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	<title>Islam und Koran</title>
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		<title>Kapital, Macht und Armut</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 03:17:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dieser Aufzeichnung versuche ich mit Beispielen aus dem Koran das Thema „Kapital und Macht“ aus einer bis dahin vernachlässigten Sichtweise zu beleuchten. Der Koran berichtet uns an Hand zwei Exempeln, über Menschen reich an Gütern und Besitztümern. Der erste von den beiden ist Karun; dessen Schätze dermaßen im Überfluss waren, dass selbst starke Männer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In dieser Aufzeichnung versuche ich mit Beispielen aus dem Koran das Thema „Kapital und Macht“ aus einer bis dahin vernachlässigten Sichtweise zu beleuchten.<span id="more-416"></span></p>
<p>Der Koran berichtet uns an Hand zwei Exempeln, über Menschen reich an Gütern und Besitztümern. Der erste von den beiden ist Karun; dessen Schätze dermaßen im Überfluss waren, dass selbst starke Männer ihre Schatzschlüssel nur mit Mühe tragen konnten. Das zweite Beispiel handelt vom Propheten Salomo, seine Andacht an den Herrn wurde belohnt mit unermesslichem Reichtum, der von keinem menschlichen Wesen jemals übertroffen werden wird.</p>
<p>Beide Lebensgeschichten, versehen mit unermesslichem Reichtum und Macht, sind von Gott eine Botschaft an uns, wie der Umgang mit ihnen aussehen sollte.</p>
<p>Wie im weiteren Text zu lesen sein wird, positioniert Karun im Korankapitel Al-Kasas 76 bis 82 sein Credo und seine Lebensweisheit, obwohl ihn die Ermahnung Gottes deutlich erreichte; <em><strong>„trachte mit dem, was Gott dir gegeben hat, nach der jenseitigen Wohnstätte, vergiss aber auch nicht deinen Anteil am Diesseits. Und tu Gutes, so wie Gott dir Gutes getan hat. Und trachte nicht nach Unheil auf der Erde, denn Gott liebt nicht die Unheilstifter.&#8221;</strong></em> Nach all den Warnungen trotzte er diesen jedoch törichterweise, im festen Vertrauen  an seinen Reichtum. Wie schon im 103. Korankapitel Al-Humaza beschrieben, verfestigten sich die verächtlichen Handlungen Karuns Lebensphilosophie.  Seine Antwort darauf war <em><strong>„Was ich habe, das habe ich durch mein eigenes Wissen erworben.&#8221;</strong></em></p>
<p><em><strong>Wenn dem Menschen Unheil widerfährt, ruft er Uns an. Wenn Wir ihm hierauf Gunst von Uns gewähren, sagt er: „Es ist mir nur gegeben worden aufgrund von eigenem Wissen.&#8221; Nein! Vielmehr ist es eine Versuchung. Aber die meisten von ihnen wissen nicht. (Az-Zumar 39/49)</strong></em></p>
<p>Im Laufe der Menschheitsgeschichte werden wir nur allzu oft mit derartigen Charakteren, wie es Karun gewesen ist, konfrontiert. Ihre Gefährten sind die engsten und profitgierigsten Genossen, die solchem Gehabe Beifall klatschen, bei anderen lösen sie höchstens Neid aus.</p>
<p>Der Prophet Salomo mit der noch viel größeren Macht begegnet den Menschen hingegen mit einem schönen Beispiel, wie ein gottgefälliges Leben aussehen kann.</p>
<p><em><strong>Wir bescherten David Salomo, der ein vortrefflicher Diener Gottes war und sich stets andächtig zu Ihm wandte. Eines Abends wurden ihm edle Pferde vorgeführt, die ruhig sind, wenn sie stehen und schnell wenn sie rennen. Er sprach: &#8220;Ich empfinde eine große Liebe für die Pferde, die vom Nachdenken über meinen Herrn herrührt, denn sie sind Mittel zum Guten&#8221;, und betrachtete sie so lange, bis sie seinem Blick entschwunden waren. &#8220;Bringt sie mir wieder zurück!&#8221; Dann streichelte er sie an den Beinen und am Hals. Wir prüften Salomo, ließen ihn, einem leblosen Körper gleich, auf seinem Stuhl sitzen. Er besann sich und fand dann reumütig zu Uns zurück. (Sad 30-34)</strong></em></p>
<p>Wie aus den Versen zu entnehmen ist, bat der Prophet Salomo Gott um Macht und Reichtum, jedoch äußerte er diese Bitte nur um  an Gottesgnaden erinnert zu werden, dies bestätigt die Art und Weise wie er mit den Gaben umging. Das genau ist der springende Punkt. Einerseits, das Kapital der Karuns, Phaoraos, Nimrods dieser Welt, vermeintlich verdient durch Eigenleistung mit der absoluten Freiheit über sie zu bestimmen.</p>
<p>Demgegenüber Beispielhaft im Umgang mit den Dingen, dass alles im Grunde Gott selbst gehört , die Dankbarkeit und Lobpreisung  für Seine Gaben,  die Verfügung  errungener Macht um Seine Gnade zu erhalten &#8211; das ist der Prophet Salomo und es gibt andere auf der selben Fährte.</p>
<p><strong>Ergebenheit, aber wie?</strong></p>
<p>Nach den Erläuterungen des Korans über die zwei möglichen Wahrnehmungen von Besitztümern und Macht, ist es angebracht  dsa Begehren nach ihnen näher zu interpretieren.</p>
<p>Ohne Zweifel ist das Leben auf der Erde eine Prüfung,  welche um Besitz, Nachkommen und Macht geht. Bei angemessener Hege und Pflege gibt Gott im Überfluss, ebenso nimmt  er diese bei Unterlassung  gebührenden  Anstrengungen.  Anlässlich zahlreichen Koranversen, welche diese Aussagen belegen, ist es entscheidend Haltung anzunehmen zwischen;</p>
<ol>
<li>In Ergebenheit hinein zu sinken  	ohne die nötigen Schritte für den Erfolg einzuleiten</li>
<li>Die Ergebenheit in der rechtlich 	zulässigen Anwendung von „Ursache und Wirkung“  zu suchen</li>
</ol>
<p>In der Lebensgeschichte des Propheten Mohammad finden wir letzteres angewandt. Im Gefecht bei „Badr“ als ihm der Sieg von Gott vorab verkündigt worden war und bei anderen Gefechten, unterließ er niemals die vorsorglichen Schritte und Maßnahmen vorzunehmen. Vor dem Gefecht bei Badr versicherten seine Gefährten, die bereits bei „Aqaba“ den Treuebund mit dem Propheten geschlossen hatten, dass sie nicht handeln würden wie das Volk Moses; diese ließen Moses allein in dem sie treulos wurden: „Gehe und kämpfe mit deinem Gott, wir werden gewiss hier warten“. Die Gefährten Mohammads hingegen standen hinter jeder seiner Entscheidungen und  waren ihm stets treu, da ihnen die Ursachen und deren Auswirkungen bewusst waren. Derartige Beispiele sind um beliebige erweiterbar.</p>
<p>Das ist der einzig vernünftige Weg, denn schließlich sind wir als Menschen der Prüfung ausgesetzt.</p>
<p>Das erstgenannte Verhaltensmuster „schauen wir mal ob uns Gott zur Hilfe kommt“ würde die Prüfung Gottes unsererseits!  zur Folge haben, das wäre reine Blasphemie an Ihm. Das Äffen nach esoterischen Traumdeutungen und vermeintlich heilenden Kräften hat zur Folge, den Teufel einzuladen um offene Türen einzurennen, denn wer außer den Propheten könnte wem/welchen Beweis erbringen. Wenn es die Absicht ist,  den Koran zu deuten, welcher Heiler! könnte das strahlende Wunder des Korans in den Schatten stellen? Kann es überhaupt als Wunder angesehen werden, wenn auf einem Lebewesen oder einem Ding in der Natur,  die Silhouetten der Wörter „Gott“ oder „Mohammad“ zu sehen sind? wo doch jede noch so winzige Zelle viele Wunder bereits beinhalten.  Oder sind diese Silhouetten viel mehr ein Stoß an die Köpfe, wie sehr wenig wir unseren  Verstand gebrauchen?</p>
<p><strong>Islam und  Mystik</strong></p>
<p>Generell standen Muslime dem Besitz und Macht skeptisch gegenüber, obgleich diese Skepsis nicht unbedingt  davor abhielt sich finanziell abzusichern. Allgemein gesehen wurden sie für eine große Belastung  gehalten, für die es nur schwer wäre Rechnung zu tragen.  Insbesondere im osmanischen Reich, das über Jahrhunderte hinweg die Vorherrschaft   der islamischen Gesellschaft inne hatte, wurde der Leitgedanke der Mystiker; sich im diesseitigem Leben von Hab und Gut zu entziehen, gefördert. Zurückgeblickt ist zu bemerken, dass die Hauptursache der Miseren darin lag, die Disziplinen Forschung, differenziertes Hinterfragen und Entdeckung  zu unterlassen,  und den nachfolgenden Generationen diese Trägheit vererbt wurde. Diese allgemeine Feststellung kann die Ausnahmen, welche es sicherlich auch gab,  nicht wettmachen.</p>
<p>Es ist  nicht beabsichtigt eine bestimmte Epoche schlecht zu reden, überdies  ja immer noch die glänzenden Errungenschaften der Osmanen  in Bereichen Staatsverwaltung etc., emporragen. Es ist lediglich die Absicht,  Analysen zur Rezessionsphase durchzuführen um bei der Zukunftsplanung  nicht dieselben Fehler zu begehen. Gelobt sei Gott hat Er der Menschheit den Koran als ein  unverfälschbares<span style="color: #ff0000;"> </span> Buch als Rechtleitung offenbart.</p>
<p><strong>Die Notwendigkeit der Neuordnung und Armutsgefahr</strong></p>
<p>Würde  der „Islam“,  ohne irgendwelche Anomalitäten verstanden,  sähe man, dass er alle Bereiche des Lebens umfasst und die Zufriedenheit gemäß der natürlichen Veranlagung des Menschen  bereitet. Ihn in einen Schutzmantel aus Mystik zu umhüllen und als etwas völlig anderes vorzustellen, ist ein Aufzwang seinen Anhängern gegenüber, welcher neue Spaltungen hervorrufen könnte. In solch einem Zustand verschwinden die klarsten Wahrheiten hinter der dunklen Fassade der Mystik. Mitsamt den mystischen Ritualen geraten die heiligen Offenbarungsverse ebenso ins Hintertreffen, so dass im undurchdringlichen Dickicht die Ethik der Nachforschung und des Hinterfragens verlorengehen und die Religion als nichts anderes als eine Dogmensammlung dasteht.</p>
<p>Um dies noch ein Wenig klarer darzustellen; Wir müssen unbedingt und so schnell es geht die immer noch lastende Trägheit auf  der islamischen Zivilisation abschütteln, denn es ist unzureichend sich auf politischen Argumente  zu beschränken, wenn die Absicht ist  globale Veränderungen anzustreben. Gerade jetzt ist es angeraten, alle Wissenschaftsdisziplinen als ein Teil der Religion zu betrachten, angefangen vom Umweltschutz zum Verbrauch, von der Bildung zum Gesundheitswesen, von der Archäologie zur Astrologie usw., in jeder Beziehung die Sicht des Islams nochmals neu zu definieren  und damit die Muslime auszustatten.</p>
<p>Zum Beispiel betrachten manche den Konsum unter dem Aspekt, dass es ausreicht ein Kleidungsstück und einen Bissen zu besitzen; im Bezug auf den Welthandel würde dieses Verständnis lediglich zu noch mehr Arbeitslosigkeit und  Verarmung als auch Bereicherung  bestimmter Bevölkerungsschichten führen. Unter diesen Gesichtspunkten muss die Definition des Begriffs  „Verschwendung“  neu bewertet werden.</p>
<p>Alles bis hierhin besagte darf nicht als Verweltlichungsversuch an den Muslimen gesehen werden;</p>
<p><em><strong>Richte deine Augen nicht verlangend auf die Freuden, die Wir dem einen oder dem anderen von ihnen im diesseitigen Leben verschafft haben, damit sie geprüft werden! Gottes Vergeltung im Jenseits ist die beste und die bleibende. (Taha 20/131)</strong></em></p>
<p><em><strong>Und damit die Menschen nicht eine einzige Gemeinschaft werden ( sahen Wir davon ab, sonst), hätten Wir wahrlich denjenigen, die den Allerbarmer verleugnen, für ihre Häuser Decken aus Silber gemacht und (auch) Treppen, auf denen sie hätten hochsteigen können, und Türen für ihre Häuser, und Liegen, auf denen sie sich lehnen können, und (weitere) Zierde. All das ist aber nur Nießbrauch des diesseitigen Lebens. Das Jenseits bei deinem Herrn ist jedoch für die Gottesfürchtigen (bestimmt). (Az-Zuhruf 43/33-35)</strong></em></p>
<p>Die momentane Weltarmut und ihre drohende globale Ausbreitung  in der Zukunft gilt es abzuwenden.  Sonst gefährdet  die Armut an Glaubensverweigerung abzudriften:</p>
<p>… <em><strong>Jene nun, die nach dem Leben in dieser Welt begierig waren, sprachen: &#8220;O dass wir doch das gleiche besäßen wie das, was Karun gegeben ward! Fürwahr, er ist der Herr gewaltigen Glückes.&#8221; (Al-Qasas 28/79)</strong></em></p>
<p>Bis vor einigen Jahrhunderten war diese Gefahr viel leicht nicht gegeben, da die islamische Zivilisation 1200 Jahre die absolute Dominanz in den Wissenschaften inne hatte, seit den beiden Jahrhunderten jedoch sieht sich die Zivilisation  mit einer gefährlichen Rückständigkeit konfrontiert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand nach der ersten Weltneuordnung die Zerspaltung und Kolonisation der Länder statt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts die zweite noch zerstörerische Weltneuordnung angefacht  durch die Globalisierung und dessen Folgen für  Führung und Regierung; Passivität, Unzulänglichkeiten und unausgewogene  Lastverteilung haben weit aus schrecklichere Auswirkungen als es durch die erste Weltneuordnung verursacht wurde.</p>
<p>Die Gründe sind primär bei uns selbst zu suchen:</p>
<p><em><strong>Gott würde die Huld, die Er einem Volk gewährt hat, nicht ändern, bis sie sich selbst gewandelt haben. Gott hört alles und weiß alles. (Al-Anfal 8/53)</strong></em></p>
<p>Die Versuche  mit dem Slogan „Globalisierung“  die Welt mit Hilfe ihrer Vormachtstellung  zu beherrschen, wird mit Sicherheit auf den Rücken der unterentwickelten, im Besonderen auf muslimischen Ländern ausgetragen.</p>
<p><em><strong>Sie haben ja keinen Anteil an der Herrschaft. Hätten sie an der Herrschaft teil, hätten sie keinem auch nur das Allergeringste zukommen lassen. (An-Nisa 4/53)</strong></em></p>
<p>Deshalb ist die Einsicht notwendig, die Armut und Machtlosigkeit als eine wichtige Herausforderung zu sehen und die richtigen  Schritte für den Einzelnen einzuleiten.</p>
<p>Zu guter Letzt; jeder Person ob reich und mächtig, oder arm und schwach, ist es möglich sowohl für das Paradies, als auch für die Hölle entlohnt zu werden.  Aber es gebührt viel mehr der Gefolgschaft dem von Gott ehrenvoll auserwählten Propheten, im Diesseits und im Jenseits das Gute und Schöne zu anzustreben.</p>
<p>…<em><strong>Es gibt Menschen, die sagen: &#8220;Herr, gib uns Gutes im Diesseits!&#8221; So haben sie keinen Anteil am Jenseits. Aber es gibt auch Menschen, die sagen: &#8220;Unser Herr! Gewähre uns Gutes im Diesseits und Gutes im Jenseits, und bewahre uns vor der Höllenstrafe!&#8221; Diese belohnt Gott für ihre guten Werke. Gott rechnet schnell ab. (Al-Baqara 2/200-202)</strong></em></p>
<p><em><strong>Sprich: &#8220;Wer hat den Schmuck Gottes verboten, den Er für seine Diener hervorgebracht hat und die guten Speisen?&#8221; Sprich: &#8220;Sie sind den Gläubigen im Diesseits erlaubt, und im Jenseits sind sie ausschließlich für sie bestimmt. &#8220;So stellen Wir die Verse des Korans für die Menschen klar, die sich um Wissen bemühen. (Al-A’raf 7/32)</strong></em></p>
<p>H. Mustafa Arslan</p>
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		<title>Religion und Wissenschaft</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Mar 2012 03:14:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einerseits die Offenbarungsbücher in denen der Sinn den Lebens erklärt wird, anderseits die Wissenschaft und die aus ihr hervorgehende technologische Sichtweise. Einzeln betrachtet zwei voneinander unabhängige Weltanschauungen (Religionen). Jede für sich, verheißt dem Individuum unter bestimmten Umständen eine Aussicht. Die Religion beschreibt, die Wissenschaft zeichnet. Beide lösen beim Menschen eine Vorstellung aus. Die Wissenschaft veranschaulicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einerseits die Offenbarungsbücher in denen der Sinn den Lebens erklärt wird, anderseits die Wissenschaft und die aus ihr hervorgehende technologische Sichtweise.<span id="more-414"></span></p>
