Der Koran Die Religion im Koran Glaubensgrundsätze Koran als Quelle

Sag: ,,Was meint ihr, wenn er doch von Allah stammt und ihr ihn hierauf verleugnet?“ – Erdem Uygan

 Sag: ,,Was meint ihr, wenn er doch von Allah stammt und ihr ihn hierauf verleugnet?“

 

Erdem Uygan

 

Sag: ,,Was meint ihr, wenn er doch von Allah stammt und ihr ihn hierauf verleugnet?“ [1]

Die Frage, ob der Koran Gottes Offenbarung ist, lässt sich für einen Menschen, der in eine muslimischen Familie reingeboren wurde, nicht so leicht beantworten. Diese Fragen zu stellen, gilt für viele Familien als verpönt.  Jedoch sollte sich jeder Mensch, abgesehen von seiner Zugehörigkeit und Familie, diese Frage stellen. Im Koran heißt es dazu:

,,Und wenn ihnen gesagt wird: ,Befolget, was Allah herabgesandt hat‘, sagen sie: ,Nein, wir wollen dem folgen, worin wir unsere Väter vorgefunden haben.‘ Wie! wenn selbst ihre Väter keinen Verstand hatten und nicht auf dem rechten Wege wandelten (2/170) [2]?“

Der Mensch muss auf das Gebot ,,Befolget, was Allah herabgesandt hat“ eine klare Antwort haben. In diesem Vers wird deutlich, welche Anwort nicht gegeben werden sollte. Der Mensch darf nicht ohne zu hinterfragen, den Weg seiner Vorväter beschreiten. Jeder Mensch muss sich fragen, ob dieser Weg, der Wahre ist. Der Vers geht nicht der Frage nach, ob die Vorväter den wahren oder falschen Glauben hatten. Vielmehr weist der Koran darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich Menschen irren können – denn den rechten Weg beschreitet der Mensch, indem er der Religion folgt.

Wenn Allah den Menschen auffordert dem zu folgen, was Er herabgesandt hat, dann darf unsere Anwort nicht sein: ,,Ich folge dem, dem auch meine Vorfahren folgten.“ Wie müsste unsere Antwort lauten? Um auf den rechten Weg zu gelangen, sollte der Mensch einzig und allein dem folgen, was Allah herabgesandt hat. Hierbei stellt sich die Frage, wie der Mensch feststellen kann, dass der Koran Gottes Offenbarung ist. Ist es denn ausreichend, wenn uns ein Buch gereicht wird und gesagt wird: ,,Das ist das Buch Allahs.“ Befolgt der Mensch in dem Fall nicht den Weg eines anderen? Wenn wir nicht hinterfragen, gehören wir dann nicht zu denen, die in der Sure Bakara, Vers 170, erwähnt werden? Auch wenn behauptet wird ,,Das ist das Buch Allahs“, sollte der Mensch hinterfragen, damit er nicht zu denen gehört, die in dem Vers genannt werden. Denn in dem Vers werden diejenigen gewarnt, die unüberlegt den Vorvätern folgten.

,,Sag: ,Was meint ihr, wenn er doch von Allah stammt und ihr ihn hierauf verleugnet? Wer ist weiter abgeirrt als jemand, der sich in tiefem Widerstreit befindet (41/52)?'“

Der Vers: ,,wenn er doch von Allah stammt und ihr ihn hierauf verleugnet“ zeigt, dass es keinen Zweifel geben darf hinsichtlich der Frage, ob der Koran die Schrift Gottes ist und dass sich jeder Mensch mit dieser Frage auseinandersetzen muss.

