Glaubensgrundsätze Koran als Quelle

Das Vertrauensverhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpf

Das Vertrauensverhältnis zwischen Schöpfer und Geschöpf

 

„Allah betastet niemanden über sein Vermögen. Ihm wird, was er verdient, und über ihn kommt, was er gesündigt. «Unser Herr, strafe uns nicht, wenn wir uns vergessen oder vergangen haben; unser Herr, lege uns nicht eine Verantwortung auf, wie Du sie denen auferlegtest, die vor uns waren. Unser Herr, bürde uns nicht auf, wozu wir nicht die Kraft haben, und lösche unsere Sünden aus und gewähre uns Vergebung und habe Erbarmen mit uns; Du bist unser Meister; also hilf uns wider das ungläubige Volk.“

Baqara, 286

 

Dem Menschen wird von Gott keine Last auferlegt, welche er nicht imstande wäre zu tragen. Dieser Umstand zeigt uns, dass Gott die Natur des Menschen bis ins kleinste Detail kennt, zumal er der Erschaffer jedes Lebewesens ist.

 

Denn Gott offenbart:

 

„So richte dein Antlitz auf den Glauben wie ein Aufrechter (und folge) der Natur, die Allah geschaffen – worin Er die Menschheit erschaffen hat. Es gibt kein Ändern an Allahs Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Allein die meisten Menschen wissen es nicht.“

Rom, 30

 

Die Botschaft Gottes kann auch als Wegweiser während sämtlicher Abschnitte im Leben des Menschen verstanden werden. Denn sie bietet dem Menschen zahlreiche praktische Ratschläge, welche von einem unfehlbaren und allmächtigen Schöpfer stammen.

 

„O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr euch zum Gebet begebt, so wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen und streicht über euren Kopf und eure Füße bis zu den Knöcheln… Und wenn ihr im Zustande der Unreinheit seid, reinigt euch durch ein Bad. Und wenn ihr krank oder auf einer Reise seid (und dabei unrein), oder wenn einer von euch vom Abtritt kommt, oder wenn ihr Frauen berührt habt, und ihr findet kein Wasser, so nehmt reinen Sand und reibt euch damit Gesicht und Hände. Allah will euch nicht in Schwierigkeiten bringen, sondern Er will euch nur reinigen und Seine Gnade an euch erfüllen, auf daß ihr dankbar seiet.“

Maedah, 6

 

„Und eifert in Allahs Sache, wie dafür geeifert werden soll. Er hat euch erwählt und hat euch keine Härte auferlegt in der Religion; (folget) dem Bekenntnis eures Vaters Abraham. Er ist es, Der euch vordem schon Muslims nannte und (nun) in diesem (Buche), damit der Gesandte Zeuge sei über euch und damit ihr Zeugen seiet über die Menschen. Drum verrichtet das Gebet und zahlet die Zakat und haltet fest an Allah. Er ist euer Gebieter. Ein vortrefflicher Gebieter und ein vortrefflicher Helfer!“

Hadsch, 78

 

Die Praktiken und Taten der Menschen werden ihnen entweder zum Verhängnis oder bieten ihnen eine Quelle des Glücks und der Hoffnung. Im Islam ist jeder Mensch einzig für seine eigenen Handlungen verantwortlich. So darf man die Verantwortung nicht auf andere Menschen übertragen oder sie von anderen Menschen abnehmen. Sowohl die Sünde als auch die Wohltat bietet dem Gläubigen die Möglichkeit einen individuell gestaltbaren Pfad einzuschlagen.

 

„Oder ist ihm nicht erzählt worden, was in den Büchern Moses’ steht, Und Abrahams, der (die Gebote) hielt? Daß keine Lasttragende die Last einer andern tragen soll, Und daß der Mensch nichts empfangen soll, als was er erstrebt, Und daß sein Streben bald gesehn werden wird. Dann wird er dafür belohnt werden mit dem vollsten Lohn. Und daß zu deinem Herrn die endgültige Heimkehr ist, Und daß Er es ist, Der lachen macht und weinen, Und daß Er es ist, Der Tod und Leben gibt.“

Nadschm, 36-44

 

„Wer den rechten Weg befolgt, der befolgt ihn nur zu seinem eignen Heil; und wer irregeht, der geht irre allein zu seinem eignen Schaden. Und keine Lasttragende trägt die Last einer andern. Und Wir strafen nie, ehe Wir denn einen Gesandten geschickt haben.“

Isra, 15

Das Begehen von Fehlern und das Vergessen von Pflichten gehört zum normalen Leben eines jeden Menschen. Gott kennt den Menschen am Besten und gestattet ihm eine Vielzahl von Ausnahmen und Erleichterungen im Hinblick auf religiöse Pflichten und Praktiken. Dazu zählt das Gebet, das Fasten, die Pilgerfahrt und viele andere Bereiche des alltäglichen religiösen Lebens. Der Mensch ist in Fällen des Vergessens nicht verantwortlich für seine Missetaten.

Gott erwartet von den Menschen, dass sie seinen Propheten folgen und sie als Vorbilder betrachten.