<p>Einzeln betrachtet zwei voneinander unabhängige Weltanschauungen (Religionen). Jede für sich, verheißt  dem Individuum unter bestimmten Umständen eine Aussicht.</p>
<p>Die Religion beschreibt, die Wissenschaft zeichnet. Beide lösen beim Menschen eine  Vorstellung aus.</p>
<p>Die Wissenschaft veranschaulicht lediglich die Dinge, welche berechenbar sind oder nachgewiesen werden können, während Religion darüber hinaus eine Vorstellung für das Leben nach dem Tode bietet. Die Wissenschaft hingegen ist beschränkt auf berechenbare und nachgewiesene Erkenntnisse, welche sie bei der Vorstellung wie sie die Religion beschreibt völlig überfordert ist.</p>
<p>Die Religion sagt aus, dass alle Beweise für ihre Beschreibung auch im  Universum zu finden ist. Anders gesagt bedeutet dies, dass die Annäherung zur Wahrheit mittels der Wissenschaft möglich ist.</p>
<p>Worin liegt dann der Widerspruch bei einer solchen Erklärung?</p>
<p>Meines Erachtens liegt die Antwort in der Beantwortung der Fragen: „Welche Religion?“ und „Welcher Verstand?“</p>
<p>Zugegeben fällt das Entrinnen aus Denkschablonen nicht einfach, wenn Vorgehensweisen und Methoden geheiligt werden. Zumal wenn es sich um abstrakte Angelegenheiten handelt, wird es relativ schwer. Insbesondere bei Vorgehensweisen, welche aus dem traditionellen Religionsverständnis heraus in die heiligen Bücher hinzugetan wurden, fällt das Ausbrechen besonders schwer. Aus diesem Grunde ist die Beziehung „Religion-Individuum-Freiheit“ besonders wichtig, zugleich muss eine Methodik des Hinterfragens bewerkstelligt werden.</p>
<p>Bei der Beschäftigung mit der islamischen Geschichte fällt auf, dass der Islam zu Zeiten der  religiösen und pflichtbewussten Regierungen (später wurden sie zu Monarchien), zur Weiterentwicklung von Naturwissenschaften und Rechtswesen einen enormen Beitrag leistete. Es ist sicherlich nicht übertrieben hervorzuheben, dass die daraus gewonnenen Erkenntnisse in Bereichen Wissen, Technologie, Rechtsystem, Jahrhunderte lang die treibende Kraft bei der Entdeckung neuer Geographien und soziologische Errungenschaften gewesen ist. Wir sprechen hier von einer Dynastie die Kunst, Literatur, Rechtsprechung, Wissenschaften, Kultur, Ökonomie, Architektur u.a. hervorrief.</p>
<p>Als jedoch die eigentliche Zielsetzung eintrübte, die Trägheit im Lehren und Lernen anfing, der Verfall in Oberflächlichkeit und Traditionalismus einbrach, sodann sah sich  die bis dahin mächtige  islamische Zivilisation mit Problemen konfrontiert. Kurz gesagt, es begann die Zeit der Regression.</p>
<p>Zur selben Zeit findet im christlichen Westen ein erbitterter Kampf zwischen der deskriptiven Wissenschaft und den Theologen statt. „Die Religion ist Opium“</p>
<p>Die Konfrontation der deskriptiven Wissenschaft und den Theologen wurde zum Inbegriff von „Religion und Wissenschaft ein Widerspruch“. Speziell im 19. Jahrhundert, als die Nationalismus-Welle vom Westen in die islamische Gesellschaft überschwappte und sie zerstückelte, folgte auch hier der Slogan: „Religion fördert den Rückstand“.</p>
<p>Der eigentliche Streit aber wurde geführt, zwischen der natürlichen Erschaffung Gottes und der Kirche. Indes errang die Wissenschaft einen unbezwingbaren Sieg über der Kirche, in dem sie die technischen Errungenschaften dem Nutzen der Menschen zur Verfügung stellte. Das war ein enormer Motivationsschub im Wachstum des Widerstandes gegen sie.</p>
<p>Aus der französischen Revolution, welche den Gipfelpunkt dieser Bewegung bildete, ging eine neue Gesellschaftsform hervor, im Zusammenspiel von Technologie-Kapital-Macht. Diese Form musste zuerst vom eigenen Volke gebilligt werden, später erklärten sie sie zur sogenannten „westlichen Zivilisation“ als Zugpferd über allen anderen Zivilisationen hinweg. Nach der Neudefinition von,  Ökonomie, Recht, Politik, Geschichte, Glauben, Wissenschaftliche Methoden, regionale Ethiken, begannen sie diese in die gesamte Welt beherrschend auszudehnen.  Ihr folgten Kriege und harter Wettbewerb, welche sich heute noch mit erschreckender Geschwindigkeit ausweitet.</p>
<p>Wissenschaftliche Rückständigkeit, unlimitierte Ausdehnung von Technologien, ungleichmäßige Verteilung des Wohlstandes üben großen Einfluss auf Muslime und mehrheitlich ihnen besiedelte Landstriche aus. Schwache und frustrierte Teile der Gesellschaft führen diese Misere  auf die Religion zurück.</p>
<p>Ist das tatsächlich so?</p>
<p>In wie fern stimmt das Religionsverständnis der Kirche mit dem des Korans überein?</p>
<p>Noch wichtiger ist die Frage; Welchen Stellenwert hat die Wissenschaft in den beiden Zivilisationen?</p>
<p>Ist der Grund für Rückständigkeit und Streit in der muslimischen Welt, neben der Trägheit auch die Tradition als Religion aufgefasst wird?</p>
<p>Im Zusammenhang auf die Fragen kann sicher festgestellt werden, dass manche Traditionen und falsche Interpretationen im Laufe der Zeit als ein Teil der Religion angesehen wurden und somit das Islamverständnis erheblich beeinflusste. Als ein weiteres Problem zählt die Ansicht, dass Religion und Wissenschaft als zwei voneinander unabhängige Fachgebiete betrachtet werden.</p>
<p>Diese Auffassung wird verstärkt weil die Lösungssuche für die alltäglichen Belange der Menschen von Personen erledigt wird, die nur eine theologische Ausbildung hinter sich haben, der Lösungsansatz selbst geht nicht in die Tiefe, sondern beschränkt sich auf „Gut-Schlecht“ und „Erlaubt-Verboten“.</p>
<p>Eigentlich müsste heute der Stand der Wissenschaft für besseres Koranverständnis beitragen. Umgekehrt müsste die Religion die Wissenschaft inspirieren, um bisher noch in unerforschten Fachgebieten eine Perspektive zu bieten, damit dann ohne Umwege ein Resultat erzielt werden kann.</p>
<p>Das eingeprägte Bild in den Köpfen besagt allerdings, dass das heilige Buch nicht im Stande ist solch etwas zu leisten. Wenn man allerdings bedenkt, dass die Prophetengeschichten voll mit Wundern sind, die den Menschen wegweisend begegnen, so finden wir darin beispiellose Inspirationen – siehe die Koransure An-Naml 27/38-42:</p>
<p><strong>Dann sagte er zu seinen Würdenträgern: &#8220;Ihr Hochrangigen! Wer von euch kann mir ihren Thron bringen, bevor sie ergeben zu mir kommen?&#8221;</strong></p>
<p><strong>Da sagte einer von den Dschinn, ein Ifrit: &#8220;Ich werde ihn dir bringen, bevor du von hier aufstehst. Ich bin stark und zuverlässig und kann das bewerkstelligen.&#8221;</strong></p>
<p><strong>Da sprach einer, dem Gott Wissen um das Buch gewährt hatte: &#8220;Ich werde ihn dir in einem Augenblick bringen.&#8221; Als Salomo sah, dass der Thron vor ihm stand, sagte er: &#8220;Das ist durch Gottes Huld. Er prüft mich, ob ich dankbar oder undankbar bin. Wer Gott dankt, dankt Ihm für sich selbst. Wer undankbar ist, schadet Gott nicht, ist Er doch reich und freigebig.</strong></p>
<p><strong>Er sagte seinen Leuten: &#8220;Macht den Thron nicht leicht erkennbar, damit wir sehen, ob sie ihn erkennt oder nicht!&#8221;</strong></p>
<p>Die Koranverse weisen auf die Teleportationen hin, obendrein geht es darin um den Prophet Salomo, dessen geschichtliche Existenz außer Frage ist. Im Vers wird ganz klar berichtet, dass es ein Mensch war, der die Teleportation ausführte. Um einen möglichen Einwand, dass es sich um eine Illusion handeln könnte vorzugreifen, wird um folgenden Vers sogar ein physikalischer Eingriff vorgenommen. Bis vor Kurzem hätte es keiner gewagt solch etwas zu unternehmen, allerdings wissen wir in der Zwischenzeit, dass es bereits Forschungsarbeiten in diesem Bereich gibt.</p>
<p>Diese und ähnliche Themen finden wir im Koran zu genüge. Es fehlt allerdings an Forscherteams, die mit analytischem Denken, mit Begeisterung und Energie vorangehen und die Projekte abschließen. Letztlich ist es doch so, dass die Schöpfung das „erschaffene Buch Gottes“ ist, und das „offenbarte Buch Gottes“ der Koran, um mit ihnen zusammen die Wahrheit für die Menschen zu finden.</p>
<p>Nach meiner festen Überzeugung nach wird dieses Jahrhundert eine Brücke zwischen der Religion und Wissenschaft schlagen. Indes muss die islamische Zivilisation sich all den Fragen stellen und entschlossen für Lösungen eintreten. Anders gesagt, traditionelle Einflüsse in der Religion müssen mit Hilfe dem Koran und dem Beispiel des Propheten aussortiert werden – das ist eine äußerst wichtige Angelegenheit.</p>
<p>Hasan Mustafa Arslan</p>
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		<title>Wir müssen unser Religionsverständnis ändern</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 22:14:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitteilungen]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder Mensch, ob er es zugibt oder nicht, glaubt an die Existenz Gottes und an seine Einheit. Aus dieser Tatsache heraus hat jeder ein religiöses Weltbild und zählt sich selbst zu den Frommen &#8211; einschließlich denjenigen welche verlauten, dass sie ohne Religionszugehörigkeit sind. All jene erkannten bald den rechten Weg und glaubten dinghaft daran. Später [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jeder Mensch, ob er es zugibt  oder nicht, glaubt an die Existenz Gottes und an seine Einheit. Aus dieser Tatsache heraus hat jeder ein religiöses Weltbild und zählt sich selbst  zu den Frommen  &#8211;  einschließlich denjenigen welche verlauten, dass sie ohne Religionszugehörigkeit sind.<span id="more-399"></span> All jene erkannten bald den rechten Weg  und glaubten dinghaft daran. Später jedoch irrten sie vom rechten Weg ab. Gott  offenbart  im Koran die kollektive Besonderheit der  Irregehenden so:</p>
<p><em><strong>Am jenen Tag werden einige Gesichter leuchten und andere finster sein. Für die mit  den finsteren Gesichtern fällt  das Urteil: &#8220;Ihr habt den zuvor angenommenen Glauben verworfen und euch der Glaubensverweigerung verschrieben. So kostet die Strafe dafür, dass ihr zu Verweigerern geworden seid!&#8221; (Das Haus Imrans 3/106)</strong></em></p>
<p>Für diese Fehlgehenden ist Gott lediglich untergeordnet, scheinbar  vorrangig hingegen ist das eigene Ego, Wissenschaftler, Engel,  Propheten  oder Religionsgelehrte. In Wirklichkeit aber, stellen sie ihre Satane an die erste Stelle. Gott ordnet die Menschen in zwei Gruppen ein:</p>
<p><em><strong>Einen Teil hat Er rechtgeleitet, an einem (anderen) Teil aber hat sich das Irregehen bewahrheitet, denn sie haben sich die Satane anstatt Gottes zu Schutzherren genommen und meinen, sie seien rechtgeleitet. (Die Höhen 30)</strong></em></p>
<p>Durch die Vorliebe gegenüber ihrer Satane, verlieren sie die von Gott gegebene Freiheit in der  Religion. Das Ende vom Liede ist, dass sie Teile der Offenbarung ignorieren, welche nicht in ihr Konzept passen. Von Zeit zu Zeit wird ihnen bewusst, dass sie nicht auf dem rechten Pfad sind, deshalb wünschen sie sich zuweilen die Zuflucht bei Gott. Jedoch behindert sie daran die Angst vor Verlust der Privilegien und Vergünstigungen. Gott erklärt diesen Zustand im Koran so:</p>
<p><em><strong>&#8230;Die Glaubensverweigerer erwartet eine strenge Strafe. Diejenigen, die das diesseitige Leben mehr lieben als das Jenseits und von Gottes Weg abhalten und danach trachten, ihn krumm zu machen; sie befinden sich in weitreichendem Irrtum. (Ibrahim 14/2 &#8211; 3)</strong></em></p>
<p>Demzufolge ist es nicht maßgeblich  allgemein fromm zu sein, viel wichtiger ist es fromm in der Religion Gottes zu sein. Gott hat die Definition der richtigen Religion in folgendem Vers veranschaulicht:</p>
<p><em><strong>So richte dein Gesicht aufrichtig zur Religion hin als Anhänger des rechten Glaubens, – gemäß der natürlichen Anlage Gottes, in der Er die Menschen erschaffen hat. Keine Abänderung gibt es für die Schöpfung Gottes. Das ist die richtige Religion. Aber die meisten Menschen wissen nicht. (Ar-Rum 30/30)</strong></em></p>
<p>Demgemäß ist die richtige Religion die natürliche Anlage Gottes, also die Gesamtheit der Gesetzmäßigkeiten. Das Wissen über die Gesetzmäßigkeiten ist entweder durch die offenbarten-, oder erschaffenen Zeichen Gottes zu erkennen. Die offenbarten Zeichen sind die Verse im Koran, die erschaffenen Zeichen die Schöpfung.</p>
<p>Die Wahrnehmung und Aneignung  von Wissen erlangt  der Mensch vom Anfang  seiner Geburt bis zu seinem Tod aus den erschaffenen Zeichen Gottes. Mit diesem Wissen erkennt er, dass der Koran das Buch Gottes, und der Überbringer dessen sein Gesandter ist. Gott verdeutlicht es so:</p>
<p><em><strong>Wir werden sie in der weiten Welt und in ihnen selber unsere Zeichen sehen lassen, damit ihnen klar wird, dass es die Wahrheit ist (was ihnen verkündet wird). Genügt es denn nicht, dass  dein Herr über alles Zeuge ist? (Fussilat 41/53)</strong></em></p>
<p>Der beste Dienst am Menschen ist es, das Buch Gottes ohne Zugaben und Kürzungen in seiner  Sprache zu vermitteln. Somit wird er erfassen, dass das bereits erlangte Wissen aus den erschaffenen Zeichen Gottes mit den offenbarten Zeichen aus dem Koran harmoniert und der Überbringer dessen der Botschafter Gottes sein muss. Folgerichtig ist es notwendig, den Koran in der jeweiligen Muttersprache der Menschen zu übermitteln. Dass der Koran auf Arabisch offenbart wurde, ist ohnehin deshalb so, weil die Muttersprache des Volkes aus dem der Gesandter Gottes Mohammad entstammt arabisch war. Gott erklärt dies in der folgenden Offenbarung:</p>
<p><em><strong>Und Wir haben keinen Gesandten gesandt, außer in der Sprache seines Volkes, damit er ihnen (die Botschaft) klar macht. Wer dennoch irre gehen möchte, den rechnet  Gott zu den Irregehenden. Wer der Rechtleitung folgt verdient die Aufnahme bei Gott. Und Er ist der Allmächtige und Allweise. (Ibrahim 14/4)</strong></em></p>
<p>Seine Botschaft ist nicht beschränkt auf das arabische Volk, viel mehr umfasst sie die gesamte Menschheit, im Koran ist dazu zu lesen:</p>
<p><em><strong>Und Wir haben dich für die Menschen allesamt nur als Frohboten und Warner gesandt. Aber die meisten Menschen wissen nicht. (Saba 34/28)</strong></em></p>
<p>Die  Botschaft des Propheten ist nur mit seiner angewandten Methodik vermittelbar. Folglich muss das  grundsätzliche Ziel sein, wie sie bereits  vom Gesandten Gottes vorbildlich umgesetzt wurde  &#8211; den Menschen, die bereits die erschaffenen Zeichen der Schöpfung wahrnehmen, auch die offenbarten Zeichen &#8211; den Koran nahe zu bringen. Zu zeigen, dass eine völlige Übereinstimmung zwischen den beiden Zeichen existiert. Völlig sicher ist dies die Aufgabe jedes Gläubigen, vor der Unterlassung dieser Aufgabe warnt der Koran folgendermaßen:</p>
