Der Glaube an die Fürsprache
Islam und Koran > Fatwas > Mitteilungen Datum: 10 Aralık 2011 Tavsiye Et Drucken

Frage:

Heutzutage ist es so, das 99% aller Muslime auch als Muslime geboren werden, da entweder das Geburtsland überwiegend muslimisch ist oder die Eltern selbst Muslime sind. Abdulaziz Bayındır sagte, dass die Schriftbesitzer (Ahl-i kitab) Beigeseller (mushrik) wären. Dann fügte er hinzu: „Wenn sie nicht beigesellt haben und Ihnen die Botschaft nicht gebracht wurde, dann wird Allah sie nicht bestrafen.“

Herr Bayındır behauptet, dass jeder, der um die Fürsprache des Propheten glaubt und sagt „O Muhammad erreiche uns“ auch beigesellen würde. Bis jetzt gab es außer den Wahhabiten kaum Menschen, die diese Meinung vertraten. Sogar Muslime, die vom Christentum in den Islam konvertieren, werden durch einen Glauben der Fürsprache des Propheten Muhammad (Segen und Friede auf Ihm) geprägt.

Ich persönlich glaube nur an den einen Gott und nicht an die Fürsprache. Aber wird der Shirk-Terminus (Beigesellen zu Allah) nicht zu sehr erweitert? Wenn jeder, der kein Muslim ist, ein Beigeseller wäre, und wenn die Situation der Muslime durch einen Beigesellerglauben so schlimm ist, wer soll da noch errettet werden?

Aktuell gibt es ca. 6,5 Milliarden Menschen auf der Welt. Aber wenn wir die vorhin erwähnten Kriterien versuchen zu übertragen, werden schätzungsweise alle außer 10 Millionen Menschen die ewige Höllenstrafen erleben! Denn alle der Ahl-i sunnat (die Leute der Tradition des Propheten) glauben an die Fürsprache. Und dabei zähle ich die Shiiten gar nicht mit.

Ich glaube, dass meine Haltung zu diesem Thema zwiespältig ist, weil es wirklich schwierig ist, eine solche Situation zu akzeptieren. Ist es wirklich so wie ich es mir vorstelle oder übertreibe ich es maßlos?

Antwort:

Fürsprache/Fürbitte (Sefaat) bedeutet u.a.; nicht alleine lassen und mit jemandem mitgehen um für ihn etwas zu erledigen. „Fürsprache o Gesandter Gottes“1 wird im Zusammenhang mit dem Jenseits erwähnt, das bedeutet, man meint eigentlich, „O Gesandter Gottes lass mich im Jenseits nicht allein, erledige es für mich.“

Wir wissen, dass Muslime, die in die Hölle kommen, nicht auf Ewigkeit dort bleiben werden. Daher ist die Fürsprache das Anflehen, die Bitte um direkt ins Paradies zu kommen. Aus diesem Grund wird die Fürsprache zu Zeiten des Jüngsten Gerichts2 erwartet.

Nun analysieren wir mal diesen Glauben :

  1. Am Ort des Jüngsten Gerichts, wo sich die Menschenmenge versammelt, wird es keinerlei Fürsprache geben, denn Gott spricht:

Zieht euch vor solch einem Tage zurück, an diesem Tage wird keiner für den anderen die Strafe bekommen, von niemandem wird Fürsprache angenommen, von niemandem wird Lösegeld genommen und niemandem wird geholfen.“ (Bakara 2/48)

Selbstverständlich werden die Guten mit ihrem Segen/Lohn zusammenkommen. Die Sünder aber werden, am Tage der Abrechnung in dem lodernden Feuer sein und da schmoren, sie werden diesem Ort nicht entrinnen können.

Woher willst Du wissen was der Tag der Abrechnung ist! … Wirklich woher willst Du wissen was der Tag der Abrechnung ist! … An dem Tag wird keiner für den anderen etwas tun können. An dem Tag liegt die ganze Ermächtigung bei Gott.“ (İnfitâr 82/13-19)

Warne mit dem Koran, die an dem Tage in Gegenwart ihres Herrn sich fürchten; sie werden außer Gott keine Freunde und Fürsprecher haben. Vielleicht werden sie sich hüten.“ (En’am 6/51)

Sag: Die Ermächtigung zur Fürsprache liegt vollkommen bei Gott.“ (Zümer 39/44)

(O Muhammad) Sag: Ich kann nicht mal mir Nutzen oder Schaden geben; außerdem was Gott gibt.“ (A’raf 7/188)

Abu Hureira, berichtet darüber, dass als der Vers „Warne die nahesten des Stammes“ (Şuara, 26/214) geoffenbart wurde, der Gesandte Gottes eine Ansprache hielt in der er sagte:

O Ihr Gemeinschaft von Qureish! Versucht euch zu retten; in Gegenwart Gottes habe ich keinen Nutzen für euch. O Ihr Söhne Abdumenafs! In Gegenwart Gottes werde ich keinen Nutzen für euch haben. Abbas, Sohn Abdulmuttalibs (Onkel des Propheten)! In Gegenwart Gottes werde ich Dir nicht Nutzen. Safiyya (Tante des Propheten)! In Gegenwart Gottes werde ich Dir nicht Nutzen. O meine Tochter Fatma! Nehme von meinem Besitz was Du Dir wünschst. Aber bei Gott werde ich Dir nicht Nutzen.“ (Buhârî, Vesâyâ, 11)

Wir sehen eindeutig, dass es keine Fürsprache gibt. Obwohl all diese Beweise existieren, wie können Muslime immer noch „Fürsprache o Gesandter Gottes“ sagen.

Was erwartet ein Gläubiger, wenn er den Gesandten Gottes darum bittet für ihn Fürsprache zu halten? Ist es nicht ein Flüchten von Gott zum Propheten, indem Glauben er kenne den Gläubigen besser als Gott, er wäre barmherziger als Gott, und könne ihn vor Gott erretten?

Stellt jemand der so denkt, den Propheten nicht als einen mächtigen Gott neben den Einzigen?

Gott, der Eine und Einzige sagt im Koran:

Wenn ein Mensch in der Enge ist und um Hilfe bittet, wer eilt zu ihm und befreit ihn von seinem Bedrängnis? Ist neben Gott noch ein Gott? Wie wenig ihr euer Wissen benutzt.“ (Neml 27/62)

  1. Jemandem der sagt, „Wenn sie in der Hölle verbrennen sollen, soll ich auch verbrannt werden“ ,habe ich nichts mehr zu sagen,nur sollte jeder denkende Mensch mit allen Mitteln versuchen sich vor der Hölle zu retten.
  1. Es gibt Menschen, die sich wohl barmherziger als Gott sehen und meinen „Ich bin damit einverstanden in der Hölle verbrannt zu werden, wenn dadurch der Glaube meines Volkes errettet würde.“ Diese betrachten die Hölle als Nichts an. Wer wie sie verbrannt werden will, soll dann auch verbrennen.

Prof. Dr. Abdülaziz Bayındır

http://www.suleymaniyevakfi.org/arastirmalar/akaid-arastirmalari/sefaata-inanmak.html

1 “Şefaat ya Resulallah”;

2 Mahşer vakti;

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