,,Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Wir hinabgesandt haben zu Unserem Diener, dann bringt eine Sura hervor wie diesen und ruft eure Helfer auf außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid (2/23).“

Die Frage, ob der Koran die Offenbarung Gottes ist, lässt sich beantworten, in dem man die Behauptung, der Koran sei nicht von Allah herabgesandt worden, durch einen Nachweis widerlegt. Diese und weitere ausschlaggebende Verse[3] appellieren an die Zweifelnden den Koran näher zu betrachten und zu untersuchen. Für ein besseres Verständnis müssen die Verse im gesamten Kontext gelesen werden. Das bedeutet, dass die gesamte Sure verstanden werden muss und die unterschiedlichen Verse im Koran im Zusammenhang betrachtet werden müssen. Denn nicht die einzelnen Verse sind maßgebend sondern die gesamte Sure. Wenn behauptet wird, dass die Verse im Koran nicht zusammen betrachtet werden können, wirft der Mensch Allah vor keine Klarheit dargestellt zu haben (Im weiteren Verlauf wird dies näher erläutert). Der Koran fordert die Zweifelnden auf eine Sure hervorzubringen, wie Allah es tat. Diese Herausforderung ist ein Beweis dafür, dass der Koran von Allah herabgesandt wurde. Im darauffolgenden Vers heißt es hierzu:

,,Doch wenn ihr es nicht tut – und nie werdet ihr es vermögen -, dann hütet euch vor dem Feuer, dessen Nahrung Menschen und Steine sind, bereitet für die Ungläubigen (2/24).“

Wenn die Person, die uns die Offenbarungsschrift übermittelt, behauptet er sei ein Prophet, sollten wir nicht ihn auch hinterfragen ? Der Koran teilt uns mit, wer der Gesandte Allahs ist. Deshalb sollte der Mensch ohne Zweifel dem Wort Allahs vertrauen und sich danach richten. Das bedeutet, dass der Mensch den Propheten und Gesandten im Koran ebenfalls hinterfragen muss. Dem Propheten zu befolgen, gelingt allein durch die wahrhaftige Bezeugung des Propheten.

Wenn jemand behauptet, dass ihm der Koran offenbart wurde und er ein Prophet ist, ist nicht sein Charakter oder seine Glaubwürdigkeit von Bedeutung. Denn die Aufgabe besteht darin, die Gottesschrift zu betrachten und sich nach Allahs Worten zu richten. Das Prophetentum wird nicht durch Ansehen oder Temperament gemessen: Die Zeugnis des Propheten als Gesandten Allahs ist lediglich im Koran wiederzufinden.

Das Gebot ,,Befolget, was Allah herabgesandt hat“ bewirkt, dass sich der Mensch fragt, was die Offenbarung Gottes ist: Die Antwort lautet: Die Schrift Gottes, die sich selbst beweist.

Der Beweis, dass der Koran die Offenbarungsschrift ist, ist im Koran selbst enthalten. Die folgenden Verse stellen dies dar:

,,Siehe, dies ist eine Offenbarung vom Herrn der Welten (26/192).“

,,Alif Lám Rá. Ein Buch, das Wir zu dir hinabgesandt haben, auf daß du die Menschheit aus den Finsternissen zum Licht führen mögest nach ihres Herrn Gebot auf den Weg des Allmächtigen, des Preiswürdigen.(14/1).“

Der Beweis muss im Koran selbst aufzuweisen sein. Dies sollte jedoch nicht auf einer Behauptung beruhen und so wie viele Historiker sagen, auf Tautologie [4] basieren, sondern durch einen Nachweis belegt werden.

Der Beweis kann nicht auf alte Sammlungen und Arbeiten beruhen. Die Offenbarungsschrift sollte durch Anbeginn und jahrelang erbrachte Untersuchungen und Methoden nachgewiesen werden. Diese Untersuchungen werden ebenfalls durch Menschen erbracht, die nicht ohne zu hinterfragen angenommen werden dürfen. Daraus lässt sich schließen, dass der Koran nur mit klaren Beweisen erklärt werden kann – auch wenn alle Untersuchungen durch die Mehrheit der Menschen gebilligt werden, sollten die Beweise überzeugend sein. Daher sollte jeder Mensch selbst Zeugnis für den Koran ablegen können. Allah ist der Schöpfer aller Dinge, demzufolge sollte der Mensch die Zeugnis für seinen Glauben nicht anderen Menschen überlassen. Letztendlich ist nur der Beweis durch Allah ohne Zweifel und mit Gewissheit.