<p><em><strong>Diejenigen, die verheimlichen, was wir an klaren Beweisen und Rechtleitung hinab gesandt haben, nachdem wir es den Menschen in der Schrift klargemacht haben, werden von Allah ausgegrenzt und von all denen, die ausgrenzen können. Außer denjenigen, die bereuen und verbessern und klar machen. Ihre Reue nehme Ich an, Ich bin ja der Reue-Annehmende und Barmherzige. (Al-Baqara 2/159-160)</strong></em></p>
<p><span style="color: #00000a;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: small;"><span style="font-family: Calibri,serif;"><span style="font-size: x-small;"><em><strong>Diejenigen, die verheimlichen, was Allah von der Schrift herabgesandt hat, und es für einen geringen Preis verkaufen, sie verzehren in ihren Bäuchen nichts als Feuer. Und Allah wird zu ihnen am Tag der Auferstehung weder sprechen noch sie läutern. Für sie wird es schmerzhafte Strafe geben. (Al-Baqara 2/174)</strong></em></span></span></span></span></span></p>
<p>Die Quellen der Wissenschaft und der Kunst sind ebenfalls Zeichen Gottes. Wer diese Zeichen richtig anwendet, wird Gott gegenüber ehrfürchtiger und demütiger. Nach Anführung von Beispielen aus der Schöpfung wird im folgenden Koranvers angemerkt:</p>
<p><em><strong>Allah fürchten von Seinen Dienern eben nur die Wissenden. (Fatir 35/28)</strong></em></p>
<p>Wenn wir den Empfehlungen von Gott Folge leisten, würde sich ein gesundes Religionsverständnis entwickeln, das die Lösung der Konflikte zwischen der Wissenschaft und der Religion wäre. Dies ermöglicht die Förderung eines Verständnisses im Einklang mit den universell gültigen Wahrheiten, das die gesamte Menschheit einschließt, welche wiederum Harmonie und Ausgewogenheit wieder herstellt.</p>
<ul>
<li>Die Überbringung dieser frohen 	Botschaft setzt auf jeden Fall ein fundiertes Erlernen des Korans 	voraus.</li>
<li>Die Voraussetzung den Koran zu 	erlernen erfordert der arabischen Sprache mächtig zu sein und die 	Lebensweise des Propheten zu studieren.</li>
<li>Die Lebensweise des Propheten zu  	verstehen ist gebunden an die Vereinigung  der Überlieferungen des 	Propheten mit den entsprechenden Koranstellen</li>
</ul>
<p>Wenn es wie bisher weiter praktiziert wird, das heißt, dass die Überlieferungen des Propheten als separate Quelle und der Koran als eine weitere Quelle angesehen wird, kann nicht erwartet werden für die offenen Fragen Lösungen zu finden. Deshalb muss die Einladung zum Islam unter diesem Aspekt erfolgen, die Einladung unseren Mitmenschen gegenüber wäre:</p>
<p><em><strong>Lasst uns zusammen kommen und in Einklang bringen die erschaffenen Zeichen; also die Naturwissenschaften &#8211; mit den offenbarten Zeichen; also dem Koran. Dadurch stellen wir die Balance zwischen der Religion und Wissenschaft wieder her und erreichen somit ein Zeitalter der Ausgewogenheit.</strong></em></p>
<p>Es gibt niemanden auf der Welt, der dieser Herausforderung Rechnung tragen kann als die Gottergebenen (Muslime).</p>
<p>Abdulaziz BAYINDIR</p>
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		<title>Wie sollte der Koran gelesen werden?</title>
		<link>http://www.islamundkoran.net/fatwas/wie-sollte-der-koran-gelesen-werden.html</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 21:59:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fatwas]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>

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		<description><![CDATA[1.1. Mit dem Wissen, dass es das Wort Gottes Der Leser des Koran, hält gewissermaßen Zwiesprache mit Gott. Die Erkenntnis hierüber ist aus Gründen der wachrüttelnden Botschaft von besonderer Bedeutung. 1.2. Mit der Absicht, es zu verstehen Es ist zwingend erforderlich daran zu glauben, dass wir den Koran verstehen müssen und – wenn wir bestrebt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">1.1.</span> <span style="font-family: Calibri,sans-serif;">Mit dem Wissen, dass es das Wort Gottes</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Leser des Koran, hält gewissermaßen Zwiesprache mit Gott. Die Erkenntnis hierüber ist aus Gründen der <strong>wachrüttelnden</strong> Botschaft von besonderer Bedeutung.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: medium;">1.2. Mit der Absicht, es zu verstehen</span></span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Es ist zwingend erforderlich daran zu glauben, dass wir den Koran verstehen müssen und – wenn wir bestrebt sind &#8211; die Botschaft des Koran problemlos erfassen können. Das Lernen, sowie das Erfassen der Botschaft des Koran obliegt dem Mann wie auch der Frau. Selbstverständlich kann nicht erwartet werden, dass  alle jeden Vers und jede Sura verstehen oder gleich verstehen, weil der Koran alle Menschen in jedem Zeitalter, in allen Kulturen und mit allen Kenntnisständen anspricht. Jedoch sind Menschen in der Lage, entsprechend ihrer Intelligenz und dem kulturellen Stand, den Koran zu verstehen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Es ist nur natürlich, das Verse, die einen akademischen Stand oder besonderes Wissen erfordern, nicht von allen erfasst werden können. Doch es gibt viele Sachen, die jeder &#8211; unabhängig von der geistigen Stärke, dem Wissensstand und der Kultur &#8211; zu verstehen in der Lage ist. Das der Koran auf Arabisch ist, sollte indes keine Ausrede dafür sein, ihn nicht zu lesen. Denn es stehen uns sehr viele Koranübersetzungen und Exegesen zu Verfügung, die darüber hinaus in einer verständlichen Sprache und Weise verfasst wurden.</span></span></p>
<h3><span style="font-size: medium;"><strong>1.3.</strong> Im<strong> </strong><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><strong>Zusammenspiel</strong></span><strong> von Zunge, Herz und Verstand </strong></span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Die gelesene koranische Botschaft muss sich in der Seele widerspiegeln, und, nachdem Sie vom Verstand verarbeitet wurde, in das Denken und Handeln übergehen. Nur wenn er so gelesen wird, kann die angestrebte persönliche und gesellschaftliche Entwicklung erreicht werden.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">1.4. Bedächtig lesen </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">In Bezug darauf, wie der Koran gelesen werden soll, gebietet Gott dem Propheten Moham</span><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: small;">mad: </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<em><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Und Wir haben den Koran in Abschnitten offenbart, damit du ihn den Menschen in Ruhe vorlesen mögest, und Wir sandten ihn nach und nach hinab.</strong></span></span><span style="font-size: small;"><strong>“</strong></span><span style="font-size: small;"> (İsrâ 17/ 106)</span></em></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Den Koran zu lesen, bedeutet nicht einfach den Wortlaut der Verse wiederzugeben, sondern  jeden Vers mit Bedacht zu lesen, in der Absicht, die Botschaft dahinter zu verstehen. Hierzu heißt es in der 73. Sure:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„ <span style="font-size: small;"><strong>Trage den Koran mit Bedacht und deutlich (tartil) vor.“</strong></span><span style="font-size: small;"> (Müzzemmil 73/ 4)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Begriff </span><span style="font-size: small;"><em>tartil,</em></span><span style="font-size: small;"> , bedeutet: Ohne Hast ,mit Pausen zwischendurch, in einer dem Anspruch gerecht werdenden Weise zu Lesen. Andernfalls ist es unmöglich ,die Schwerpunkte der koranischen Botschaften zu verstehen. Aus diesem Grund empfand es der Prophet Mohammed für unangemessen, den Koran in kürzester Zeit durchzulesen </span><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: Tirmizî, Kıraat, 12; Ebu Davud, Ramazan, 8-9.)</em></span><span style="font-size: small;">. In den Quellen wird zudem überliefert, dass der Prophet manchmal bis zum Morgen mit der Lesung eines einzigen Verses verbrachte </span><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: İbn Hanbel, Müsned, V, 149)</em></span><span style="font-size: small;">. Demnach las er die Verse sehr langsam und mit Bedacht und manchmal unter Tränen. Als ihm die Verse der Barmherzigkeit offenbart wurden, bat er Gott um Barmherzigkeit. Las er Verse über die Bestrafung, suchte er vor dieser Strafe seine Zuflucht bei Gott. Die mit diesem Anstand des Propheten erzogenen Gelehrten pflegten, nachdem sie zehn Verse gelernt und fähig waren,  sie in einer bestimmungsgemäßen Weise zu verstehen, sich an das Lernen weiterer Verse zu machen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: Muhammed b. Ebibekir İbn Kayyim eI-Cevziyye, Zâdu’I-Mead, Beyrut, 1987, 1, 338).</em></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Zu dieser Thematik ist von Hasan Basri folgendes überliefert: „</span><span style="font-size: small;"><em>Jene vor euch, empfinden diesen Koran als einen Brief, der ihnen von ihrem Herrn gesandt wurde, über dem sie in der Nacht sinnieren und arbeiten, und dessen Erfordernisse sie tagsüber befolgen.“ </em></span><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: Abdullah Siracuddin, Tilavetü’I-Kur’ani’I-Mecid, Medine 1402, S. 76)</em></span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">1.5. Das gewonnene Wissen sollte mit Anderen geteilt werden</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Nur wenn Wissensaustausch stattfindet, steigt seine Nachhaltigkeit. Ohnehin ist es die Verantwortung eines jeden Muslims, richtige Erkenntnisse zu teilen.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">1.6. Zuhören wenn der Koran rezitiert wird</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Gott (</span><span style="font-size: small;">wie gewaltig seine Herrlichkeit ist) gebietet: </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Wenn der Koran verlesen wird, so hört zu und schweigt…“ </strong></span><span style="font-size: small;">(Araf 7/204)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">So kam es vor, dass der Prophet (Friede sei auf Ihm) einige seiner Gefährten bat, den Koran zu rezitieren, denen er dann mit Vergnügen zuhörte. Überlieferungen zufolge lauschte er am häufigsten den Rezitationen Ibn Masud´s.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">1.7. Bestrebt sein, erlerntes  in die Praxis umzusetzen </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Koran ist das Buch, mit dem uns eine Rechtleitung im Leben gegeben wurde.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Wissen ohne praktische Relevanz ist  Bedeutungslos.	Und jenes, welches praktisch nicht umgesetzt werden kann,  ist dazu geweiht, vergessen zu werden</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">1.8. Wichtigkeit, den Koran und seine Übersetzungen, ständig zu Lesen </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Jeder Moslem muss sich zur Angewohnheit machen, täglich mehr oder weniger den Koran, oder wenn man des arabischen nicht mächtig ist, die übersetzte Fassung  zu lesen. Dies erfordert, eine oder mehrere übersetzte Fassungen des Koran im Haus zu haben. Eine passende Tradition haben unsere Vorfahren begonnen: Traditionsgemäß wurde jede Braut mit einem Koran als Mitgift bedacht. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass in jedem Haushalt ein Koran vorhanden war.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Um die Gewohnheit der Gesellschaft um das Lesen der Koran-Übersetzungen zu bereichern, ist es erforderlich, Koranübersetzungen in privaten und öffentlichen Bibliotheken,  Hotelräumen, Ruheräumen und in &#8211; der Öffentlichkeit zugänglichen &#8211; sozialen Einrichtungen auszulegen. Ohne sich damit zufrieden zu geben, bedarf es unter der Führung von Imamen an die Gemeinde gewandte Übersetzungunterrichte zu geben. Zumindest die Bedeutung kurzer Suren, deren Rezitationen im rituellen Gebet auf alte Bräuche zurückzuführen ist, kann der Gemeinde in der Moschee beigebracht werden.</span></span></p>
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		<title>Aus welchem Grund wird der Koran in der heutigen Zeit gelesen?</title>
		<link>http://www.islamundkoran.net/fatwas/aus-welchem-grund-wird-der-koran-in-der-heutigen-zeit-gelesen.html</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 21:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fatwas]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>

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		<description><![CDATA[Basierend auf unseren Beobachtungen und Feststellungen verfolgt das Lesen des Koran durch Muslime hauptsächlich die nachstehend genannten Gründe und Absichten: 2.1. Zauberei, Wahrsagung oder Schutz vor dem „Bösen-Blick“ Leider ist in unserer Gesellschaft verbreitet, den Koran mit diesen Absichten zu lesen. Dass er gelesen wird, um Wahrsagungen zu treffen oder Verse niederzuschreiben, ist indes mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Basierend auf unseren Beobachtungen und Feststellungen verfolgt das Lesen des Koran durch Muslime hauptsächlich die nachstehend genannten Gründe und Absichten:</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.1. Zauberei, Wahrsagung oder Schutz vor dem „Bösen-Blick“</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Leider ist in unserer Gesellschaft verbreitet, den Koran mit diesen Absichten zu lesen. Dass  er gelesen wird, um Wahrsagungen zu treffen oder Verse niederzuschreiben, ist indes mit dem Offenbarungszweck keinesfalls vereinbar.<em> </em>In gewisser Weise sehen diese Menschen im Koran eine Möglichkeit, kenntnisarme Menschen auszubeuten, was die größte Ungerechtigkeit gegenüber dem Koran darstellt.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.2. Mit der Absicht zur Heilung </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Der Islam rät den Kranken, zur Heilung einen Arzt aufzusuchen, Medizin einzunehmen, und dort, wo die Medizin an ihre Grenzen stößt, Gott um Heilung zu bitten. Denn das Rezitieren von Versen gegen Krankheiten, gegen die die Medizin versagt, kann für den Kranken eine psychologische Stütze darstellen. Koranische Verse übertriebenermaßen in  Amuletten-Form zu bringen, geht jedoch über den Offenbarungszweck hinaus, und stellt einen unangemessenen Missbrauch dar.</span></span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.3. Für die verstorbenen Seelen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Im Allgemeinen beabsichtigt der Vormund, der seinen Kindern das Koran-Lesen beigebracht haben möchte, dass jemand zur Stelle ist, der nach ihrem Ableben für ihr jenseitiges Seelenheil Verse aus dem Koran liest. In unserer Gesellschaft ist die Vorstellung verbreitet: </span><span style="font-size: small;"><em>„Wenigstens unser Kind würde für unser jenseitiges Seelenheil zumindest die Sura Fatiha rezitieren“.</em></span><span style="font-size: small;"> Dieses Verständnis vom Koran ist jedoch mit seinem Offenbarungszweck nicht vereinbar, da niemand sagen kann, ob die Nachkommen den Vormund überleben werden oder eben nicht. Hingegen sind Gedanken wie: </span><span style="font-size: small;"><em>“Mein Kind soll lesen und seine Religion kennenlernen, das von Gott durch seine Diener gesandte Buch verstehen, die darin gestellten Anforderungen erfüllen, um so das weltliche und jenseitige Glück zu erlangen und für uns  Bittgebete sprechen“</em></span><span style="font-size: small;"> angemessener. