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Der Stellenwert des Grüßens im Islam

Das Grüßen wird im Islam als wünschenswerte und lobenswürdige Handlung gesehen.

Als Quelle dienen uns hierbei die Verse des Korans und die Aussprüche des Propheten Mohammed.

Es kamen Unsere Gesandten zu Abraham mit froher Botschaft. Sie sprachen: «Friede!» Er antwortete: «Friede!», und er säumte nicht, ein gebratenes Kalb zu bringen. (Hud 11/69)

Es geht hervor, dass das Grüßen mit dem Wort „Frieden“ gleichgesetzt wird. So lautet auch die vom Großteil der Muslime genutzte Grußformel: „As-salamu ‚alaikum“ (übersetzt bedeutet dies „Der Frieden auf euch; Friede sei mit dir/euch“).

Der Ursprung dieser Grußformel stammt laut dem Propheten Muhammad aus den Zeiten Adams. So berichtet er:

Gott sprach zu Adam: Geh, grüße die Engel und achte darauf, wie sie dir antworten. Denn dieser Gruß wird nicht nur deiner, sondern auch der Gruß deiner Kinder sein. So sprach Adam: ‚As-salamu ‚alaikum‘. Die Engel vervollständigten seinen Gruß und antworteten: ‚wa-ʿalaikum as-salam wa rahmatullah‘. (Der Frieden und die Gnade Gottes auf Euch)“ (Buhârî, Enbiyâ 1; İsti’zân 1; Müslim, Cennet 28)

Außerdem wird berichtet, dass ein Mann zum Propheten kam und ihn mit „As-salamu ‚alaikum“ begrüßte. Daraufhin tat er es ihm gleich und versprach dem Mann, dass dieser Gruß mit 10 guten Taten gleichzusetzen sei.

Als ein weiterer Mann kam und mit „As-salamu ‚alaikum wa rahmatullah“ grüßte, erwiderte der Prophet, dass dieser Gruß mit 20 Wohltaten gleichzusetzen sei.

Ein anderer Mann gesellte sich dazu und sagte „As-salamu ‚alaikum wa rahmatullah wa barakatuhu”. Daraufhin entgegnete der Prophet, dass dieser Gruß mit insgesamt 30 Wohltaten gleichzusetzen sei. (Ebû Dâvûd, Edeb 132; Tirmizî, İsti’zân 2 )

Weitere Verse im Koran unterstreichen nochmal die Wichtigkeit des Grüßens im Islam:

O die ihr glaubt, betretet nicht andere Häuser als die euren, bevor ihr um Erlaubnis gebeten und ihre Bewohner begrüßt habt. Das ist besser für euch, auf daß ihr achtsam seiet. (an-Nur, Das Licht 24/27)

Und wenn ihr mit einem Glückwunsch gegrüßt werdet, so grüßet mit einem schöneren wieder oder gebt ihn (wenigstens) zurück. Siehe, Allah führt Rechenschaft über alle Dinge. (an-Nisa, Frauen 4/86)

Sprich: «Aller Preis gebührt Allah, und Frieden sei über jenen von Seinen Dienern, die Er auserwählt hat. Ist Allah besser oder das, was sie anbeten?” (an-Naml, Die Ameisen 27/59)

Gärten der Ewigkeit. Dort sollen sie eingehen und (auch) wer rechtschaffen ist von ihren Eltern und ihren Frauen und ihren Kindern. Und Engel sollen zu ihnen treten aus jeglichem Tor: «Friede sei auf euch, weil ihr standhaft wart; sehet, wie herrlich ist der Lohn der Wohnstatt!» (ar-Ra’d, Der Donner 13/23-24)

Sie, die die Engel in Reinheit sterben lassen. Sie sprechen: «Friede sei mit euch! Tretet ein in den Himmel für das, was ihr zu tun pflegtet.» (an-Nahl, Die Biene 16/32)

Und jene, die ihren Herrn fürchteten, werden in Scharen in den Himmel geführt werden, bis dass, wenn sie ihn erreichen, und seine Pforten sich öffnen, und seine Wächter zu ihnen sprechen: «Friede sei auf euch! Seiet glücklich und gehet dort ein, ewig zu weilen.» (az-Zumar, Die Scharen 29/73)

Friede sei auf Abraham! (as-Saffat, Die in Reihen Aufgereihten 37/109)

Friede sei auf Moses und Aaron! (as-Saffat, Die in Reihen Aufgereihten 37/120)

Friede sei auf Elias und seinen Anhängern! (as-Saffat, Die in Reihen Aufgereihten 37/130)

Friede sei auf Noah in allen Welten! (as-Saffat, Die in Reihen Aufgereihten 37/79)

Aus obigen Versen geht hervor, dass besonders die Propheten und auch fromme Gläubige mit dem Friedensgruß gelobt und hervorgehoben werden.

Abschließend kann man folgenden Ausspruch des Proheten zitieren, um den Zusammenhang zwischen wünschenswertem Verhalten und dem Grüßen zu erkennen:

Solange ihr nicht glaubt, könnt ihr nicht in das Paradies eintreten. Und solange ihr euch nicht liebt, könnt ihr nicht glauben.“ Danach soll der Prophet erklärt haben, dass gegenseitige Liebe besonders durch das Grüßen gewährleistet und intensiviert werden kann. (Müslim, iman, 93; İbn Mâce, Edeb, 11)

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass obwohl das Grüßen einen hohen Stellenwert im Islamischen Glauben und der Praxis einnimmt, keine religiöse Pflicht darstellt. Des Weiteren muss nicht zwingend mit den vorgegebenen arabischen Grußformeln gegrüßt werden. Wichtig ist nur, dass den Mitmenschen gegenüber eine wohlwollende und freundliche Haltung eingenommen werden sollte.

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