Wenn der Mensch sein ganzes Leben nach einem Buch richten möchte und den Geboten frei folgen möchte, dann sollte er überzeugt sein, dass der Koran die Offenbarung Gottes ist. Er sollte sich nicht nach anderen Menschen richten, denn hierfür gibt es keine Gewissheit und der Mensch verfolgt stets seine eigenen Interessen und kann keine bedingungslose Zuversicht vermitteln. Die verzerrte Wahrnehmung vom Glauben kann einen Menschen in die Irre führen:

,,Und wenn du der Mehrzahl derer auf Erden gehorchest, werden sie dich wegführen von Allahs Weg. Sie folgen nur einem Wahn, und sie vermuten bloß (6/116).“

Aus diesem Grund sollte der Mensch nicht den Weg der Mehrheit oder der Vorväter beschreiten – bloß weil sie behaupten ihr Weg sei richtig. Der Koran ist selbsterklärend und in sich schlüssig, daher sind Intepretationen nicht wesentlich. Die Offenbarung Gottes ist ohne Zweifel anzunehmen. Auf Behauptungen zu beruhen, führt dazu, dass man sich anderen Menschen unterordnet. Die, die man anstelle Allahs anruft, leiten den Menschen vom rechten Weg ab:

,,Alif Lám Rá. Ein Buch, dessen Verse unveränderlich gefügt, dann im einzelnen erklärt worden sind, von einem Allweisen, Allkundigen. (Es lehrt), dass ihr keinen anbeten sollt als Allah. Ich bin euch ein Warner und ein Bringer froher Botschaft von Ihm (11/1-2).“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zeichen, die beweisen, dass der Koran Allahs Offenbarung ist, im Koran zu finden sind. Die Zeichen sind durch Allah festgelegt und werden von Ihm aufgezeigt. Somit kann jeder Mensch Überzeugung erlangen.

Im Koran werden drei Vorgänge genannt, die verdeutlichen, dass der Koran nicht von einem Menschen verfasst sein kann. Die Vorgänge, die aufgeführt werden, liegen jeweils als großes Werk vor. Daher werden diese nicht detailliert dargestellt.

 

  1. Der Beweis für die Offenbarungsschriften

Es ist zwingend erforderlich, dass der Koran in sich Beweise beinhaltet, die für die Anhänger der früheren Offenbarungsschriften erkennbar sind. Denn den Anhängern der früheren Offenbarungsschriften wurde verkündet, dass ein Prophet kommen wird, dem sie folgen und den sie unterstützen sollen.

,,Und gedenket der Zeit da Allah (mit dem Volk der Schrift) den Bund der Propheten abschloß (und sprach): ,Was immer Ich euch gebe von dem Buch und der Weisheit – kommt dann ein Gesandter zu euch, erfüllend, was bei euch ist, so sollt ihr unbedingt an ihn glauben und ihm unbedingt helfen.‘ Er sprach: ,Seid ihr einverstanden, und nehmet ihr diese Verantwortung Mir gegenüber an?‘ Sie sprachen: ,Wir sind einverstanden.‘ Er sprach: ,So bezeugt es, und Ich bin mit euch unter den Zeugen. Wer sich nun danach abwendet – sie sind die Frevler (3/81-82).'“

Die Anhänger der früheren Offenbarungsschriften sollten ohne Zweifel daran glauben, dass ein Gesandter kommt und der Koran die Offenbarungsschrift Allahs ist. Aus diesem Grund sollten sie das ,,neue Buch“, das sie vorfanden, akzeptieren und annehmen. Jedoch verlangten sie ein Zeichen, um den Propheten zu glauben:

,,,Nein‘, sagen sie, ,aber wirre Träume; nein, er hat ihn erdichtet; nein, er ist (nur) ein Dichter. Möge er uns doch ein Zeichen bringen in der Art, wie die früheren (Propheten) entsandt wurden (21/5).'“

 

Auf diese Forderung heißt es im Koran:

,,Und Wir entsandten vor dir lediglich Männer, denen Wir Offenbarung zuteil werden ließen – fragt nur diejenigen, die die Ermahnung besitzen, wenn ihr nicht wisset (21/7).“

Des Weiteren wird im Kuran beschrieben, wonach die Suche sein sollte:

,,Und Wir machten ihnen nicht einen Leib, dass sie keine Speise äßen, noch dass sie ewig lebten. Dann erfüllten Wir ihnen das Versprechen; und Wir erretteten sie und wen Wir wollten; die Übertreter aber vertilgten Wir (21/8-9).“

Außerdem wird die Botschaft der Offenbarung deutlich :

,,Wir haben euch ein Buch hernieder gesandt, worin euer Gedenken liegt; wollt ihr denn nicht begreifen (21/10)?“

In den Versen 3 bis 24 dieser Sure (Anbiya) wird ,,das Gedenken“ thematisiert. In der Sure Nahl Vers 44 wird deutlich, dass der Bezug auf die Offenbarungsschriften ist. Hier wird deutlich, dass die Botschaften des Koran, die dem Propheten offenbart wurden, auch in den früheren Offenbarungsschriften enthalten sind. Dies ist der Beweis dafür, dass der Koran das erwartete Buch ist. [5]

 

Hierzu die Sure Nahl:

,,Und vor dir entsandten Wir nur Männer, denen Wir Offenbarung gegeben – so fraget die, welche die Ermahnung besitzen, wenn ihr nicht wisst. (Wir entsandten sie) mit den deutlichen Zeichen und mit den Büchern [6]; und zu dir haben Wir die Ermahnung herabgesandt, auf dass du den Menschen erklärest, was ihnen herabgesandt wurde, und auf dass sie nachdenken mögen (16/43-44).“

Der Gesandte Allahs bekundete die Offenbarung, die die früheren Offenbarungsschriften bestätigt und somit ein Beweis dafür ist, dass dies das Buch Allahs ist. Der Gesandte offenbart die Botschaft Allahs mit der Kenntnis über die früheren Schriften. Somit wird den Anhängern der früheren Schriften ,,kund gegeben“, dass der Koran die Offenbarung Allahs ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei einer Gegenüberstellung der Offenbarungsschriften mit dem Koran deutlich wird, dass der Koran ohne Zweifel die Offenbarung Allahs ist, und die Anhänger der früheren Schriften durch genauere Betrachtung dies erkennen werden und dadurch sich verpflichten dem Koran zu folgen. Aus diesem Grund erkennen Gelehrte, die der früheren Offenbarungsschriften kundig sind (ehl-i zikir), dass der Koran die Offenbarung Allahs ist:

 ,,Soll ich denn einen andern Richter suchen als Allah – und Er ist es, Der euch das Buch, deutlich gemacht, herabgesandt hat? Und jene, denen Wir das Buch gegeben haben, wissen, dass es von deinem Herrn mit der Wahrheit herabgesandt ward; deshalb solltest du nicht unter den Bestreitern sein (6/114).“

,,Diejenigen, denen Wir die Schrift zu vor gegeben – sie glauben daran [7] (28/52).“

Diese Methode, um den Koran als Offenbarung Allahs zu beweisen, wird dem Propheten ebenfalls empfohlen:

,,Und wenn du im Zweifel bist über das, was Wir zu dir niedersandten, so frage diejenigen, die vor dir die Schrift gelesen haben. Fürwahr, die Wahrheit ist zu dir gekommen von deinem Herrn; sei also nicht der Zweifler einer (10/94).“

Dieser ausschlaggebende Vers zeigt, dass jeder Muslim den Beweis führen muss, dass der Koran eine Gottesschrift ist. Wenn der Prophet im Zweifel war, sagte Allah nicht zu ihm: ,,Sorge dich nicht, dass sind die Zeichen Allahs.“ Allah sagte in dem Fall, dass der Prophet hinterfragen und selbst zum Ergebnis kommen soll. In einem anderen Vers heißt es dazu, dass der Kuran in den früheren Schriften erwähnt wurde und die Kundigen unter den Kindern Israels dies wussten [8]:

,,Und ganz gewiss ist der Koran in den Schriften der Früheren (erwähnt). Ist es ihnen denn nicht ein Zeichen, dass die Kundigen unter den Kindern Israels ihn kennen  (26/196-197)?“

Eine weitere bedeutende Sure ist die Sure Müminun, in der die Anhänger der früheren Schriften erinnert werden, dass der Koran das Buch Allahs ist, das sie erwarteten:

,,Haben sie denn das Wort nicht bedacht, oder ist zu ihnen gekommen, was nicht zu ihren Vorvätern kam (23/68)?“

In der Sure Ali Imran Vers 81, die oben bereits erwähnt wurde, wird den Ahl al-kitap verkündet, dass ein Gesandter kommen wird. Somit wir ihnen eine Bürde (=isr) auferlegt.  Aus diesem Grund sollen die Ahl al-kitap ihre Schriften und den Koran untersuchen und vergleichen. Wenn sie den Koran als Gottesschrift annehmen, wird ihnen die Bürde genommen.

,,Und die, denen Wir die Schrift gegeben, freuen sich über das, was zu dir hinabgesandt ward. Und unter den Stämmen sind einige, die einen Teil davon leugnen. Sprich: «Mir ward nur geboten, Allah zu dienen, und nicht, Ihm Götter zur Seite zu stellen. Zu Ihm rufe ich und zu Ihm ist meine Heimkehr (13/36).“

Die Sure Araf Vers 157 und die Sure Ali-Imran 81 zeigen, dass die Anhänger der Offenbarungsschriften, die dem Propheten folgen von dieser Last befreit werden:

,,Die da folgen dem Gesandten, dem Propheten, dem Makellosen, den sie bei sich in der Thora und im Evangelium erwähnt finden – er befiehlt ihnen das Gute und verbietet ihnen das Böse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt hinweg von ihnen ihre Last und die Fesseln, die auf ihnen lagen -, die also an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm hinabgesandt ward, die sollen Erfolg haben (7/157).“

Da der Prophet im Koran erwähnt wird, haben die Anhänger der Offenbarungsschrift Kenntnis über ihn:

,,Sie, denen Wir das Buch gaben, erkennen ihn, wie sie ihre Söhne erkennen. Jene aber, die ihre Seelen verderben, die wollen nicht glauben (6/20).“

Daraus lässt sich schließen, dass diejenigen, denen zuvor Schriften herabgesandt wurden, verpflichtet sind an den Propheten zu glauben, und ihn im Glauben zu unterstützen. Vorerst müssen sie aber Kenntnis über die ,,neue Schrift“ haben und herausfinden, ob diese Schrift von Allah ist. Um dies herauzufinden, müssen sie den Inhalt der Schriften zuvor mit der neuen Schrift vergleichen und prüfen. Denn im Koran sind einige Ausschnitte aus den Schriften zuvor übernommen andere wiederum verändert worden [9; 10] ( und manche Inhalte mit besseren oder erklärenden verändert worden [11] ) Nach solch einer Untersuchung kann bewiesen werden, dass der Koiran Allahs Offenbarung ist. Außerdem wird dadurch deutlich, dass die einzig wahre Religion der Islam ist und die Offenbarungsschriften den Koran in sich beinhalten. In dem sie dem Koran folgen, folgen sie auch ihren Schriften.

Wenn die Betrachtung auf einen anderen Fokus gelegt wird, werden die Botschaften, die an die Anhänger der Offenbarungsschriften [12] übermittelt wurden, kenntlich. Die Aufgabe liegt darin zu sagen : Lest den Koran mit den Offenbarungsschriften zusammen. Denn nur so, kann verstanden werden, dass der Kuran die Offenbarung Allahs ist.

 

  1. Die Beziehung zwischen Versen:

,,Wollen sie denn nicht über den Koran nachsinnen? Wäre er von einem andern als Allah, sie würden gewiss manchen Widerspruch darin finden (4/82).“

In der Sure heißt es ,,efela yetedebberunel“, was in sich das Wort ,,tedebbür“ beinhaltet. Dies bedeutet, dass es keinen Widerspruch zwischen den Versen gibt und durch Anstrengung ein besseres Verständnis erlangt werden kann. Das Buch Allahs wird einzig allein durch Ihn im einzelnen erklärt und offengelegt. Allah hat den Kuran ausführlich erklärt und die Auslegung ist allein durch Ihn möglich. In der Sure Hud heißt es dazu:

,,Alif Lám Rá. Ein Buch, dessen Verse unveränderlich gefügt, dann im einzelnen erklärt worden sind, von einem Allweisen, Allkundigen. (Es lehrt) dass ihr keinen anbeten sollt als Allah. Ich bin euch ein Warner und ein Bringer froher Botschaft von Ihm (11/1-2).“

Allah hat den Koran im Einzelnen erklärt und lehrt uns auch, wie man aus diesem Buch Wissen erlangt. Die folgenden Verse zeigen, was die Methode und Herangehensweise hierfür ist:

,,Er ist es, Der das Buch zu dir herabgesandt hat; darin sind Verse von entscheidender Bedeutung – sie sind die Grundlage des Buches und andere, die verschiedener Deutung fähig sind. Die aber, in deren Herzen Verderbnis wohnt, suchen gerade jene heraus, die verschiedener Deutung fähig sind, im Trachten nach Zwiespalt und im Trachten nach Deutelei. Doch keiner kennt ihre Deutung als Allah und diejenigen, die fest gegründet im Wissen sind, die sprechen: ,Wir glauben daran; das Ganze ist von unserem Herrn‘ – und niemand beherzigt es, außer den mit Verständnis Begabten… (3/7)

,,Allah hat die schönste Botschaft, ein Buch, hinabgesandt, ein im Einklang (mit andern Schriften) stehendes, oft wiederholtes, vor dem denen, die ihren Herrn fürchten, die Haut erschauert, dann erweicht sich ihre Haut und ihr Herz zum Gedenken, Allahs. Das ist die Führung Allahs; Er leitet damit, wen Er will. Und wen Allah zum Irrenden erklärt, der soll keinen Führer haben (39/23).“

,,Ein Buch, dessen Verse klar gemacht worden sind – es wird viel gelesen; es ist in fehlerloser Sprache – für Leute, die Wissen besitzen (41/3).“

Der Koran ist in Verse unterteilt, die klare Botschaften übermitteln (muhkem); die im Einklang zueinander stehen (mütesabih) und die als zweier Kombination vorzufinden sind (mesani). Diese sind in arabischer Schrift an das Volk offenbart worden, damit das Volk in seiner Sprache den Koran verstehen und analysieren kann. Diese Thematik und die Methode an den Koran heranzugehen ist umfangreich im Buch ,,Dogru bildigimiz yanlislar“ von Prof. Dr. Abdulaziz Bayindir und im Buch ,,Koran-i anlama usulü“ von Dr. Fatih Orum beschrieben.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass diese Betrachtungsweise der Verse eine Methode ist, die zum Verständnis von Themen beiträgt und Klarheit verschafft. Dies ist mit einem Menschen zu vergleichen, der in einer wolkenfreien Nacht zum Himmel blickt und dessen Schönheit ihn fasziniert. Ein Mensch, der versucht die Zeichen Allahs zu verstehen, wird dieses Gefühl entwickeln und ohne Zweifel erkennen, dass die Schöpfung einzig und allein von Allah geformt worden ist. Dieser Versuch wird jeden Menschen, der diesem Thema eine große Bedeutung zuschreibt, zum Erfolg führen.

  1. Die Betrachtung der Wissenschaft und der Schöpfung müssen zusammen erfolgen:

Die Schöpfung und die Zeichen im Koran sind der Beweis dafür, dass der Koran die Offenbarung Allahs ist.  Der Koran weist darauf hin, dass die Schöpfung und die Offenbarung zusammen betrachtet werden müssen, damit sie den Koran als das Buch Allahs anerkennen:

 ,,Bald werden Wir sie Unsere Zeichen sehen lassen überall auf Erden und an ihnen selbst, bis ihnen deutlich wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es denn nicht, dass dein Herr Zeuge ist über alle Dinge (41/53)?“

Der darauffolgende Vers zeigt, dass diese Betrachtung ohne Zweifel dazu führen wird, dass der Koran die Schrift Allahs ist. Diejenigen, die weiterhin im Zweifel sind, leugnen Allah, da sie im Zweifel über die Begegnung mit Ihm sind. Dies ist zu vergleichen mit Iblis, der darauf bestand sich Allah zu widersetzen [13].