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Gott der Allmächtige spricht über die Koran-Rezitation für Tote wie folgt: </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Du wirst die Toten nicht hörend machen und auch nicht bewirken, dass die Tauben den Ruf hören,  wenn sie den Rücken kehren.“ </strong></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">(Neml 27/ 80)</span></span><sup><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"><a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></span></span></sup></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Auch der Dichter Mehmet Akif Ersoy kritisiert in einigen seiner Werke den Umstand, dass der Koran ausschließlich für das Seelenheil von Verstorbenen gelesen wird. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Vom Propheten und den Gefährten sind keine authentischen Überlieferungen bekannt, wonach Rezitationen für Verstorbenen im Koran empfohlen werden. Die Entstehung dieser Tradition könnte jedoch auf folgender Überlegung ruhen: und zwar, dass der Vortragende und Zuhörende vom Vortrag profitieren indem sie vom Inhalt des Koran Kenntnis nehmen. Der Verstorbene wiederum profitiert in Form einer guten Tat als Initiator dieses Kenntnisgewinns der Lebenden. Die eigentliche Absicht dahinter ist also der Erkenntnisgewinn der Lebenden. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Insbesondere auf Friedhöfen oder bei Beerdigungsveranstaltungen erreichen Emotionen ihren Höhepunkt.  In diesen Augenblicken werden Menschen, die von den weltlichen Dingen Abstand nehmen möchten, auf den Verstorbenen blicken und naturgemäß ihr bisheriges Dasein überdenken. Eben in diesen Momenten, in denen Emotionen ihren Höhepunkt erreichen, hinterlassen die koranischen Botschaften einen tiefen Einschnitt in den Seelen, der darauf zurück zu führen ist, dass in diesem Augenblick ein tieferes Verständnis vom Koran erlangt wird. Ein emotionaler Höhepunkt ist auch in den Fällen gegeben, in denen der Zuhörende den Text gar nicht v</span><span style="font-size: small;">ersteht, weil er von den koranischen Botschaften beeindruckt ist. Das Wesentlich h</span><span style="font-size: small;">ierbei ist, dass  der – sich von der Situation des Verstorbenen belehren lassende &#8211; Lebende durch die Botschaften des Korans beeindruckt ist. Wenn z.B. Gebote über Gebet, Fasten, Almosen/Spenden, oder Verbote, wie Unterdrückung, Ehebruch, Diebstahl, Amoral, Korruption und Verletzung der Menschenrechte auf dem Friedhof verlesen werden, vermitteln sie den Zuhörenden, als auch dem Vortragenden die Botschaft: „</span><span style="font-size: small;"><em>Bedenke</em></span><span style="font-size: small;"> die </span><span style="font-size: small;"><em>Situation des Verstorbenen, und versuche deine verbleibende Frist auf Erden, in der es von dieser Situation kein Entkommen gibt, mit Bedacht zu  leben.“</em></span><span style="font-size: small;"> Eine an die Toten gerichtete andere Botschaft ist dem Koran nicht zu entnehmen, weil er für die Lebenden gesandt wurde und weil er ein Buch ist, das den Lebenden gewisse Verantwortungen auferlegt. </span><span style="font-size: small;">Daher steht auch die Tradition, den Koran für das Seelenheil bereits verstorbener Verwandten gegen Entgelt lesen zu lassen, in absolutem Widerspruch zum Offenbarungszweck des Korans. E</span><span style="font-size: small;">s ist nicht die Absicht des Korans, ihn im Namen der Seelen der Verstorbenen  gegen eine Bezahlung rezitieren zu lassen. Einer Überlieferung des Propheten Muhammad zufolge, ist es verboten den Koran in falscher Absicht zu lesen. Dort heißt es:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><em><strong>Wendet euch nicht vom Koran ab. Treibt kein Unwesen mit falschen Kommentaren. Und unterlasst es, ihn als Mittel zum Broterwerb oder für den Handel zu nutzen, um reich zu werden.“</strong></em></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Glaubt man daran, dem Verstorbenen Seelenheil zukommen lassen zu können, ist es angemessener, Koranverse selbst zu rezitieren oder selbstgefasste Bittgebete zu widmen, statt es durch Fremde Personen gegen Entgelt tun zu lassen.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.4. Als Notwendigkeit im Rahmen des Gottesdienstes</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Das Lesen des Koran ist, wie wir wissen, als solches schon ein Gottesdienst. Es ist darüber hinaus auch bei der Verrichtung weiterer Gottesdienste &#8211; wie im rituellen Gebet – verpflichtend. Da ein rituelles Gebet ohne Rezitationen entsprechender Koranverse unmöglich ist , ist für den Muslim das auswendig Lernen von Suren mindestens in dem Maße als Verpflichtend anerkannt, wie es für die Pflichterfüllung notwendig ist.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.5. Für das Seelenheil</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Lohn, den Koran über die Pflicht hinaus zu lesen (als Kür) ist Segen. Zudem wird jeder Satz, jedes Wort, sogar jeder Buchstabe mit Segen bedacht. Die Höhe dessen bemisst sich indes am Verhältnis des Gelesenen zu dem, das man versteht. Hingegen ist das Lesen des Koran, mit der Absicht Segen zu erhalten ohne dabei die Botschaft verstehen zu wollen, gewissermaßen nutzenorientiert.  Schließlich wurde er nicht offenbart um Segen anzuhäufen. Er bürdet uns Verantwortung auf. Ihn zu Lesen, nur um auf den Lohn zu hoffen, könnte die uns auferlegte Verantwortung überschatten. Der zu erwartende Segen, wenn wir den Koran lesen, hängt also  davon ab, in welchem Maße wir den Koran verstehen.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.6. Aus Freude am Lesen und Zuhören </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Auch wenn der Koran beim Rezitieren nicht verstanden wird, erfährt der Leser als  auch  der Zuhörer &#8211; Im Vergleich zu anderen Bücher &#8211; geistiges Vergnügen und Seligkeit. Im gewissen Sinne entspannt es den Menschen, gleich einer psychologischen oder therapeutischen Art, gegenüber den Problemen des Alltags. Deswegen sollte man den Koran von Zeit zu Zeit laut lesen oder beim Vortrag zuhören, da somit der Gottesdienst ausgeübt, und eine innere Ruhe und Glückseligkeit erreicht wird.</span></span></p>
<h3>2.7. <span style="font-family: Calibri,sans-serif;">Lesen um die Botschaft zu verstehen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Den Koran zu lesen um ihn zu verstehen, entspricht der eigentlichen Bestimmung und Botschaft. Insbesondere in den letzten Jahren sind immer häufiger Ambitionen festzustellen, den Koran aus diesem Grund zu lesen. Einige junge Muslime sind sich ihrer Verantwortung bewusst, und tragen stets die Übersetzungen des Korans in Kleinformat bei sich. Wir hoffen, dass es Mehr werden. Schließlich empfahl unser Prophet: </span><span style="font-size: small;"><em><strong>„Lest den Koran und lebt getreu seinen Prinzipien.“</strong></em></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Die Warnung einiger Muslime an hauptsächlich junge Menschen, entgegen der Empfehlung unseres Propheten, den Koran nur im Beisein eines Imam´s zu lesen, entbehrt jeglicher religiösen Grundlage aber auch der Logik.</span><span style="font-size: small;"> Nichts desto trotz kann man nicht erwarten, dass jeder Einzelne in der Lage ist, die gesamten koranischen Verse bzw. die Übersetzung, zu verstehen. Doch jeder Muslim hat die Möglichkeit, wenigstens teilweise den Koran, entsprechend seinem eigenen Wissen und der eigenen Qualifikationen, nachzuvollziehen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Da der Koran das Wort Gottes darstellt,  ist diesem Buch gegenüber Respekt geboten, der  jedoch kein Hindernis für sein Verständnis sein darf. Ihn heilighalten, ihm über die Maße hinaus Respekt zuzusprechen, wird so aufgefasst, als müsse man ihn aus weltlichen Angelegenheiten  fernhalten, wo doch der Koran für das irdische Leben gesandt wurde und um das Leben der Menschen auf rechte Bahnen zu lenken.</span></span></p>
<div id="sdfootnote1">
<p><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a> <span style="font-size: x-small;">Hier wäre das Augenmerk auf das Gedicht von Mehmet 	Akif Ersoy zu legen, der genau diesen Aspekt, des Vorlesen für die 	Toten, kritisiert. Inhaltlich geht es darum das man auf die Seiten 	des Koran schaut, irgendwelchen Gräbern den Hauch des Koran 	einflößt, und das dieses Buch nicht offenbart wurde um an Gräbern 	zu lesen oder wahrzusagen. Akif sagt: „</span><span style="font-size: x-small;">Ya açar 	Nazm-ı Celil’in, bakarız yaprağına, Yahud üfler geçeriz bir 	ölünün toprağına, İnmemiştir hele Kur’an bunu hakkıyla 	bilin, Ne mezarlıkta okunmak, ne de fal bakmak için“;</span></p>
</div>
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		<item>
		<title>Warum wurde der Koran offenbart?</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 21:54:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fatwas]]></category>
		<category><![CDATA[Koran]]></category>

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		<description><![CDATA[Die treffendste Antwort auf diese Frage liefert uns der Koran selbst, wenn es darin wie folgt heißt: „Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen, als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herab gesandt wurde.“ (Bakara 2/ 185) „Wahrlich euch ist von Gott ein Licht und ein klares [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Die treffendste Antwort auf diese Frage liefert uns der Koran selbst, wenn es darin wie folgt heißt:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen, als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herab gesandt wurde.“ </strong></span><span style="font-size: small;">(Bakara 2/ 185)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Wahrlich euch ist von Gott ein Licht und ein klares Buch gekommen. Wer sein Wohlwollen sucht, dem wird Gott mit diesem Buch zu den Wegen der Heils  bringen und sie mit seiner Erlaubnis aus den Finsternissen zum Licht bringen, [er] bringt [sie] auf einen geraden Weg.“</strong></span><span style="font-size: small;"> (Maide 5/ 15-16)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Ein segensreiches Buch sandten Wir auf dich herab, damit sie seine Verse bedenken, und  sich die Verständigen ermahnen lassen“. </strong></span><span style="font-size: small;">(Sâd 38/ 29)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Dieser Koran leitet gewiss zu dem, was richtig ist, und verheißt den Gläubigen, die das Rechte tun, großen Lohn“. </strong></span><span style="font-size: small;">(İsrâ 17/ 9)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Dieses Buch, bei dem kein Zweifel darüber ist, dass es von Gott gesendet wurde, ist für diejenigen, Muttaqi [= die sich durch ihre Gottesfurcht davor schützen schlechtes zu tun], ein Wegweiser.“</strong></span><span style="font-size: small;"> (Bakara 2/ 2)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Prophet Muhammad (Friede sei auf Ihm) </span><span style="font-size: small;"><strong>sagte in einer Rede kurz vor seinem Ableben: </strong></span><span style="font-size: small;"><em><strong>Ich überlasse euch zwei Dinge. Solange ihr fest an ihnen haltet, werdet ihr euch von der </strong></em></span><span style="font-size: small;"><em><strong>Wahrhaftigkeit nicht trennen. Diese sind das Wort Gottes und meine Tradition.“</strong></em></span><span style="font-size: small;"> (İmam Malik, Muvattâ, Kader, 3)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Auf diese Weise </span><span style="font-size: small;">machte er die Gläubigen darauf aufmerksam, den Koran und die Tradition  verstehen zu versuchen, um sie  entsprechend  leben zu können, und es ist ersichtlich, dass die Gemeinsamkeit zwischen den Versen über den Offenbarungszweck des Koran und der Kern der Worte des Propheten, ein gottgefälliges Leben ist, also  das Glück im Diesseits und Jenseits sowie die Errettung durch Gott und die Erlangung einer Gelassenheit. Der Koran kann somit als ein Buch definiert werden, welches ein Leben entsprechend dem Daseinszweck vorgibt. </span><span style="font-size: small;">Er ist ein offenbartes Buch, welches aufzeigt: Das unser Bedürfnis zu Glauben richtig ist;  das durch ihn unser moralisches Empfinden steigt;  wie wir bewusst und in richtiger Weise unseren &#8211; uns vor Gott  geltungssteigernden &#8211; Gottesdienst ausüben können; die Regeln eines gesundes Sozialverhaltens.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Untersucht man den Koran näher, wird man feststellen, das uns unter anderem folgende Informationen gegeben werden: Informationen im Hinblick auf die Regeln über den, die richtige Deutung des Glaubensbedürfnisses aufzeigenden, Tevhid-Glauben; Die Bedeutung der Wissenschaft und der geistigen Forschung; Die Religionsausübung; Die Regeln der Moral;  Die Liebe, Achtung sowie den Dialog gegenüber jeder Gesellschaft, angefangen im familiären Umfeld; wissenschaftliche Erkenntnisse über den Himmel, die Erde und über die Erschaffung der zwischen diesen Beidem befindlichen Lebewesen; Lehrreiche Informationen über damalige Völker sowie über den Tod und das Leben nach dem Tod, und über noch weitere Themengebiete. Die Absicht hinter der Offenbarung des Koran ist  also, zu gewährleisten, das wir innerhalb der Erdenfrist ein gelassenes und glückliches Leben führen und dabei das unendliche Leben im Jenseits erlangen.</span></span></p>
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		<title>Wie sollten wir den Koran lesen?</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 21:52:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fatwas]]></category>
