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Das Schachspielen

Das Schachspielen

Frage: ,,Ist das Schachspielen nach dem Islam verboten? Manche Leute greifen es an, indem sie behaupten, dass es genauso verboten sei wie das Essen von Schweinefleisch. Wie lautet das Urteil über das Spielen und Zuschauen des Schachspiels?”

Antwort: ,,Im Gegenteil zu vielen Überlieferungen, die das Spielen von Backgammon diffamieren, gibt es in Bezug auf das Schachspiel nur eine einzige Überlieferung. Diese Überlieferung aber befindet sich nicht in den als wahre Überlieferung anerkannten Büchern. Dieser Umstand wurde so gedeutet, dass das Schachspielen im Vergleich zu Spielen wie Backgammon in religiöser Hinsicht weniger bedenklich ist. Man weiß, dass einige Gefährten des Propheten wie Abdullah b. Umar oder Gefährten der Gefährten  (Tabiin) wie Hasan-i Basri dies nicht gern sahen. Die Rechtsschulen der Hanafiten, Malikiten, Schiiten und Hanbaliten geben unterschiedliche Informationen zum Urteil über das Schachspiel. Man kann jedoch den Erklärungen entnehmen, dass das Schachspiel aus religiöser Sicht unbedenklich ist, solange man es nicht für Glücksspiele missbraucht und seine Aufgaben gegenüber Gott, der Familie und der Gesellschaft nicht vernachlässigt. Schließlich betonten viele Islamgelehrte, dass das Schachspielen den Geist belebt, die Persönlichkeit entwickelt, lehrt, im Arbeitsleben ehrgeizig und zielstrebig zu sein, das Selbstbewusstsein stärkt, das Sozialleben fördert und dabei hilft, enge Freundschaften zu schließen und meinten, dass dieses Spiel erlaubt sei.”

Quelle: Ramazan Altınay, ,,Satranç”, Diyanet Islam Ansiklopedisi, Band 36, S. 180. Link: http://www.islamansiklopedisi.info/dia/pdf/c36/c360125.pdf

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