,,Höret! sie sind im Zweifel über die Begegnung mit ihrem Herrn. Siehe, Er umfasst alle Dinge.“ (41/54)

In dem 53. Vers dieser Sure wird deutlich, dass nicht die Zeichen um uns herum alle Dinge umfassen, sondern die an uns selber auch Zeichen sind. Der folgende Vers verstärkt die Sure Fussilat.

,,Und auf Erden sind Zeichen für jene, die fest im Glauben sind, und in euch selber. Wollt ihr denn nicht sehen (51/20-21)?“

Der Mensch und die Erde werden als Zeichen Gottes betrachtet. Allah unterscheidet nicht zwischen der Offenbarung und der Schöpfung, sondern umschreibt beide als ,,Zeichen“. Dies ist der Beweis dafür, dass beide im Einklang sein müssen und zusammen betrachtet werden müssen. Denn der Schöpfer ist Eins.

Die Sure Fussilat Vers 53 und auch andere Verse sind in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung:

,,Er ist es, Der euch Seine Zeichen zeigt und euch die Mittel zum Unterhalt hinabsendet vom Himmel; doch keiner läßt sich ermahnen, außer dem, der sich bekehrt (40/13).“

,,Und Er zeigt euch Seine Zeichen; welches der Zeichen Allahs wollt ihr denn verleugnen? Sind sie nicht auf der Erde umhergereist, um zu sehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen waren? Sie waren zahlreicher als diese und stärker an Macht und in den Spuren (die sie) auf Erden (hinterließen). Doch alles, was sie erwarben, nützte ihnen nichts (40/81-81).“

Jeder Mensch beginnt das Leben, in dem er Allahs Zeichen sieht – sehen bedeutet jedoch nicht betrachten. In der Sure al-Gasiya sagt Allah, dass der Mensch all die Zeichen sieht, sie jedoch nicht betrachtet.

,,Wie! wollen sie nicht die Wolken betrachten, wie sie erschaffen sind, Und den Himmel, wie er erhöht ist, Und die Berge, wie sie aufgerichtet sind, Und die Erde, wie sie hingebreitet ist? Ermahne drum; denn du bist nur ein Ermahner; Du bist nicht Wächter über sie (88/17-22).“

Allahs Zeichen sind der Beweis dafür, dass der Koran von Allah herabgesandt wurde. Die Schöpfung und der Koran stehen im Einklang. Um den Koran zu verstehen, sollte der Mensch die Schöpfung betrachten. Denn der Kuran weist den Menschen auf die Schöpfung hin. Hierzu die Sure Qaf Vers 5-8 [14]:

,,Nein, sie verwarfen die Wahrheit, als sie zu ihnen kam, und nun sind sie in einem Zustand der Verwirrung. Haben sie nicht zum Himmel über ihnen emporgeschaut, wie Wir ihn erbaut und geschmückt und wie makellos er ist? Und die Erde – Wir haben sie ausgebreitet und feste Berge darauf gesetzt; und Wir ließen auf ihr von jeglicher schönen Art Paare hervorsprießen, Zur Aufklärung und Ermahnung für jeden Diener, der sich bekehrt (50/5-8).“

In dem obrigen Vers wird im Zusammenhang mit der Betrachtung der Schöpfung das Wort ,,dhikr“ (=Gedenken) gebraucht. Das Wissen über alle Offenbarungsschriften ist ebenfalls ,,dhikr“. Die Schöpfung und die Offenbarung sind beide Zeichen Allahs und übermitteln stets dieselbe Botschaft.

Aus diesem Grund kann man Wissenschaft und Religion nicht voneinander getrennt betrachten. Denn der Koran umschreibt die Wissenschaft als Glauben. Die Aufgabe besteht darin Allahs Zeichen zu betrachten. Ein Volk, das den Koran als Wegweiser hat, kann nicht die wissenschaftliche Entwicklung ablehnen. Wenn die Schöpfung und die Offenbarung im Zusammenhang betrachet wird, und der Koran als Offenbarung Allahs anerkannt wird, dann ist die Wissenschaft eine weitere Vorangehensweise. Die Wissenschaft wird erst zuverlässig, wenn der Mensch die Schöpfung mit der Offenbarung im Einklang betrachtet. Dies kann zu einer Weiterentwicklung in der Wissenschaft beitragen.

Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die Religion und der Glaube nicht von anderen Menschen abhängig sein darf. Der Mensch darf nicht ohne zu hinterfragen fremdes Wissen aneignen; auch wenn es das Wissen eines Gelehrten ist. Denn der Glaube darf nicht auf Behauptungen stützen. Um die Religion kennenzulernen, hat der Mensch den Koran zu lesen. Das Buch, das von Allah herabgesandt wurde, sollte von jedem Einzelnen mit Mühe betrachtet werden. Nach solch einer Bemühung und mit Überzeugung kann der Mensch das Buch als Offenbarung Allahs betrachten – schließlich weiß Allah am besten. Der Glaube ohne Vergewisserung gleicht einem Dogma. Jedoch ist der Glaube an Allah kein Dogma, und ein Dogma kann nicht dem Glauben entsprechen.

Ein Mensch, dessen Zweifel abgelegt ist, ist mit einem Jungvogel zu vergleichen, der sich aus seinem Nest in die Leere stürzt. Der Jungvogel vertraut nämlich seinen Flügeln, dem Himmel und der Widerstandskraft, welche die Zeichen von Allah sind. Die Schöpfung ist das Gesetz Gottes, das nicht zu verändern ist. Die Naturgesetze sind für jeden Vogel gleich bestimmt. Das Leben eines Muslims läuft auf diese Weise.

Ein Mensch, der nach diesen drei Vorgängen den Koran als Offenbarung Gottes anerkennt, wird sich an den Koran binden, ihn in allen Lebensbereichen annwenden, jedes seiner Gebote mit Hochachtung befolgen, und bei jedem Mal lesen neue Einblicke gewinnen. Somit wird sich das Verlangen nach wahrhaftigem Wissen steigern.

,,Sie, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken Allahs. Ja! im Gedenken Allahs ist’s, daß Herzen Trost finden können (13/28).“

 

[1] Sure Fussilat 41/52 , Sure Ahkaf 46/10

[2] Siehe auch: Sure Maide 5/104, Sure Araf 7/28, Sure Lokman 31/21, Sure Zuhruf 43/20-24

[3] Sure Hud 11/13, Sure Yunus 10/38

[4] …Wenn ihr im Kuran lest, heißt es: ,,Ich bin das Wort Allahs“. Wenn ihr euch fragt, wie ihr wissen könnt, dass das der Wahrheit entspricht, heißt es im Kuran: ,,Denn ich bin das Wort Allahs, in dem keine Zweifel gibt.“ Im Kuran wird ein Beweis mit demselben Beweis verstärkt. Wenn der Mensch seinen Verstand nicht gebraucht und nicht hinterfragt, wären solche Beweisführungen irrelevant. Denn für einen Menschen, der nicht daran glaubt, dass der Kuran von Allah herabgesandt wurde, ist die Koranübersetzung „Dies ist eine Gottesschrift, die ohne Zweifel ist.“

[5] Details dazu gibt es im Buch ,,Kuran-i Anlama Usulü 2″ von Dr. Fatih Orum.

[6] Zübür

[7] Siehe auch: Sure Ankebut 29/47

[8] Siehe auch: Sure Ahkaf 46/12

[9] Details zur Beziehung zwischen dem Kuran und den früheren Offenbarungsschriften ist im Buch „Kuran-i Anlama Usulü“ von Dr. Fatih Orum.

[10] Siehe auch: Sure Maide Vers 15

[11] Sure Baqara 2/106

[12] Mit ,,Leute der Schrift“ sind nicht nur Juden und Christen gemeint, sondern alle Völker, denen ein Buch herabgesandt wurde.

[13] Sure Baqara Vers 30 ff. , Sure Araf Vers 12 ff.

[14] Koranverse, die auf die Zeichen Allahs hinweisen : Sure Baqara 2/164,  Sure Al-i Imran 3/189-191, Sure Suara 26/7-8-65-67, Sure Ankebut 29/20-33-35

 

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