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		<description><![CDATA[Ob im Rahmen von Recherchen oder Beobachtungen: Wir sehen, dass der Koran das meist gelesene und zugleich das am wenigsten verstandene Buch ist. Obwohl innerhalb der muslimisch-türkischen Gesellschaft annahmegemäß in nahezu jedem Haushalt ein Koran vorhanden ist, ist die Zahl derer, die ihn lesen und gleichzeitig verstehen relativ gering. Zieht man heute einen Vergleich, zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Ob im Rahmen von Recherchen oder Beobachtungen: Wir sehen, dass der Koran das meist gelesene und zugleich das am wenigsten verstandene Buch ist. Obwohl innerhalb der muslimisch-türkischen Gesellschaft annahmegemäß in nahezu jedem Haushalt ein Koran vorhanden ist, ist die Zahl derer, die ihn lesen und gleichzeitig verstehen relativ gering.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Zieht man heute einen Vergleich, zwischen Zweck und Botschaft der koranischen Offenbarung, und der Situation unserer heutigen Gesellschaft, ist mit aller Gelassenheit zu festzustellen, dass wir im persönlichen und sozialen Kontext in absolut unzureichendem Maße vom ihm profitieren. Denn würde der Koran in gebotener Weise gelesen und verstanden, könnte man sehen, dass ab den ersten Offenbarungen Gebote wie Lernen, Wissenschaft, Friede und Toleranz im Vordergrund stehen; und dass die, von der heutigen Gesellschaft verursachten und stetig zunehmenden Leiden wie Unsicherheit, Stress, der Verlust von Liebe und Dialog, die derzeitigen Ausmaße nicht angenommen hätten. Darüber hinaus wären wir auf einem höheren wissenschaftlichen und technologischen Stand; Dann würde auch der Begriff „Islamische Länder“  nicht mit Gewalt und Terror in Verbindung </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">gebracht. Würde der Koran entsprechend seiner Forderung verstanden, wären in diesen Gesellschaften </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Diskriminierung,</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> Rechtsv</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">erletzungen</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">, Blutrache (</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">ein Produkt der</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">kulturellen</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Obsession), </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Ehrenmorde, Folter, Prostitution, Raub, </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Bestechung, Korruption</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">und Betrug nicht </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">oder kaum verbreitet. All diese Missstände waren auch schon zur Zeit der ersten Offenbarungen in Mekka vorherrschend. Doch durch das Vorbild des Propheten Muhammad (Friede sei auf Ihm) wurden diese Missstände abgebaut, und eine Gesellschaft, die dem Untergang geweiht war, konnte durch die Aufklärung mit dem Koran zu einer zivilisierten Bevölkerung aufsteigen.</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Zwar hat uns Gott etwas so wertvolles wie den Koran gesandt, doch leider kennen und profitieren wir von ihm in unzureichendem Maße. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Nach dieser Feststellung soll im Folgenden der Schwerpunkt auf die Fragen nach dem Offenbarungszweck des Korans, dem Hintergrund mit dem er heute gelesen wird, und wie er heute gelesen werden muss, gerichtet werden.</span></span></p>
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		<title>Wie sollten wir den Koran lesen?</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 21:48:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Studien]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie sollten wir den Koran lesen? Ob im Rahmen von Recherchen oder Beobachtungen: Wir sehen, dass der Koran das meist gelesene und zugleich das am wenigsten verstandene Buch ist. Obwohl innerhalb der muslimisch-türkischen Gesellschaft annahmegemäß in nahezu jedem Haushalt ein Koran vorhanden ist, ist die Zahl derer, die ihn lesen und gleichzeitig verstehen relativ gering. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: large;">Wie sollten wir den Koran lesen?</span></span></h1>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Ob im Rahmen von Recherchen oder Beobachtungen: Wir sehen, dass der Koran das meist gelesene und zugleich das am wenigsten verstandene Buch ist. Obwohl innerhalb der muslimisch-türkischen Gesellschaft annahmegemäß in nahezu jedem Haushalt ein Koran vorhanden ist, ist die Zahl derer, die ihn lesen und gleichzeitig verstehen relativ gering.<span id="more-382"></span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Zieht man heute einen Vergleich, zwischen Zweck und Botschaft der koranischen Offenbarung, und der Situation unserer heutigen Gesellschaft, ist mit aller Gelassenheit zu festzustellen, dass wir im persönlichen und sozialen Kontext in absolut unzureichendem Maße vom ihm profitieren. Denn würde der Koran in gebotener Weise gelesen und verstanden, könnte man sehen, dass ab den ersten Offenbarungen Gebote wie Lernen, Wissenschaft, Friede und Toleranz im Vordergrund stehen; und dass die, von der heutigen Gesellschaft verursachten und stetig zunehmenden Leiden wie Unsicherheit, Stress, der Verlust von Liebe und Dialog, die derzeitigen Ausmaße nicht angenommen hätten. Darüber hinaus wären wir auf einem höheren wissenschaftlichen und technologischen Stand; Dann würde auch der Begriff „Islamische Länder“  nicht mit Gewalt und Terror in Verbindung </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">gebracht. Würde der Koran entsprechend seiner Forderung verstanden, wären in diesen Gesellschaften </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Diskriminierung,</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> Rechtsv</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">erletzungen</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">, Blutrache (</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">ein Produkt der</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">kulturellen</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Obsession), </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Ehrenmorde, Folter, Prostitution, Raub, </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Bestechung, Korruption</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">und Betrug nicht </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">oder kaum verbreitet. All diese Missstände waren auch schon zur Zeit der ersten Offenbarungen in Mekka vorherrschend. Doch durch das Vorbild des Propheten Muhammad (Friede sei auf Ihm) wurden diese Missstände abgebaut, und eine Gesellschaft, die dem Untergang geweiht war, konnte durch die Aufklärung mit dem Koran zu einer zivilisierten Bevölkerung aufsteigen.</span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"> </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Zwar hat uns Gott etwas so wertvolles wie den Koran gesandt, doch leider kennen und profitieren wir von ihm in unzureichendem Maße. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Nach dieser Feststellung soll im Folgenden der Schwerpunkt auf die Fragen nach dem Offenbarungszweck des Korans, dem Hintergrund mit dem er heute gelesen wird, und wie er heute gelesen werden muss, gerichtet werden.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">1. Warum wurde der Koran offenbart?</span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Die treffendste Antwort auf diese Frage liefert uns der Koran selbst, wenn es darin wie folgt heißt:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Koran als Rechtleitung für die Menschen, als Beweis dieser Rechtleitung und als (normativer) Maßstab herab gesandt wurde.“ </strong></span><span style="font-size: small;">(Bakara 2/ 185)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Wahrlich euch ist von Gott ein Licht und ein klares Buch gekommen. Wer sein Wohlwollen sucht, dem wird Gott mit diesem Buch zu den Wegen der Heils  bringen und sie mit seiner Erlaubnis aus den Finsternissen zum Licht bringen, [er] bringt [sie] auf einen geraden Weg.“</strong></span><span style="font-size: small;"> (Maide 5/ 15-16)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Ein segensreiches Buch sandten Wir auf dich herab, damit sie seine Verse bedenken, und  sich die Verständigen ermahnen lassen“. </strong></span><span style="font-size: small;">(Sâd 38/ 29)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Dieser Koran leitet gewiss zu dem, was richtig ist, und verheißt den Gläubigen, die das Rechte tun, großen Lohn“. </strong></span><span style="font-size: small;">(İsrâ 17/ 9)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Dieses Buch, bei dem kein Zweifel darüber ist, dass es von Gott gesendet wurde, ist für diejenigen, Muttaqi [= die sich durch ihre Gottesfurcht davor schützen schlechtes zu tun], ein Wegweiser.“</strong></span><span style="font-size: small;"> (Bakara 2/ 2)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Prophet Muhammad (Friede sei auf Ihm) </span><span style="font-size: small;"><strong>sagte in einer Rede kurz vor seinem Ableben: </strong></span><span style="font-size: small;"><em><strong>Ich überlasse euch zwei Dinge. Solange ihr fest an ihnen haltet, werdet ihr euch von der </strong></em></span><span style="font-size: small;"><em><strong>Wahrhaftigkeit nicht trennen. Diese sind das Wort Gottes und meine Tradition.“</strong></em></span><span style="font-size: small;"> (İmam Malik, Muvattâ, Kader, 3)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Auf diese Weise </span><span style="font-size: small;">machte er die Gläubigen darauf aufmerksam, den Koran und die Tradition  verstehen zu versuchen, um sie  entsprechend  leben zu können, und es ist ersichtlich, dass die Gemeinsamkeit zwischen den Versen über den Offenbarungszweck des Koran und der Kern der Worte des Propheten, ein gottgefälliges Leben ist, also  das Glück im Diesseits und Jenseits sowie die Errettung durch Gott und die Erlangung einer Gelassenheit. Der Koran kann somit als ein Buch definiert werden, welches ein Leben entsprechend dem Daseinszweck vorgibt. </span><span style="font-size: small;">Er ist ein offenbartes Buch, welches aufzeigt: Das unser Bedürfnis zu Glauben richtig ist;  das durch ihn unser moralisches Empfinden steigt;  wie wir bewusst und in richtiger Weise unseren &#8211; uns vor Gott  geltungssteigernden &#8211; Gottesdienst ausüben können; die Regeln eines gesundes Sozialverhaltens.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Untersucht man den Koran näher, wird man feststellen, das uns unter anderem folgende Informationen gegeben werden: Informationen im Hinblick auf die Regeln über den, die richtige Deutung des Glaubensbedürfnisses aufzeigenden, Tevhid-Glauben; Die Bedeutung der Wissenschaft und der geistigen Forschung; Die Religionsausübung; Die Regeln der Moral;  Die Liebe, Achtung sowie den Dialog gegenüber jeder Gesellschaft, angefangen im familiären Umfeld; wissenschaftliche Erkenntnisse über den Himmel, die Erde und über die Erschaffung der zwischen diesen Beidem befindlichen Lebewesen; Lehrreiche Informationen über damalige Völker sowie über den Tod und das Leben nach dem Tod, und über noch weitere Themengebiete. Die Absicht hinter der Offenbarung des Koran ist  also, zu gewährleisten, das wir innerhalb der Erdenfrist ein gelassenes und glückliches Leben führen und dabei das unendliche Leben im Jenseits erlangen. </span></span></p>
<h2><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2. Aus welchem Grund wird der Koran in der heutigen Zeit gelesen? </span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Basierend auf unseren Beobachtungen und Feststellungen verfolgt das Lesen des Koran durch Muslime hauptsächlich die nachstehend genannten Gründe und Absichten:</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.1. Zauberei, Wahrsagung oder Schutz vor dem „Bösen-Blick“</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Leider ist in unserer Gesellschaft verbreitet, den Koran mit diesen Absichten zu lesen. Dass  er gelesen wird, um Wahrsagungen zu treffen oder Verse niederzuschreiben, ist indes mit dem Offenbarungszweck keinesfalls vereinbar.<em> </em>In gewisser Weise sehen diese Menschen im Koran eine Möglichkeit, kenntnisarme Menschen auszubeuten, was die größte Ungerechtigkeit gegenüber dem Koran darstellt.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.2. Mit der Absicht zur Heilung </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Der Islam rät den Kranken, zur Heilung einen Arzt aufzusuchen, Medizin einzunehmen, und dort, wo die Medizin an ihre Grenzen stößt, Gott um Heilung zu bitten. Denn das Rezitieren von Versen gegen Krankheiten, gegen die die Medizin versagt, kann für den Kranken eine psychologische Stütze darstellen. Koranische Verse übertriebenermaßen in  Amuletten-Form zu bringen, geht jedoch über den Offenbarungszweck hinaus, und stellt einen unangemessenen Missbrauch dar.</span></span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.3. Für die verstorbenen Seelen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Im Allgemeinen beabsichtigt der Vormund, der seinen Kindern das Koran-Lesen beigebracht haben möchte, dass jemand zur Stelle ist, der nach ihrem Ableben für ihr jenseitiges Seelenheil Verse aus dem Koran liest. In unserer Gesellschaft ist die Vorstellung verbreitet: </span><span style="font-size: small;"><em>„Wenigstens unser Kind würde für unser jenseitiges Seelenheil zumindest die Sura Fatiha rezitieren“.</em></span><span style="font-size: small;"> Dieses Verständnis vom Koran ist jedoch mit seinem Offenbarungszweck nicht vereinbar, da niemand sagen kann, ob die Nachkommen den Vormund überleben werden oder eben nicht. Hingegen sind Gedanken wie: </span><span style="font-size: small;"><em>“Mein Kind soll lesen und seine Religion kennenlernen, das von Gott durch seine Diener gesandte Buch verstehen, die darin gestellten Anforderungen erfüllen, um so das weltliche und jenseitige Glück zu erlangen und für uns  Bittgebete sprechen“</em></span><span style="font-size: small;"> angemessener. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Gott der Allmächtige spricht über die Koran-Rezitation für Tote wie folgt: </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Du wirst die Toten nicht hörend machen und auch nicht bewirken, dass die Tauben den Ruf hören,  wenn sie den Rücken kehren.“ </strong></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">(Neml 27/ 80)</span></span><sup><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;"><a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></span></span></sup></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Auch der Dichter Mehmet Akif Ersoy kritisiert in einigen seiner Werke den Umstand, dass der Koran ausschließlich für das Seelenheil von Verstorbenen gelesen wird. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Vom Propheten und den Gefährten sind keine authentischen Überlieferungen bekannt, wonach Rezitationen für Verstorbenen im Koran empfohlen werden. Die Entstehung dieser Tradition könnte jedoch auf folgender Überlegung ruhen: und zwar, dass der Vortragende und Zuhörende vom Vortrag profitieren indem sie vom Inhalt des Koran Kenntnis nehmen. Der Verstorbene wiederum profitiert in Form einer guten Tat als Initiator dieses Kenntnisgewinns der Lebenden. Die eigentliche Absicht dahinter ist also der Erkenntnisgewinn der Lebenden. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Insbesondere auf Friedhöfen oder bei Beerdigungsveranstaltungen erreichen Emotionen ihren Höhepunkt.  