen; es ist in fehlerloser Sprache – für Leute, die Wissen besitzen.“ (Fussilat, Vers 3)

Verse, welche eine direkte Aufforderung darstellen, werden „Muhkem“ genannt. Demgegenüber werden die den „Muhkem-Versen“ ähnelnde Verse „Mutesabih“ genannt. Menschen, die sich ernsthaft mit der Botschaft im Koran auseinandersetzen, erkennen eine unvergleichliche Konfrontation mit der Wahrheit. Dies ähnelt dem Erstaunen beim Erblicken eines sternenklaren Himmels und der daraus resultierenden Ehrfurcht vor der Schöpfung. Die Beziehungen zwischen den Versen sind von großer Bedeutung für ein logisches Verständnis des Koran.

  • Wissenschaftliche Arbeit und naturwissenschaftliche Erkenntnisse

Der größte Beweis für die Wahrhaftigkeit des Koran ist der einzigartige Einklang innerhalb der Natur. Die Natur sollte als größte Gabe Gottes an den Menschen gesehen werden. Eine Vielzahl von Versen deutet auf diesen Umstand hin: „Bald werden Wir sie Unsere Zeichen sehen lassen überall auf Erden und an ihnen selbst, bis ihnen deutlich wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge ist über alle Dinge?“ (Fussilat, Vers 53)

Der Koran bietet dem Leser eine große Anzahl an zufriedenstellenden Beweisen für seine Wahrhaftigkeit. Diese Beweise kann man in verschiedene Bereiche einteilen. Der Mensch als Geschöpf Gottes wird direkt angesprochen. „Höret! sie sind im Zweifel über die Begegnung mit ihrem Herrn. Siehe, Er umfasst alle Dinge.“ (Fussilat, Vers 54)

„Und auf Erden sind Zeichen für jene, die fest im Glauben sind, Und in euch selber. Wollt ihr denn nicht sehen?“ (Fussilat, Verse 20-21)

Wir verstehen, dass alles von Gott Erschaffene als Offenbarungen und Nachrichten von Gott zu verstehen sind. Sie sind Beweise für die Einzigartigkeit und Erhabenheit Gottes. Sowohl die Offenbarungen im Koran als auch die Offenbarungen in der Umwelt des Menschen befinden sich in einer perfekten Harmonie zueinander. Eine Dissonanz ist ausgeschlossen, zumal die Quelle göttlich ist. „Er ist es, Der euch Seine Zeichen zeigt und euch die Mittel zum Unterhalt hinabsendet vom Himmel; doch keiner lässt sich ermahnen, außer dem, der sich bekehrt.“ (Al-Mumin, Vers 13)

„Und Er zeigt euch Seine Zeichen; welches der Zeichen Allahs wollt ihr denn verleugnen? Sind sie nicht auf der Erde umhergereist, um zu sehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen waren? Sie waren zahlreicher als diese und stärker an Macht und in den Spuren (die sie) auf Erden (hinterließen). Doch alles, was sie erwarben, nützte ihnen nichts.“ (Al-Mumin, Verse 81-82)

Das heißt, dass jeder Mensch von der Geburt an mit den Offenbarungen Gottes konfrontiert wird. Doch das bloße Zeigen kann kein Verständnis erzwingen. „Wie! wollen sie nicht die Wolken betrachten, wie sie erschaffen sind, Und den Himmel, wie er erhöht ist, Und die Berge, wie sie aufgerichtet sind, Und die Erde, wie sie hingebreitet ist? Ermahne drum; denn du bist nur ein Ermahner; Du bist nicht Wächter über sie.“ Al-Gasiya, Verse 17-22)

Der Koran ruft den Menschen immer wieder dazu auf seine Umwelt achtsam zu betrachten und Schlüsse daraus zu ziehen. Denn die beispiellose Ästhetik und Balance steht im Einklang zu den Versen im Koran. „Nein, sie verwarfen die Wahrheit, als sie zu ihnen kam, und nun sind sie in einem Zustand der Verwirrung. Haben sie nicht zum Himmel über ihnen emporgeschaut, wie Wir ihn erbaut und geschmückt und wie makellos er ist? Und die Erde – Wir haben sie ausgebreitet und feste Berge darauf gesetzt; und Wir ließen auf ihr von jeglicher schönen Art Paare hervorsprießen, Zur Aufklärung und Ermahnung für jeden Diener, der sich bekehrt.“ (Qaf, Verse 5-8)

All die Hinweise in der Natur spiegeln den Willen und die Einheit Gottes dar. Der Mensch wird stets mit diesem Wissen konfrontiert. Aus diesem Grund ist es falsch zu behaupten, dass der Islam und die Wissenschaft nicht kompatibel zueinander sind. Von Gott Erschaffenes kann keinen Wiederspruch zur Wissenschaft darstellen, da auch die naturwissenschaftlichen Gesetze von ihm stammen. So kann auch eine Botschaft, die von Gott ausgeht nicht falsch sein. Der Koran ermutigt den Menschen stets auf der Suche nach neuen Erkenntnissen zu sein. So wird der wissenschaftliche Fortschritt ausdrücklich verlangt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Koran die verlässlichste Quelle für den Menschen darstellt. Ein Mensch auf der Sinnsuche sollte Gottes Wort bis aufs Detail studieren und somit bestehende Zweifel tilgen. Nur auf diese Weise kann ein individuelles Vertrauensverhältnis zum Schöpfer aufgebaut werden. Man sollte sich von Dogmen und Starrsinn verabschieden und sich der Wahrheit der Botschaft hingeben. Man kann dieses Vertrauen zu Gott mit einem Vogel vergleichen, welcher seinen ersten Flugversuch unternimmt und sich von einer Klippe stößt. So löst sich auch der Mensch auf der Suche nach der absoluten Wahrheit von seinen Ängsten und Zweifeln, um mit neu gewonnener Zuversicht einen selbst gewählten Weg zu gehen. „Sie, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken Allahs. Ja! im Gedenken Allahs ist’s, dass Herzen Trost finden können.“ (Rad, Vers 28)

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