Gebetswaschung

Darf man über die Socken Mash machen (mit nassen Händen über die Socken streichen)?

Frage:

Ist es nach der hanefitischen Rechtsschule erlaubt Mash über die Socken zu machen, statt die Füße ganz zu waschen?

Antwort:

Nach der hanefitischen Rechtschule gibt es zwei Bedingungen für die Gültigkeit der Mash:

  1. Dass die Socken so an den Füßen haften, dass sie nicht von alleine herausgehen.
  2. Dass die Socken nicht so dünn sind, dass man die Hautfarbe durch sie hindurch erkennen kann.

Die Socken, de heutzutage von Männern getragen werden, erfüllen diese Kriterien vollständig. Die sehr feinen Strümpfe oder Strumpfhosen, durch die man die Hautfarbe erkennen kann und die den Frauen als Feinstrumpfhose bekannt sind, erfüllen diese Kriterien nicht. Alle Fıqh-Quellen, die sich mit der hanefitischen Rechtsschule befassen, schildern das Gleiche. In dem berühmten türkischen Werk „Büyük İslam İlmihali“ von Ömer Nasuhi Bilmen steht folgendes:

Stiefel und Schuhe, die den Fußknöchel und die Ferse bedecken,  Socken, die so fest sind, dass man 3 Meilen mit ihnen laufen kann und hohe Pantoffeln werden als Mash beurteilt, also kann man Mash mit ihnen machen (sie bei der Gebetswaschung mit Wasser bestreichen).“ [1]

In der Fıqh entspricht 1 Meile 1895 Meter. 3 Meilen entsprechen 5685 Meter.

Dass die Socken dick sein müssen, bedeutet dass sie nicht durchsichtig sein dürfen. Ibn Abidin bezeichnete eine dicke Socke als jene, durch die man nicht sehen kann was darunter ist [2].

Mit Socken oder Strümpfen zu laufen, bedeutet nicht sie wie Schuhe zu gebrauchen. Es bedeutet lediglich, dass die Socken auf dieser Entfernung für den Zweck getragen werden, für den sie bestimmt sind. Die Socken, die heutzutage hergestellt werden, halten eine solche Strecke aus.

Zehn Sahaba berichteten, dass der Prophet, Friede sei auf ihm, auf seine Socken Mash machte. Anfänglich war Abu Hanifa der Meinung, dass die Socken eine Sohle benötigten um als Mash benutzt werden zu können, da sie dann wie Schuhe wären. Später wich er dann von dieser Meinung zurück. Letzten Endes gilt nach der hanefitischen Rechtschule, dass auf Socken Mash gemacht werden darf [3].

[1] Türkische Quelle: Abdestin Sıhhatine Mani Olmayan Şeyler, Paragraf 154

[2] İbni Abidin,  Reddü’l Muhtar, İstanbul-1984, Bans.1, S. 269

[3] Mahmud b. Mevdud el-Mavsılî, El-İhtiyar, Beyrut 1395 h.1975 m.,Band.1, S.25

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