In diesen Augenblicken werden Menschen, die von den weltlichen Dingen Abstand nehmen möchten, auf den Verstorbenen blicken und naturgemäß ihr bisheriges Dasein überdenken. Eben in diesen Momenten, in denen Emotionen ihren Höhepunkt erreichen, hinterlassen die koranischen Botschaften einen tiefen Einschnitt in den Seelen, der darauf zurück zu führen ist, dass in diesem Augenblick ein tieferes Verständnis vom Koran erlangt wird. Ein emotionaler Höhepunkt ist auch in den Fällen gegeben, in denen der Zuhörende den Text gar nicht v</span><span style="font-size: small;">ersteht, weil er von den koranischen Botschaften beeindruckt ist. Das Wesentlich h</span><span style="font-size: small;">ierbei ist, dass  der – sich von der Situation des Verstorbenen belehren lassende &#8211; Lebende durch die Botschaften des Korans beeindruckt ist. Wenn z.B. Gebote über Gebet, Fasten, Almosen/Spenden, oder Verbote, wie Unterdrückung, Ehebruch, Diebstahl, Amoral, Korruption und Verletzung der Menschenrechte auf dem Friedhof verlesen werden, vermitteln sie den Zuhörenden, als auch dem Vortragenden die Botschaft: „</span><span style="font-size: small;"><em>Bedenke</em></span><span style="font-size: small;"> die </span><span style="font-size: small;"><em>Situation des Verstorbenen, und versuche deine verbleibende Frist auf Erden, in der es von dieser Situation kein Entkommen gibt, mit Bedacht zu  leben.“</em></span><span style="font-size: small;"> Eine an die Toten gerichtete andere Botschaft ist dem Koran nicht zu entnehmen, weil er für die Lebenden gesandt wurde und weil er ein Buch ist, das den Lebenden gewisse Verantwortungen auferlegt. </span><span style="font-size: small;">Daher steht auch die Tradition, den Koran für das Seelenheil bereits verstorbener Verwandten gegen Entgelt lesen zu lassen, in absolutem Widerspruch zum Offenbarungszweck des Korans. E</span><span style="font-size: small;">s ist nicht die Absicht des Korans, ihn im Namen der Seelen der Verstorbenen  gegen eine Bezahlung rezitieren zu lassen. Einer Überlieferung des Propheten Muhammad zufolge, ist es verboten den Koran in falscher Absicht zu lesen. Dort heißt es:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><em><strong>Wendet euch nicht vom Koran ab. Treibt kein Unwesen mit falschen Kommentaren. Und unterlasst es, ihn als Mittel zum Broterwerb oder für den Handel zu nutzen, um reich zu werden.“</strong></em></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Glaubt man daran, dem Verstorbenen Seelenheil zukommen lassen zu können, ist es angemessener, Koranverse selbst zu rezitieren oder selbstgefasste Bittgebete zu widmen, statt es durch Fremde Personen gegen Entgelt tun zu lassen.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.4. Als Notwendigkeit im Rahmen des Gottesdienstes</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Das Lesen des Koran ist, wie wir wissen, als solches schon ein Gottesdienst. Es ist darüber hinaus auch bei der Verrichtung weiterer Gottesdienste &#8211; wie im rituellen Gebet – verpflichtend. Da ein rituelles Gebet ohne Rezitationen entsprechender Koranverse unmöglich ist , ist für den Muslim das auswendig Lernen von Suren mindestens in dem Maße als Verpflichtend anerkannt, wie es für die Pflichterfüllung notwendig ist.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.5. Für das Seelenheil</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Lohn, den Koran über die Pflicht hinaus zu lesen (als Kür) ist Segen. Zudem wird jeder Satz, jedes Wort, sogar jeder Buchstabe mit Segen bedacht. Die Höhe dessen bemisst sich indes am Verhältnis des Gelesenen zu dem, das man versteht. Hingegen ist das Lesen des Koran, mit der Absicht Segen zu erhalten ohne dabei die Botschaft verstehen zu wollen, gewissermaßen nutzenorientiert.  Schließlich wurde er nicht offenbart um Segen anzuhäufen. Er bürdet uns Verantwortung auf. Ihn zu Lesen, nur um auf den Lohn zu hoffen, könnte die uns auferlegte Verantwortung überschatten. Der zu erwartende Segen, wenn wir den Koran lesen, hängt also  davon ab, in welchem Maße wir den Koran verstehen.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">2.6. Aus Freude am Lesen und Zuhören </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Auch wenn der Koran beim Rezitieren nicht verstanden wird, erfährt der Leser als  auch  der Zuhörer &#8211; Im Vergleich zu anderen Bücher &#8211; geistiges Vergnügen und Seligkeit. Im gewissen Sinne entspannt es den Menschen, gleich einer psychologischen oder therapeutischen Art, gegenüber den Problemen des Alltags. Deswegen sollte man den Koran von Zeit zu Zeit laut lesen oder beim Vortrag zuhören, da somit der Gottesdienst ausgeübt, und eine innere Ruhe und Glückseligkeit erreicht wird.</span></span></p>
<h3>2.7. <span style="font-family: Calibri,sans-serif;">Lesen um die Botschaft zu verstehen</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Den Koran zu lesen um ihn zu verstehen, entspricht der eigentlichen Bestimmung und Botschaft. Insbesondere in den letzten Jahren sind immer häufiger Ambitionen festzustellen, den Koran aus diesem Grund zu lesen. Einige junge Muslime sind sich ihrer Verantwortung bewusst, und tragen stets die Übersetzungen des Korans in Kleinformat bei sich. Wir hoffen, dass es Mehr werden. Schließlich empfahl unser Prophet: </span><span style="font-size: small;"><em><strong>„Lest den Koran und lebt getreu seinen Prinzipien.“</strong></em></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Die Warnung einiger Muslime an hauptsächlich junge Menschen, entgegen der Empfehlung unseres Propheten, den Koran nur im Beisein eines Imam´s zu lesen, entbehrt jeglicher religiösen Grundlage aber auch der Logik.</span><span style="font-size: small;"> Nichts desto trotz kann man nicht erwarten, dass jeder Einzelne in der Lage ist, die gesamten koranischen Verse bzw. die Übersetzung, zu verstehen. Doch jeder Muslim hat die Möglichkeit, wenigstens teilweise den Koran, entsprechend seinem eigenen Wissen und der eigenen Qualifikationen, nachzuvollziehen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Da der Koran das Wort Gottes darstellt,  ist diesem Buch gegenüber Respekt geboten, der  jedoch kein Hindernis für sein Verständnis sein darf. Ihn heilighalten, ihm über die Maße hinaus Respekt zuzusprechen, wird so aufgefasst, als müsse man ihn aus weltlichen Angelegenheiten  fernhalten, wo doch der Koran für das irdische Leben gesandt wurde und um das Leben der Menschen auf rechte Bahnen zu lenken.</span></span></p>
<h2><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">3. Wie sollte der Koran gelesen werden? </span></h2>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">3.1.</span> <span style="font-family: Calibri,sans-serif;">Mit dem Wissen, dass es das Wort Gottes</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Leser des Koran, hält gewissermaßen Zwiesprache mit Gott. Die Erkenntnis hierüber ist aus Gründen der <strong>wachrüttelnden</strong> Botschaft von besonderer Bedeutung.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: medium;">3.2. Mit der Absicht, es zu verstehen</span></span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Es ist zwingend erforderlich daran zu glauben, dass wir den Koran verstehen müssen und – wenn wir bestrebt sind &#8211; die Botschaft des Koran problemlos erfassen können. Das Lernen, sowie das Erfassen der Botschaft des Koran obliegt dem Mann wie auch der Frau. Selbstverständlich kann nicht erwartet werden, dass  alle jeden Vers und jede Sura verstehen oder gleich verstehen, weil der Koran alle Menschen in jedem Zeitalter, in allen Kulturen und mit allen Kenntnisständen anspricht. Jedoch sind Menschen in der Lage, entsprechend ihrer Intelligenz und dem kulturellen Stand, den Koran zu verstehen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Es ist nur natürlich, das Verse, die einen akademischen Stand oder besonderes Wissen erfordern, nicht von allen erfasst werden können. Doch es gibt viele Sachen, die jeder &#8211; unabhängig von der geistigen Stärke, dem Wissensstand und der Kultur &#8211; zu verstehen in der Lage ist. Das der Koran auf Arabisch ist, sollte indes keine Ausrede dafür sein, ihn nicht zu lesen. Denn es stehen uns sehr viele Koranübersetzungen und Exegesen zu Verfügung, die darüber hinaus in einer verständlichen Sprache und Weise verfasst wurden.</span></span></p>
<h3><span style="font-size: medium;"><strong>3.3.</strong> Im<strong> </strong><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><strong>Zusammenspiel</strong></span><strong> von Zunge, Herz und Verstand </strong></span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Die gelesene koranische Botschaft muss sich in der Seele widerspiegeln, und, nachdem Sie vom Verstand verarbeitet wurde, in das Denken und Handeln übergehen. Nur wenn er so gelesen wird, kann die angestrebte persönliche und gesellschaftliche Entwicklung erreicht werden.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">3.4. Bedächtig lesen </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">In Bezug darauf, wie der Koran gelesen werden soll, gebietet Gott dem Propheten Moham</span><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: small;">mad: </span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<em><span style="font-family: Calibri,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><strong>Und Wir haben den Koran in Abschnitten offenbart, damit du ihn den Menschen in Ruhe vorlesen mögest, und Wir sandten ihn nach und nach hinab.</strong></span></span><span style="font-size: small;"><strong>“</strong></span><span style="font-size: small;"> (İsrâ 17/ 106)</span></em></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Den Koran zu lesen, bedeutet nicht einfach den Wortlaut der Verse wiederzugeben, sondern  jeden Vers mit Bedacht zu lesen, in der Absicht, die Botschaft dahinter zu verstehen. Hierzu heißt es in der 73. Sure:</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„ <span style="font-size: small;"><strong>Trage den Koran mit Bedacht und deutlich (tartil) vor.“</strong></span><span style="font-size: small;"> (Müzzemmil 73/ 4)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Begriff </span><span style="font-size: small;"><em>tartil,</em></span><span style="font-size: small;"> , bedeutet: Ohne Hast ,mit Pausen zwischendurch, in einer dem Anspruch gerecht werdenden Weise zu Lesen. Andernfalls ist es unmöglich ,die Schwerpunkte der koranischen Botschaften zu verstehen. Aus diesem Grund empfand es der Prophet Mohammed für unangemessen, den Koran in kürzester Zeit durchzulesen </span><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: Tirmizî, Kıraat, 12; Ebu Davud, Ramazan, 8-9.)</em></span><span style="font-size: small;">. In den Quellen wird zudem überliefert, dass der Prophet manchmal bis zum Morgen mit der Lesung eines einzigen Verses verbrachte </span><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: İbn Hanbel, Müsned, V, 149)</em></span><span style="font-size: small;">. Demnach las er die Verse sehr langsam und mit Bedacht und manchmal unter Tränen. Als ihm die Verse der Barmherzigkeit offenbart wurden, bat er Gott um Barmherzigkeit. Las er Verse über die Bestrafung, suchte er vor dieser Strafe seine Zuflucht bei Gott. Die mit diesem Anstand des Propheten erzogenen Gelehrten pflegten, nachdem sie zehn Verse gelernt und fähig waren,  sie in einer bestimmungsgemäßen Weise zu verstehen, sich an das Lernen weiterer Verse zu machen. </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: Muhammed b. Ebibekir İbn Kayyim eI-Cevziyye, Zâdu’I-Mead, Beyrut, 1987, 1, 338).</em></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Zu dieser Thematik ist von Hasan Basri folgendes überliefert: „</span><span style="font-size: small;"><em>Jene vor euch, empfinden diesen Koran als einen Brief, der ihnen von ihrem Herrn gesandt wurde, über dem sie in der Nacht sinnieren und arbeiten, und dessen Erfordernisse sie tagsüber befolgen.“ </em></span><span style="font-size: x-small;"><em>(Vergleiche: Abdullah Siracuddin, Tilavetü’I-Kur’ani’I-Mecid, Medine 1402, S. 76)</em></span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">3.5. Das gewonnene Wissen sollte mit Anderen geteilt werden</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Nur wenn Wissensaustausch stattfindet, steigt seine Nachhaltigkeit. Ohnehin ist es die Verantwortung eines jeden Muslims, richtige Erkenntnisse zu teilen.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">3.6. Zuhören wenn der Koran rezitiert wird</span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Gott (</span><span style="font-size: small;">wie gewaltig seine Herrlichkeit ist) gebietet: </span></span></p>
<p><span style="color: #000000;">„<span style="font-size: small;"><strong>Wenn der Koran verlesen wird, so hört zu und schweigt…“ </strong></span><span style="font-size: small;">(Araf 7/204)</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">So kam es vor, dass der Prophet (Friede sei auf Ihm) einige seiner Gefährten bat, den Koran zu rezitieren, denen er dann mit Vergnügen zuhörte. Überlieferungen zufolge lauschte er am häufigsten den Rezitationen Ibn Masud´s.</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">3.7. Bestrebt sein, erlerntes  in die Praxis umzusetzen </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Der Koran ist das Buch, mit dem uns eine Rechtleitung im Leben gegeben wurde.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Wissen ohne praktische Relevanz ist  Bedeutungslos.	Und jenes, welches praktisch nicht umgesetzt werden kann,  ist dazu geweiht, vergessen zu werden</span></span></p>
<h3><span style="font-family: Calibri,sans-serif;">3.8. Wichtigkeit, den Koran und seine Übersetzungen, ständig zu Lesen </span></h3>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Jeder Moslem muss sich zur Angewohnheit machen, täglich mehr oder weniger den Koran, oder wenn man des arabischen nicht mächtig ist, die übersetzte Fassung  zu lesen. Dies erfordert, eine oder mehrere übersetzte Fassungen des Koran im Haus zu haben. Eine passende Tradition haben unsere Vorfahren begonnen: Traditionsgemäß wurde jede Braut mit einem Koran als Mitgift bedacht. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass in jedem Haushalt ein Koran vorhanden war.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Um die Gewohnheit der Gesellschaft um das Lesen der Koran-Übersetzungen zu bereichern, ist es erforderlich, Koranübersetzungen in privaten und öffentlichen Bibliotheken,  Hotelräumen, Ruheräumen und in &#8211; der Öffentlichkeit zugänglichen &#8211; sozialen Einrichtungen auszulegen. Ohne sich damit zufrieden zu geben, bedarf es unter der Führung von Imamen an die Gemeinde gewandte Übersetzungunterrichte zu geben. Zumindest die Bedeutung kurzer Suren, deren Rezitationen im rituellen Gebet auf alte Bräuche zurückzuführen ist, kann der Gemeinde in der Moschee beigebracht werden.</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">Doç. Dr. Hüseyin YILMAZ</span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-size: small;">C.Ü. İlâhiyat Fak. Öğretim Üyesi- SİVAS</span></span></p>
<div id="sdfootnote1">