 

„Und (gedenket der Zeit) da Allah (mit dem Volk der Schrift) den Bund der Propheten abschloß (und sprach): «Was immer Ich euch gebe von dem Buch und der Weisheit – kommt dann ein Gesandter zu euch, erfüllend, was bei euch ist, so sollt ihr unbedingt an ihn glauben und ihm unbedingt helfen.» Er sprach: «Seid ihr einverstanden, und nehmet ihr diese Verantwortung Mir gegenüber an?» Sie sprachen: «Wir sind einverstanden.» Er sprach: «So bezeugt es, und Ich bin mit euch unter den Zeugen.“

Imran, 81

 

„Die da folgen dem Gesandten, dem Propheten, dem Makellosen, den sie bei sich in der Thora und im Evangelium erwähnt finden – er befiehlt ihnen das Gute und verbietet ihnen das Böse, und er erlaubt ihnen die guten Dinge und verwehrt ihnen die schlechten, und er nimmt hinweg von ihnen ihre Last und die Fesseln, die auf ihnen lagen -, die also an ihn glauben und ihn stärken und ihm helfen und dem Licht folgen, das mit ihm hinabgesandt ward, die sollen Erfolg haben.“

Araf, 157

 

„Mohammed ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten; und Allah hat volle Kenntnis aller Dinge.“

Ahzab, 40

 

Gott ist dem Menschen näher als die Halsschlagader. Er erwartet, dass man Zuflucht bei ihm sucht und nur ihn um Hilfe erbittet. Es geht hervor, dass man Gott keine Gehilfen zugesellen soll. Erist der alleinige Schöpfer des Menschen und verfügt über bedingungslose Liebe und Barmherzigkeit. Gott empfiehlt dem Menschen seine Hilfe in allen Lebenslagen zu ersuchen.

 

„Unser Herr, laß unsere Herzen nicht verderbt werden, nachdem Du uns geleitet hast, und gewähre uns Gnade von Dir; gewiß, Du allein bist der Gewährende. Unser Herr, Du wirst gewißlich das Menschengeschlecht versammeln an dem Tage, über den kein Zweifel ist; wahrlich, Allah bricht das Versprechen nicht.“

Imran, 8-9

 

„Sie sprachen: «Unser Herr, wir haben wider uns selbst gesündigt; und wenn Du uns nicht verzeihst und Dich unser erbarmst, dann werden wir gewiß unter den Verlorenen sein.“

Araf, 23

 

„Er sprach: «Mein Herr, ich suche Deinen Schutz davor, daß ich Dich nach dem frage, wovon ich keine Kenntnis habe. Und wenn Du mir nicht verzeihst und Dich meiner erbarmst, so werde ich unter den Verlorenen sein.“

Hud, 47

 

„Als die Jünglinge in der Höhle Zuflucht nahmen und sprachen: «Unser Herr, gewähre uns Barmherzigkeit von Dir aus und bereite uns einen Weg in unserer Sache.“

Kahf, 10

 

„Da warf er ihn hin, und siehe, er ward eine laufende Schlange. (Gott) sprach: «Ergreife ihn und fürchte dich nicht. Wir werden ihn in seinen früheren Zustand zurückbringen. Und stecke deine Hand dicht unter deinen Arm, sie wird weiß hervorkommen, ohne ein Übel – ein weiteres Zeichen, Auf daß Wir dir Unsere größeren Zeichen zeigen. Gehe zu Pharao, denn er hat das Maß überschritten .»Er sprach: «Mein Herr, öffne mir meine Brust, Und erleichtere mir meine Aufgabe,Und löse den Knoten meiner Zunge, Daß sie meine Rede verstehen.“

Taha, 20-28

 

„Hoch erhaben ist Allah, der wahre König! Und überhaste dich nicht mit dem Koran, ehe seine Offenbarung dir vollständig zuteil geworden, sondern sprich: «O mein Herr, mehre mich an Wissen.“

Taha, 114

 

„Und (gedenke) Dhulnuns (Jonas), da er im Zorn hinwegging und überzeugt war, daß Wir ihn nie in Betrübnis bringen würden, und er rief in der dichten Finsternis: «Es gibt keinen Gott außer Dir. Heilig bist Du! Ich bin fürwahr einer der Frevler gewesen.“

Anbiya, 87

 

„Und (gedenke) Zacharias’, da er zu seinem Herrn rief: «Mein Herr, lasse mich nicht einsam, und Du bist der Beste der Erben».“

Anbiya, 89

Von Prof. Dr. Abdulaziz Bayindir

 

2 Kommentare

  • In der Sure Al-Maida, Vers 6 was die rituelle Waschung angeht, enthält eine falsche Bedeutung/hinzufügung. Hier in dieser Übersetzung wurde das Wort „waschet“eure Füße bis zu den Knöcheln hinzugefügt und gibt der Aya eine falsche Bedeutung. Hier die richtige Bedeutung:

    Maida, Vers 6

    O ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr euch zum Gebet begebt, so wascht euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellenbogen und streicht über euren Kopf und eure Füße bis zu den Knöcheln…

    Also von waschen der Füße kann hier nicht die Rede sein.

    Bitte korrigiert diesen Fehler. So was kann man nicht Prof. Bayindir zuschreiben.

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