Islam und Koran

Der Koran sagt, man soll mit schöner Sprache reden. Reden wir auch so?

„Dämpfe deine Stimme; denn wahrlich, die widerwärtigste der Stimmen ist die Stimme des Esels.“ (Luqmán 31/19)

„Geht beide zu Pharao; denn er ist aufsässig geworden. Jedoch sprechet zu ihm in sanfter Sprache; vielleicht denkt er nach oder zeigt Respekt.“ (Tá Há 20/43-44)

Unser Herr ermahnt uns an vielen Stellen im Koran, dass unsere Worte schön sein sollten.

Wie ernst aber nehmen wir diese Warnung und wie sehr wenden wir sie auf unser Leben an?

Warum schreien wir lieber, anstatt das schönste Wort zu verwenden?

Tun wir diese böse Tat nicht auch noch oft unseren Liebsten an? Warum überhaupt?

Wir hören nicht auf unseren Herrn, der seinen Prophet warnte, schöne und gute Worte zu nutzen, selbst wenn er zum Pharao ging.

Sind unsere Mitmenschen schlimmer als der Pharao?

Unser(e) Ehepartner(in), unsere Kinder, unsere Eltern, unsere Nachbarn, unsere Freunde… Ich glaube nicht.

Würde das Wort seinen Wert durch laute Stimme und Schreien erlangen, hätte Gott dann die Stimme des Esels, was Er als unschön anerkennt, als Beispiel genommen?

Die Person gegenüber von uns denkt vielleicht nach und zeigt Respekt. Wenn wir es versuchen, sanft zu reden, würden wir dann nicht den Befehl unseres Herrn erfüllen?

Auch wenn wir kein positives Ergebnis erzielen, können wir dies nicht tun, um das Wohlgefallen unseres Herrn zu erlangen? Ist das so schwierig? Natürlich nicht. Es ist überhaupt nicht schwierig für einen Menschen, der sich den Koran als Vorbild in seinem Leben nimmt und sich seine moralischen Werte (Akhlaq) aneignen möchte.

Auch wenn wir im Recht sind, sollten wir beim Schreien Rücksicht gegenüber der anderen Person nehmen.

Kann er/sie sich nicht verletzt fühlen?

Nimmt seine Liebe und sein Respekt gegenüber uns nicht ab?

Und vor allem: Sinkt die Wertschätzung gegenüber uns nicht von seiner/ihrer Sicht aus?

Sobald es zu einem Wertverlust im Herzen einer anderen Person kommt, kann man den alten Wert nicht mehr vorfinden, egal wie sehr du versuchst, den verlorenen Platz zurückzugewinnen.

Egal, wie sehr wir versuchen, etwas Beschädigtes zu reparieren, kann es dasselbe sein wie zuvor?

Sofern ein Herz gebrochen ist, kann es nicht und wird es nicht mehr dasselbe sein wie zuvor.

Diese Regel sollten wir fest in die wichtigste Ecke unseres Gedächtnisses notieren, vielleicht es sogar eingravieren.

Eingravieren deshalb, damit es nicht gelöscht wird und sich in unseren Taten und Worten widerspiegelt.

Schöne Worte sollten sich jeder Zeit in unserem Leben befinden.

Die Menschen können wir mithilfe der Schönheit unserer Worte gewinnen. Nicht mit ihrer Unhöflichkeit und Unschönheit.

Unsere schönsten Worte sollten wir zuerst bei unseren Lieblingsmenschen anfangen zu nutzen.

Verdienen nicht am meisten sie so etwas?

Ich werde meine Rede mit den schönsten Worten beenden, mit dem Wunsch, jederzeit schön und freundlich zu reden…

Siehst du nicht, wie Gott das Gleichnis vom guten Wort anführt?

Er vergleicht das gute Wort mit einem guten Baum, dessen Wurzeln fest in der Erde liegen und dessen Zweige hoch in den Himmel ragen.

Er bringt seine Frucht zu jeder Zeit mit der Erlaubnis seines Herrn hervor. Und Allah prägt Gleichnisse für die Menschen, auf daß sie nachdenken mögen.

Das böse Wort aber gleicht einem schlechten Baum, der der Erdoberfläche entrissen ist und keinen festen Halt hat.

Allah stärkt die Gläubigen mit dem fest gegründeten Wort, in diesem Leben wie im künftigen;

und Allah läßt die Frevler irregehen;

und Allah tut, was Er will.“

(Abraham 14/24-27)


Hişam Alabed – Redakteur und Editor bei Süleymaniye Stiftung

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