<p><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a> <span style="font-size: x-small;">Hier wäre das Augenmerk auf das Gedicht von Mehmet 	Akif Ersoy zu legen, der genau diesen Aspekt, des Vorlesen für die 	Toten, kritisiert. Inhaltlich geht es darum das man auf die Seiten 	des Koran schaut, irgendwelchen Gräbern den Hauch des Koran 	einflößt, und das dieses Buch nicht offenbart wurde um an Gräbern 	zu lesen oder wahrzusagen. Akif sagt: „</span><span style="font-size: x-small;">Ya açar 	Nazm-ı Celil’in, bakarız yaprağına, Yahud üfler geçeriz bir 	ölünün toprağına, İnmemiştir hele Kur’an bunu hakkıyla 	bilin, Ne mezarlıkta okunmak, ne de fal bakmak için“;</span></p>
</div>
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		<title>Ist der Koran verständlich genug?</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 21:00:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines der größten Hindernisse beim Verständnis des Korans ist die weit verbreitete Meinung in der Gesellschaft, dass er nicht von jedem; sondern vorwiegend von bestimmten Personen verstanden werden könne – nur mit deren Auffassung und Vermittlung das eigentliche Verstehen des Korans möglich sei. Alle anderen Meinungen, welche dieser Auffassung entgegenstünden den Leser fehlleiten würden. Solch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;">Eines der größten Hindernisse beim Verständnis des Korans ist die weit verbreitete Meinung in der Gesellschaft, dass er nicht von jedem; sondern vorwiegend von bestimmten Personen verstanden werden könne – nur mit deren Auffassung und Vermittlung das eigentliche <span id="more-377"></span>Verstehen des Korans möglich sei. Alle anderen Meinungen, welche dieser Auffassung entgegenstünden den Leser fehlleiten würden.</span></p>
<p><span style="font-size: small;"> </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Solch eine Interpretation ist sogar bei fachkundigen Menschen verbreitet, dass selbst diese sich die Frage stellen, ob viel leicht doch etwas dran ist.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Dabei zeigt schon eine einfach angewandte Logik, dass die Offenbarung von Gott, mit Rechtleitung und der Weisheit, keineswegs die Menschheit irregehen lassen würde.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Dass der Koran ein offenkundiges Buch ist, sind mit zahlreichen Hinweisen aus seinem Inhalt zu entnehmen. In dieser Erläuterung begnügen wir uns speziell mit den Versen des zweiten Kapitels (Al-Baqara 2/159 und ff.) Diese Koranstelle prangert die eingangs erwähnte Sichtweise über die falsche Auffassung eines derartigen Koranverständnisses und warnt vor den Konsequenzen welche daraus resultieren würden.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Siehe, was jene angeht, die irgend etwas von dem Beweis der Wahrheit und von der Rechtleitung verhelen, die Wir von droben erteilt haben, nachdem Wir es der Menschheit durch die göttliche Schrift klargemacht haben- diese sind es, die Allah verwerfen wird und die alle, die urteilen können, verwerfen werden. Ausgenommen jedoch werden diejenigen sein, die bereuen und sich selbst in Ordnung bringen und die Wahrheit kundgeben: und es sind sie, deren Reue Ich annehmen werde- denn Ich allein bin der Reueannehmende, der Gnadenspender. Siehe, was jene angeht, die darauf aus sind, die Wahrheit zu leugnen, und als Leugner der Wahrheit sterben- ihnen gebührt Verwerfung durch Gott und durch die Engel und durch alle Menschen.In diesem Zustand sollen sie verbleiben; weder wird ihr Leiden erleichtert werden, noch wird ihnen Aufschub gewährt werden. (al- Baqara 159-162)</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Die in der Einleitung erwähnte Interpretation; „nicht jeder darf aus dem Koran Rechtsgutachten ableiten“, scheint in erster Linie harmlos; ja sogar rechtens zu sein.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">In der Praxis jedoch hat sich diese Fehlauffassung als die eigentliche Methodik ausgebreitet. Die hieraus entstandene Deformation wiegt die guten Absichten keineswegs auf. Wenn man bedenkt, dass mit diesem Ansatz die einzige Quelle des Menschen aus der Hand genommen wird, mit der er sich selbst betreffende Angelegenheiten in der Religion zu hinterfragen, so ist zweifelsfrei ein großer Schaden darin zu sehen. Das ist eine offensichtliche Gefahr für jeden mit Verstand, dass es keiner weiteren Erklärungen bedarf.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Mit unbegründeten Geboten, wie als Bespiel mit dem Verbot der Berührung des Korans ohne ritueller Waschung, werden Hürden zwischen dem Menschen und dem Koran installiert, womit letztlich der Schauplatz einigen „Aufklärern“ des Korans verbleibt. Jene eine böse Absicht zu unterstellen wäre gänzlich vermessen, wenn aber die Nachahmer der Aufklärer ohne kritisches Hinterfragen lediglich zu „Folgern“ werden, so wird die Fehlinterpretation als Bestandteil der islamischen Tradition verstanden.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Die Bilanz ist ernüchternd; Viele Gemeinschaften, welche diese Aufklärer in- und auswendig zitieren können, kommen nicht einmal auf den Gedanken, was Gott in dieser Sache zu sagen hat – und sehen sich sogar in der Mitte des Islam als seine Repräsentanten. Wenn ihnen ihre Auffassung oder die angewandte Methodik als unrichtig mit Beweisen aus dem Koran gezeigt wird, folgt die Antwort prompt:</span></p>
<p><span style="font-size: small;">„Du oder dein Gelehrter, ihr begreift es, aber der Berühmte und namhafte Persönlichkeit Herr sowieso begriff es nicht? Das kann gar nicht sein…“ Anschließend hört man vielerlei an den Haaren herbeigezogene Auslegungen oder sie diffamieren einen persönlich. Einige gehen sogar noch weiter und assoziieren einen mit unliebsamen Sekten und Strömungen, dabei wird die Offenbarung vernachlässigt – leider ist dies immer wieder zu beobachten.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Obschon der Gesandter Gottes in der Abschiedspilgerfahrt sagte: „Die hier Anwesenden sollen die erteilte Botschaft den anderen mitteilen, denn es ist gut möglich, dass sie diese besser begreifen.“ Allein diese Aussage ist ausreichend genug, um nicht &#8211; einzige Ausnahme ist der Prophet selbst, in geschichtlicher Tradition hängen zu bleiben und dass dies keine Methodik ist.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Praktizierende Gläubige erheben heute Einspruch dagegen und Recht haben sie:</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Der Koran und seine Methode sind aus dem pulsierenden Leben verbannt und wurden degradiert zur heiligen Ikone mystischer Zeremonien.<br />
Das Fehlen von Kritikfähigkeit des Muslims, obgleich jedes Mal beim Glaubensbezeugnis zur Sprache gebracht wird: Ich bezeuge, dass nichts und niemand würdig ist angebetet zu werden als Gott, wiederum bezeuge ich, dass Muhammad sein Gesandter ist – etwas was ihn zum eigentlichen Zeugen machen würde, nämlich den Koran, er nicht einmal aufschlägt.<br />
Strömungen in der Religion, welche ihn zwecks Fürsprache und Individuelle Befriedigung erniedrigen.<br />
Gelehrte unterlassen bedingt aus Angst vor Statusverlust oder Mistrauen gegenüber Koranversen die koranische Methodik , nämlich; die Auslegung des Korans mit sich selbst und Vereinigung der Überlieferungen des Propheten mit den entsprechenden Koranstellen, – stattdessen werden Errungenschaften von Gelehrten aus längst vergangener Zeit gelobt und eigene Erkenntnisse sind nichts weiter als bedeutungslose Hinzufügungen.<br />
Ein Bildungssystem; welche nicht mehr leisten vermag als passive Roboter auszubilden, die Wissenschaft; beschränkt auf Werke aus früherer Zeit und dem pulsierenden Leben den Rücken kehrt, vielfältiges und freies Gedankengut unterdrückt mit Heiligsprechung von „Karriere um jeden Preis“.<br />
Im Staatsmodell &#8211; Vorzug von Macht und Regie gegen die göttliche Offenbarung<br />
Als Haltung &#8211; falsches Verständnis von Geduld und übertriebener Pazifismus oder Ausgrenzung</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Das ist die Handhabe der Muslime heutzutage.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Die Lösung ist, dass jeder Muslim individuell die Zeugenschaft nicht allein mit Worten ausdrückt, sondern koranisches Wissen aneignet. Alle Hindernisse ausräumt, welche dem Verstehen des Korans im Wege sind.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Ohne irgendein einen Unterschied zu machen zwischen Muslimen, Heuchlern, Götzendienern, Wahrheitsleugnern, machen die erwähnten Koranstellen eines sehr deutlich; dass das Festhalten an Dingen, ob materielle oder immaterielle Verwerflichkeit, welche die Annährung an den Koran hindern, ein großes Vergehen ist.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Allah erteilt von droben die beste aller Lehren in Gestalt einer göttlichen Schrift, völlig in sich stimmig, jede Aussage in vielfältiger Form wiederholend- ob derer die Haut aller erschauert, die Ehrfurcht vor ihrem Erhalter haben: am Ende erweichen ihre Haut und ihr Herz beim Gedenken Allahs. Das ist Allahs Rechtleitung: Er leitet damit recht, wer will &#8211; während der, den Allah irregehen läßt, niemals irgendeinen Rechtleitenden finden kann. (az- Zumar 23)</span></p>
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		<title>Helal (halal) Lebensmittel</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 18:13:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mustafa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fatwas]]></category>

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		<description><![CDATA[Jährlich finden an verschiedenen Universitäten in der Türkei Treffen muslimischer Rechtsgelehrter statt. Das Symposium zum Thema &#8220;Halal-Lebensmittel&#8221;, (Nahrung also, welches den islamischen Grundsätzen, ihren Geboten und Verboten entspricht) wurde in Bursa, an der Uludaḡ Universität durchgeführt. An dieser Versammlung nahmen, außer den muslimischen Rechtsgelehrten und  Theologen, auch Chemiker und Fachexperten der jeweiligen Veterinärdisziplinen teil. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Jährlich finden an verschiedenen Universitäten in der Türkei Treffen muslimischer Rechtsgelehrter statt. Das Symposium zum Thema &#8220;Halal-Lebensmittel&#8221;, (Nahrung also, welches den islamischen Grundsätzen, ihren Geboten und Verboten  entspricht) wurde in Bursa, an der Uludaḡ Universität durchgeführt.<span id="more-371"></span></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">An dieser Versammlung nahmen, außer den muslimischen Rechtsgelehrten und  Theologen, auch Chemiker und Fachexperten der jeweiligen Veterinärdisziplinen teil.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In all den Ländern der Erde, in denen auch Muslime beheimatet sind und leben, gehören ihre Mitmenschen den unterschiedlichsten Religionen und Weltanschauungen an. Ob es die Vertreter der buddhistischen, christlichen oder einer Transzendenz ablehnenden Lehre (Atheisten) sind. Das Zusammenleben dieser unterschiedlichen Kulturen und Ansichten bringt enorme Widrigkeiten mit sich, zum Beispiel die glaubenskonforme Ernährung, um nur eines dieser Probleme zu nennen. Denn es kursieren gegenwärtig Aussagen, die keinerlei Recherchen unterliegen und so hört man des Öfteren, <em>„In Hefe von Käse sind Zusätze vom Schwein enthalten, weshalb dieser Käse ungenießbar ist&#8221;</em> oder „<em>Die geschlachteten Tiere werden nicht gemäß islamischen Vorschriften geopfert&#8221;.</em> Darüber hinaus herrschen erhebliche Fehlinformationen bezüglich tierischer und pflanzlicher Emulgatoren, die in der Lebensmittelindustrie Anwendung finden.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Diese Fragen und der Zweifel von Muslimen, sind nicht zu unterschätzende Probleme, die einer Klärung bedürfen. So gibt es heutzutage kaum ein Nahrungsmittel, dem keine Gelatine zugeführt wird. Von welchen Tieren kommt dieser Zusatz? Und welche Einstellung sollten wir gegenüber Nahrung haben, die aus dem Ausland kommt?</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Es gibt kaum ein Land mit muslimischen Einwohnern, in dem nicht über ein Halal-Zertifikat nachgedacht, systematisiert und dem Markt entsprechend angepasst und verbreitet wird. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">All diese Ambitionen von Muslimen, jenes zu kennzeichnen was sie ohne Bedenken zu sich nehmen können, sind zweifelsohne positiv motiviert und nicht gering zu schätzen. Gleichwohl sind genau jene einem Denkfehler unterlegen. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Denn die Anzahl des von Gott Erlaubten ist unendlich, und zählt Gott der Allmächtige im edlen Koran nicht das Verbotene (Haram,) auf? Ist es also nicht einfacher über ein Haram-Zertifikat nachzudenken?</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Weiterhin ist zu bemerken, dass Chemiker, Nahrungsmitteltechniker oder Ingenieure, nicht in der Lage sind, islamische Rechtsgutachten zu erstellen und sich nicht das Recht dazu nehmen sollten. Denn Fehlinformationen und Unwissen über den Koran können zu Fehlaussagen führen, die von beiden Seiten ungewollt sind. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Devise lautet in diesem Fall: <em>„Bitte gebt uns keine Rechtsgutachten, sondern nur die entsprechenden Informationen über Nahrungsmittelchemie!&#8221;</em></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Nach diesen einführenden Worten beschäftigen wir uns im Folgenden mit dem Thema der so genannten Halal-Nahrung.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>HALAL Nahrungsmittel</strong></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Im Kern der Auseinandersetzung zu diesem Sachverhalt, wird die chemische Reaktion thematisiert. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Unsere Umwelt unterliegt diesen chemischen Reaktionen und Umwandlungen. So ist bspw. der Regen, der auf die Erde hinab gesandt wird, verantwortlich für eine Reaktion, deren Ergebnis bittere wie süße Früchte und Obst sein können. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Als weiteres Beispiel kann tierischer Mist zur Düngung und Erzeugung von bspw. Tomaten  aufgezählt werden. Mit Dung, der von Menschen als dreckig akzeptiert wird, werden Nahrungsmittel erzeugt, die man zu sich nimmt.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">All dies resultiert aus den chemischen Reaktionen, die den Ursprungszustand verändern, zu den in einigen Versen im Koran Bezug genommen wird.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Chemische Reaktion zum Guten</strong></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Chemische Reaktionen können verschiedenartig ausfallen. Im Folgenden sollen speziell Verse aus dem edlen Koran aufgezeigt werden, die eine für den Menschen &#8211; positive &#8211; chemische Reaktion darstellen.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sura Ra’d (13 / Vers 4):</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">وَفِي الْأَرْضِ قِطَعٌ مُتَجَاوِرَاتٌ وَجَنَّاتٌ مِنْ أَعْنَابٍ وَزَرْعٌ وَنَخِيلٌ صِنْوَانٌ وَغَيْرُ صِنْوَانٍ يُسْقَى بِمَاءٍ وَاحِدٍ وَنُفَضِّلُ بَعْضَهَا عَلَى بَعْضٍ فِي الْأُكُلِ إِنَّ فِي ذَلِكَ لَآيَاتٍ لِقَوْمٍ يَعْقِلُونَ</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;">„<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Und auf der Erde gibt es dicht nebeneinander gelegene Landstriche (die sich doch voneinander unterscheiden) und Gärten mit Weinreben und Getreidefelder und Dattelpalmen, die in Büscheln aus einer Wurzel hervor wachsen, doch alleine stehen, (alle) vom selben Wasser bewässert; und doch haben Wir die einen von Ihnen als Nahrung (in gewisser Hinsicht) vorzüglicher gemacht als die anderen. Darin sind fürwahr Zeichen der Wahrheit für Menschen, die von ihrem Verstand Gebrauch machen.“</em><a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sura Nahl (16 / Vers 65):</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">وَاللَّهُ أَنْزَلَ مِنَ السَّمَاءِ مَاءً فَأَحْيَا بِهِ الْأَرْضَ بَعْدَ مَوْتِهَاَ</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;">„<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Und Gott schickt Wasser vom Himmel herab und erweckt damit die Erde zu neuem Leben.“ </em></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sura Nahl (16 / Vers 66):</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">وَإِنَّ لَكُمْ فِي الْأَنْعَامِ لَعِبْرَةً نُسْقِيكُمْ مِمَّا فِي بُطُونِهِ مِنْ بَيْنِ فَرْثٍ وَدَمٍ لَبَنًا خَالِصًا سَائِغًا لِلشَّارِبِينَ</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;">„<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Und fürwahr, im Herdenvieh (das das Gras auf der wiederbelebten Erde abweidet) ist ein lehrreiches Beispiel für euch: Wir geben euch von dem, was in ihren Leibern ist (auf wunderbare Weise abgesetzt von dem) was sich zwischen Ausscheidung und Blut befindet. Milch, das rein und angenehm ist für jene, die trinken.“ </em></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;">„<span style="font-family: Arial,sans-serif;">Herdenvieh“ umfasst nicht alle Tiere, sondern steht im Kontext nur für Arten von Schafen, Ziegen, Kühen und Kamelen. Dies lässt sich aus der Sura En’am (Das Vieh), aus den Versen 142, 143 und 144 schlussfolgern. Es sind hier vier Tierpaare gemeint, demnach handelt es sich um insgesamt acht Tiere. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Nahrung gelangt, bis zu einem gewissen Grad verdaut in den Darm, in dem sie durch einen weiteren Verdauungsprozess in den Blutkreislauf weitergeleitet wird. Dort durchläuft sie mit dem Blutkreislauf den Körper und gelangt in die Leber, in der sie in einem weiteren Prozess bearbeitet und den Zellen bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt wird.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Unter anderem wird diese Form der Nahrung, nach dem sie zur Brust eines Tieres gelangt &#8211; welches frisch entbunden hat &#8211;  und vom Blut getrennt wurde, durch die Zufuhr einer speziellen Flüssigkeit zu Milch. Diese Nahrung im Blut ist weder rein noch genießbar. Gott der Allmächtige jedoch trennt das Blut und die Nahrung  voneinander, und durch die Zufuhr einer Flüssigkeit verändert sich die chemische Zusammensetzung dieser beiden Stoffe, wodurch reine Milch entsteht. Eben solches gehört zu den besagten Zeichen Gottes, und Gott der Allmächtige zeigt, dass man sich an solchen Wundern ein Beispiel nehmen soll. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sich ein Beispiel nehmen, sich warnen lassen, heißt ebenso, sich belehren zu lassen, also einen Sachverhalt in anderen Situationen anzuwenden. Entsprechend resultiert daraus, dass man das System der chemischen Reaktion erkennen und anwenden soll.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In den übersetzten Schriften des Koran findet sich in diesem Zusammenhang vorherrschend folgender Fehler.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In den meisten Übersetzungen wird der Vers „min beyni fersin ve demin” als, „Zwischen Blut und Mist“ fehlgedeutet. „min beyni“ wird als „dazwischen“ übersetzt, wobei dafür „Vast“ steht. „Beyn“ kann ebenfalls dafür verwendet werden, obwohl „trennen“ eine trefflichere Übersetzung wäre. So steht das Wort „beyn“ für „firak“.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Chemische Reaktion zum Schlechten</strong></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Chemische Reaktionen können dazu führen, dass Stoffe mit negativen Eigenschaften entstehen. Dies wird anhand der Sura An Nahl sehr deutlich, wenn es dort heißt:</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"> </span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sura Nahl (16 / Vers 67):</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">وَمِنْ ثَمَرَاتِ النَّخِيلِ وَالْأَعْنَابِ تَتَّخِذُونَ مِنْهُ سَكَرًا وَرِزْقًا حَسَنًا إِنَّ فِي ذَلِكَ لَآيَةً لِقَوْمٍ يَعْقِلُونَ</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;">„<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Und es gibt (unter den Erzeugnissen, die Gott als Nahrung für euch auf der wiederbelebten Erde hervorbringt) die Früchte der Dattelpalme und die Trauben: Aus ihnen bereitet ihr berauschende Getränke und gute, bekömmliche Nahrung. Darin ist fürwahr ein Zeichen für Menschen, die nachdenken und Verstand haben.“</em></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Wenn man an ein Erzeugnis wie Trauben denkt, so fällt einem der Saft oder der Traubenmost ein. Kann der Saft/Most betrunken machen? </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Mitnichten! Denn um diese Eigenschaft zu erlangen, muss der Saft/Most eine chemische Reaktion durchlaufen, die auch als Fermentation/ Obergärung bezeichnet wird. Dabei wird der Saft/Most durch den Prozess der Fermentierung/ Gärung zum Alkohol und gleichsam für Muslime Verboten, Haram. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Eine darauffolgende chemische Reaktion lässt den Alkohol zu Essig zu werden. Es ändert sich also der Verwendungszweck. Unabhängig davon wird was zuvor verboten war, (Haram) zum Erlaubten (Halal). So sagte einst der Prophet Muhammad (Friede und Segen Gottes sei auf Ihm): „Welch eine schöne Zutat der Essig doch ist.“ </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Prozesse der chemischen Reaktion von Blut und Nahrung zu Milch, oder dem Traubensaft, der zu Essig wird, zeigen, dass Stoffe, die üblicherweise nicht gegessen und getrunken werden, zu erlaubter (Halal) und schmackhafter Nahrung werden können. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Das wiederrum zeigt, dass, wenn ein Stoff durch eine chemische Reaktion seine Eigenschaften verändert und zu etwas neuem wird, Regeln über den neu entstandenen Stoff Anwendung finden müssen.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Verändert jede chemische Reaktion, die rechtliche Verfügung?</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die bisher erschlossenen Ergebnisse könnten die Frage aufwerfen, ob jede chemische Reaktion, und somit die Veränderung des Stoffes, neue islamrechtliche Bestimmungen mit sich bringt. Zur Verdeutlichung wird die Sura An Nahl zugezogen, in der es heißt:</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Sura Nahl (16 / Vers 68 u. 69) :</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">وَأَوْحَى رَبُّكَ إِلَى النَّحْلِ أَنِ اتَّخِذِي مِنَ الْجِبَالِ بُيُوتًا وَمِنَ الشَّجَرِ وَمِمَّا يَعْرِشُونَ</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">ثُمَّ كُلِي مِنْ كُلِّ الثَّمَرَاتِ فَاسْلُكِي سُبُلَ رَبِّكِ ذُلُلًا يَخْرُجُ مِنْ بُطُونِهَا شَرَابٌ مُخْتَلِفٌ أَلْوَانُهُ فِيهِ شِفَاءٌ لِلنَّاسِ إِنَّ فِي ذَلِكَ لَآيَةً لِقَوْمٍ يَتَفَكَّرُونَ</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">68. „<em>Und dein Herr gab der Biene ein: „Nehmt euch Wohnstätten in den Bergen und in den Bäumen und in dem, was sie (die Menschen) sich bauen und weben mögen.“</em></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">69<em>. „Dann hole dir Nahrung von all den Früchten, und folge, indem du mit deinen Lasten heimkehrst, den Wegen deines Herrn, die dir leicht gemacht sind.“ Aus ihren Leibern kommt ein Trank hervor von unterschiedlicher Farbe, in dem Heilung für die Menschen ist. Darin ist fürwahr ein Zeichen für Menschen, die nachdenken.“</em></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Hier wird das Beispiel der Honigbiene angeführt. Die Biene, die den Nektar der Pflanzen in ihrem Bauch zu Honig verändert, verteilt diese neu entstandene Flüssigkeit in ihre Waben. Der Unterschied dieser chemischen Reaktion, im Vergleich zu den vorstehend Erwähnten ist, dass der Nektar der Pflanze und der daraus entstandene Honig erlaubt, also Halal, ist. Somit ändert nicht jede chemische Reaktion,die islamrechtliche Verfügung.</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In den Rechtsbüchern steht zum Bsp. „Traubensaft/Most ist Halal. Wenn es zu Alkohol wird, ist es Haram. Wenn es wieder von Alkohol zu Essig wird, wird es Halal.“ Diese Feststellung der hanafitischen Rechtschule, ist im Vergleich zur schafiitischen<a name="sdfootnote2anc" href="#sdfootnote2sym"><sup>2</sup></a> eine Richtige, denn sie fußt auf den Aussagen der Verse des Korans. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ein weiteres Beispiel, das in den Rechtsbüchern steht, das einen noch erhellenderen Beitrag leisten könnte, wäre wie folgt: <em>„Wenn ein Schwein in einen Salzsee hineinfällt und so zu Salz wird, kann es gegessen werden.“</em> </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Gelehrten stellen zurecht fest, dass durch die Veränderung des Objekts, hier des Schweins, nicht die Verfügung und Bestimmung über den ursprünglichen Zustand gegeben werden kann, sondern die der neu entstandenen Substanz, hier das Salz, zählt. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Man sollte bei all diesen Feststellungen eines nicht durcheinander bringen. Aus bspw. mit Urin verunreinigter Milch kann nicht Joghurt oder Käse hergestellt werden, welches den islamischen Grundsätzen über Erlaubtes entspricht (Halal). Denn die Milch wird zwar durch den chemischen Prozess verändert, nicht aber der Urin, der unrein ist und bleibt. So ist der Joghurt oder Käse, in dem sich Urin befindet, unrein, und somit Haram. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Anmerkungen zu Nahrungsmittelstoffen:</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>EMULGATOR</strong> </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In Bezug zu Emulgatoren ist festzuhalten, dass jede Zutat in Nahrungsmitteln einen chemischen Prozess durchläuft: Verändert sich die Zutat mittels eines chemischen Prozesses, ist der Ursprungszustand nicht mehr von Belang. So, wie man bei der Milch, nicht mehr auf das Blut und die Ausscheidung achtet und die reine Milch zu sich nimmt. Und so wie der Traubensaft zwei chemische Prozesse durchlaufen muss, damit er zum essbaren und erlaubten Essig wird. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>GELATİNE</strong></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ausgangsprodukt für Gelatine sind tierische Produkte wie Haut und Knochen, die vom Rind, in Europa jedoch zumeist vom Schwein, gewonnen werden. Die in diesem Zusammenhang zu stellende Frage lautet: Kommt es bei der Herstellung von Gelatine zu einer chemischen Reaktion und Umwandlung des ursprünglichen Zustands?</span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Lt. Herrn Prof. Dr. Hüseyin Hüsnü GÜNDÜZ wird das tierische Produkt während dem Herstellungsprozess einem chemische Prozess unterzogen, weil die zugeführte Säure dem Kollagen Wasserstoff entzieht. Das daraus neuentstehende Produkt ist dann die Gelatine. Da dabei ein chemischer Prozess stattfindet, fällt die Gelatine in den Geltungsbereich des islamrechtlich Erlaubten.. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>KÄSE</strong></span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Eine weitere Diskussion bezieht sich auf in Europa hergestellten Käse, welches Haram sein soll. Hefe für Käse wird aus den Vormägen von Wiederkäuern gewonnen. Das Schwein aber ist kein Wiederkäuer. Es kommt In 5% der Fälle vor, dass in die Hefe für die Käseherstellung ca. 5% der Enzyme vom Schwein zugefügt werden. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Laut Herrn Dr. Recep Çibik, der seine Dissertation über die Käse-Herstellung verfasst hat,  wird die Struktur der Hefe – nachdem der Käse gerinnt &#8211; gänzlich verändert, und verliert komplett die Eigenschaften seines ursprünglichen Zustands, so dass der so entstandene Käse aus islamrechtlicher Sicht nicht beanstandet werden kann. Im übrigen aßen die Gefährten des Propheten Muhammad´s Käse, den die damaligen Juden aus den Vormägen von toten Tieren herstellten. </span></span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>ERGEBNIS</strong></span></span></span></p>
<ol>
<li><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Es 	ist unerheblich welchen Ursprung die Zutat hatte. Sofern sie durch 	eine chemische Reaktion verändert wird, ist sie aus 	islamrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden.</span></span></span></li>
</ol>
<ol>
<li><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Es 	ist ebenso unerheblich ob die Gelatine vom Schwein oder vom Rind 	ist: Da die Gelatine durch die chemische Veränderung zu etwas neuem 	wird, gelten die Bestimmungen über den Ursprungszustand nicht mehr. 	Das Endprodukt in letzter Konsequenz als islamrechtlich bedenklich 	(Haram) zu bezeichnen ist nicht möglich.</span></span></span></li>
<li><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Hefe 	für den Käse ist nicht schweinischen Ursprungs. Auch wenn der Hefe 	Enzyme schweinischen Ursprungs beigefügt werden, kann es nicht als 	Haram beanstandet werden, da die Hefe ihren Ursprungszustand völlig 	ändert.</span></span></span></li>
</ol>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"> </span></span></p>
<p><span style="font-size: small;"><span style="color: #000000;"> <span style="font-family: Arial,sans-serif;">Prof. Dr. Abdulaziz BAYINDIR</span></span></span></p>
<div id="sdfootnote1">
<p><span style="font-size: small;"><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a>Ali 	Ünal, Der Koran und seine Übersetzung mit Kommentar und 	Anmerkungen. (aus dem Englischen: <em>The Qur</em><span style="font-family: Gentium Book Basic,serif;"><em>’</em></span><em>an 	with Annotated Interpretation in Modern English)</em>. Fontäne 	Verlag: Offenbach am Main, 2009. Im weiteren Verlauf werden alle 	Koranstellen aus dieser Übersetzung zitiert.</span></p>
</div>
<div id="sdfootnote2">
<p><span style="font-size: small;"><a name="sdfootnote2sym" href="#sdfootnote2anc">2</a>In 	der schafiitischen Rechtschule würde der Stoff, der Haram, Verboten 	geworden ist, bspw. durch die Gärung, auch trotz mehrmaliger 	chemische Reaktionen, nicht mehr Halal, also erlaubt werden.</span></p>
</div>
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